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MYTHEN IN
TÜTEN – Die Neue Kollektion (LP 1981)
(No Fun
Records)
1981
war wohl das Jahr, in dem die Neue Deutsche Welle langsam die Wende vom
Underground zu einem Massenphänomen vorbereitete, bevor es 1982/83 richtig
knallte und die Hitparaden zum großen Teil mit deutschsprachigen Songs
zugepflastert waren. MYTHEN IN TÜTEN sind eine der Bands, die in dieser
Phase Platten veröffentlicht haben und irgendwie zwischen allen Stühlen
standen. Für die Fans von Gruppen wie Geisterfahrer oder Der Plan war die
Kapelle um Sänger Emilio Winschetti längst zu poppig und musikalisch
angepasst, für den „normalen“ Radiohörer waren sie jedoch noch zu
kopflastig. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum die Band weder den
großen Durchbruch geschafft hat, noch unter Sammlern richtig zum
Kultobjekt geworden ist. Ich muss selber sagen, dass mich die Band wenig
begeistern kann. Sicher ist die Musik nett, eingängig, aber letztlich auch
nicht so ohrwurmträchtig, dass man sie nicht sofort wieder vergisst. Okay,
es wäre etwas übertrieben, das Ganze „Fahrstuhlmusik“ zu nennen, aber weit
davon entfernt sind MYTHEN IN TÜTEN nicht. Vor allem durch den Gesang
klingt es ein wenig nach Foyer Des Arts, ohne aber die textliche und
musikalische Schärfe von Max Goldt´s legendärer Band zu erreichen. Dieser
Vergleich drängt sich besonders bei „Sansibar“ auf. Ganz gelungen ist auch
„Mäzen“, das ein wenig nach Fee klingt. Auffallend ist noch eine
Coverversion des DAF-Klassikers „Der Mussolini“, die hier „Tortellini“
heisst.
Fazit:
Zeittypischer, deutschsprachiger New Wave mit etwas zuviel Saxophon, nicht
mehr und nicht weniger. Leider eine der schwächeren No Fun
Records-Veröffentlichungen. (A.P.) |