BACK AGAIN: NDW

ERST WENN DAS HERZ NICHT MEHR AUS STEIN IST
INTERVIEW 2004
LIVE IN DER BERLINER PHILHARMONIE 2001
SUPERGESTÖRT UND SUPERVERSAUT
EISENHERZ - ALBUM
EISENHERZ

STAY?

LIVE 28.02.2001 HAMBURG, MUSIKHALLE

BAYREUTH ZWEI
BATAILLON D´AMOUR
DAS GEHT TIEF (1999)

UND...ICH LAUF
DIE FLUT
DAS GEHT TIEF (1997)

JOACHIM WITT – Erst wenn das Herz nicht mehr aus Stein ist (MCD 2004)

(Ventil/SPV)

Duette sind hin und wieder JOACHIM WITTs Leidenschaft und nun kommt ein weiteres, dieses Mal mit JASMIN TABATABAI. Ich muss gestehen, dass ich mich auf dem Album „Pop“ nicht so recht mit dem Lied anfreunden konnte, es gab bedeutend interessantere auf diesem grandiosen Tonträger, doch für die Single-Veröffentlichung hat man noch mal an dem Stück gearbeitet und es etwas gehaltvoller gemacht. War es vorher ein bisschen La-La-La, ist es nun ein Song, der eine Auskopplung verdient hat. Der Sound ist voller, ein bisschen tanzbarer (wobei das bei mir kein Qualitätskriterium ist) und ein bisschen atmosphärischer, ja fast sogar ein bisschen dunkler. Neben dem „Radio Remix“ gibt es dann (zum Vergleich?) noch mal den „Album Remix“ und einen „Club Remix“, wobei hier erwähnt werden muss, dass das Stück einfach nur für den Dancefloor aufbereitet wurde, aber trotzdem seine Reize behalten kann. Ein echter Knaller ist aber auch das bisher unveröffentlichte Stück „Zeit zu gehen“ und schliesst ein bisschen an „Bayreuth 2“ an mit einer Brücke zu „Pop“. Ich persönlich wünsche mir jetzt noch eine Maxi-CD von „Mein Freund der Baum“. (H.H.)


„Nur durch Druck entstehen Veränderungen“

Ein Interview mit Joachim Witt im Januar 2004…

Als ich im Büro erzählte, dass wir Joachim Witt interviewen würden, gab es zwei unterschiedliche Reaktionen bei den Leuten. Die einen wussten gleich Bescheid und sagten „ah, Goldener Reiter“ und die anderen blickten beim Hören des Namens verständnislos, bis sich dann bei meinem Hinweis „Neue Deutsche Welle – Goldener Reiter“ die Blicke wissend aufhellten. Wohl wenige gestandene Musiker, Herr Witt ist immerhin 30 Jahre im Geschäft, werden so klar mit einem einzigen Song in Verbindung gebracht. Dabei war „Goldner Reiter“ weder der beste, noch der erfolgreichste, da gab es immerhin vor ein paar Jahren „Die Flut“, sowie Meisterwerke wie „…Und Ich Lauf“, „Tri Tra Trullala“, „Ich hab´ Lust Auf Industrie“ oder „Kosmetik“, um nur mal die bekanntesten zu nennen.

Nun veröffentlicht Joachim Witt Ende Januar sein neues Album „Pop“, das nach dem eher durchwachsenen „Eisenherz“ wieder alles hat, was man an dem reifen Herrn seit Jahren liebt. Gute, deutschsprachige Texte, dunkel-poppige Ohrwurmmelodien, die nicht nach einmal Hören sofort wieder vergessen sind und eine gewisse wagnerianische Monumentalität, die allerdings nicht mehr so ausgeprägt ist, wie zu Zeiten der Alben „Bayreuth 1“ und „Bayreuth 2“. Nicht nur wegen der Stimme, die wohl unvergleichlich und unkopierbar ist, erkennt man Witt-Songs praktisch sofort.

„Pop“ enthält 13 neue Songs, darunter eine gelungene Coverversion von „Mein Freund Der Baum“ der Chansonette Alexandra und ein Duett mit der Schauspielerin Jasmin Tabatabai. Irgendwie sind alle Songs, einschließlich der Single „Für Den Moment“ eingängig, aber niemals oberflächlich und so ist der Albumtitel recht passend. „Mein Freund Der Baum“ klingt genau so, wie ich es von Witt erwartet hatte, also schon im Witt-typischen Stil, ohne aber den Geist des Originals zu zerstören. „Ich Will Mehr“ ist einer meiner Lieblingssongs auf dem Album. In den Strophen scheint beim Gesang eine Art Verzweiflung zu herrschen. „Immer Noch“ könnte problemlos eine Singleauskopplung mit Hitchancen werden, „Fluch Der Liebe“ dürfte vor allem die zahlreichen Grufties in der Fanschar zufrieden stellen und in den einschlägigen Clubs die Tanzflächen füllen. „Sag Was Du Willst“ ist eingängig, bleibt aber vor allem durch den leicht schrägen Frauengesang im Gedächtnis. „Später“ schließlich ist mein persönlicher Hit auf „Pop“ und würde in einer besseren Welt ein Top-10-Erfolg werden. So hat Joachim Witt einmal mehr ein Album geschaffen, das zwar durchaus kommerziell erfolgreichen werden sollte, aber doch sehr eigen und typisch ist. So soll das sein.

