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DER
MODERNE MAN – Neues Aus Hongkong
DER MODERNE MAN – 80 Tage Auf See
DER
MODERNE MAN – Neues Aus Hongkong (Mini LP 1982)
(No Fun
Records)
Eine
Mini LP, die auf einer Seite fünf Tracks enthält, abzuspielen auf 33 UPM,
auf der anderen Seiten einen langen Titel, abzuspielen auf 45 UPM. Nette
Idee, aber natürlich interessiert die Musik. Nach dem Ausstieg von Ziggy XY
nach der ersten LP, haben sich DER MODERNE MAN stilistisch doch ziemlich verändert,
weg vom Punk, hin zu reiner NDW/Wave-Musik. Das ganze ist zwar mit
Sicherheit nicht übel und gehört in die vollständige NDW-Sammlung, aber
so richtig mitreißen tut mich das nicht mehr. Hat hier mehr so einen „künstlerischen“
Anspruch, jedenfalls scheint es so, als wenn die Band das vermitteln will.
Man wollte wohl weg vom punkigen Unterhaltungssound, hin zu Musik für das
New Wave-Cafe um die Ecke, wo man möglichst cool seinen Kaffee schlürfte.
Die Songs sind wenig aufdringlich und bleiben nicht wirklich im Ohr.
Irgendwie so auf einer Schiene mit den späten Zimmermännern und
Wirtschaftswunder, wenn ich mich recht entsinne. Das Ganze gewürzt mit
einer Prise Ska und Anklängen an die längste vergessenen Pigbag. Mit dem
Underground hatte das kaum noch was zu tun, aber auch kommerziell ließ sich
da nicht viel machen, so dass DER MODERNE MAN eine Band zwischen den Stühlen
war und sich folgerichtig bald auflöste. Mir ist das alles zu seicht und
ich lege doch lieber wieder die erste LP „80 Tage auf See“ auf. (A.P.)
DER
MODERNE MAN – 80 Tage Auf See (LP 1981)
(No Fun
Records)
DER
MODERNE MAN waren eine typische NDW-Blüte aus der Zeit um 1980/81, typisch
auch für das sammelnswerte No Fun Label aus Hannover, das vor allem durch
seine Hausband Hans-A-Plast bekannt sein dürfte. Hier hört man noch die frühen
Punk-Wurzeln der Neuen Deutschen Welle, das ganze ist meist rockig (mitunter
auch skaig) und wird durch Keyboardeffekte erweitert. Alles noch wahnsinnig
unkommerziell, schlicht und aus heutiger Sicht unterproduziert, dafür aber
authentisch und ich kann mir vorstellen, dass bei den Konzerten der Band
damals ordentlich was los war. In dieser Anfangszeit der Gruppe sang und
keyboardete noch ein gewisser Ziggy XY, später Kosmonautentraum, der so
manchem noch von seinem kultigen Auftritt auf dem „So war das SO36“
bekannt sein dürfte, offensichtlich ein umtriebiger Mensch damals, der mehr
als viele andere dafür steht, dass damals einfach alles möglich war. Was
wohl aus ihm geworden ist? Zur Zeit dieser ersten LP kann man die Musik
getrost als Wave-Punk beschreiben, allerdings schon hier mit der Betonung
auf Wave. Die Texte sind typisch, wie eigentlich alles an dieser Platte.
Insofern sollte man als NDW-Fan und –sammler unbesorgt zugreifen. Wenn ich
es mir recht überlege, könnten einige der Songs auf dieser LP durchaus
auch auf einem Sampler der „Ghostriders Of German Gothic“ Reihe
auftauchen, wenn man das Konzept, wie bisher, nicht zu streng auslegt.
(A.P.)
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