Wir hatten die Gelegenheit uns Mitte Januar 2004 gemütlich mit Joachim Witt zu unterhalten. Uns gegenüber saß ein freundlicher, sympathischer und sehr offener Mann, der gar nicht erst irgendwelche Starallüren aufblitzen ließ, obwohl es sein siebtes oder achtes Interview an diesem Tag war. In lockerer Atmosphäre konnten wir alles Fragen, was uns interessierte und erhielten interessante, ausführliche Antworten…

Back Again: Wie würdest jemandem mit 2-3 Sätzen das neue Album beschreiben, der es noch gehört hat? Was ist neu, was ist anders?

Joachim Witt: Neu sind nur Teilaspekte, dass ich mich gesanglich mehr ausprobiere und da mehr Facetten zeige. Sonst kann ich das selber schwer beurteilen. Ich habe nur das Gefühl, dass es von den Songs her eine gewisse Dichte hat, was ich nicht auf jedem Album erreichen konnte. Dieses Album hat eine ziemliche Dichte und darüber bin ich im Vorfeld auch schon ganz froh gewesen, denn so etwas kann man auch nicht so einfach abrufen. Entweder steht es so, oder es steht nicht. Und ich wüsste jetzt auch nicht, was ich, außer bei einigen technischen Frequenzdetails, noch verändern würde. Das Album ist so, wie ich es momentan machen kann. Besser kann ich es nicht.

Back Again: Es ist aber stilistisch keine extreme Veränderung zu den Vorgängern?

Joachim Witt: Das müssen andere beurteilen. Ihr kennt das Album ja auch. Veränderungen sehe ich nur darin, dass es vielleicht eine Idee gelassener ist, eine gewisse Art von Selbstverständlichkeit hat und relativ unverkrampft ist.

Back Again: Es ist auch weniger tanzbar geworden, als die Vorgängeralben.

Joachim Witt: Das kann sein. Ich finde „Eisenherz“ aber eher ein schwächeres Album, weil es nicht die Dichte hat. Da fielen ein paar Nummern so richtig aus, das konnte ich auch nicht ändern, das war einfach eine Stimmungssache und auch aus Provokation wie bei den Nummern „Steif“ und „Supergestört“. Die Nummern passten meines Erachtens nicht so zu dem Rest. Das Album ist nicht so rund, da habe ich mich ein bisschen zwischen die Stühle gesetzt, glaube ich. Die Leute, die „Bayreuth 1“ und „Bayreuth 2“ gut fanden, haben mit „Eisenherz“ schon ein effektives Teilproblem. Ich bin froh, dass ich sagen kann, dass das neue Album rund ist – wie auch immer und wen es auch immer anspricht. Aber ich habe dabei ein gutes Gefühl.

Back Again: Wie ist denn der Titel „Pop“ zu verstehen. Es ist ja nicht Pop im geläufigen Sinne wie Bro´Sis oder DJ Bobo. Muss man den auch irgendwie ironisch sehen, oder ist das Dein Verständnis von Pop?

Joachim Witt: Genau wie die „Bayreuth“-Serie einen provokativen Aspekt hatte, hat auch „Pop“ einen gewissen provokativen Aspekt. Obwohl ich grundsätzlich der Meinung, dass ich nie etwas anderes gemacht habe als Popmusik. Nur wenn Du den Mainstreampop zum Vergleich heranziehst, bewegt sich das doch auf einer anderen Schiene. Aber es gehört grundsätzlich in den Popbereich hinein, weil es Popularmusik ist. Insofern ist der Titel schon gerechtfertigt, aber nicht in dem Sinne, dass man erwarten würde, dass ich mich damit in Verbindung bringen würde. Gerade dieses Spiel macht es aber für mich wieder interessant.

Back Again: Popmusik mit deutschen Texten ist ja noch die Ausnahme. Wieso ziehst Du das so konsequent durch? Warum hat eines der Stücke dann einen englischen Titel?

Joachim Witt: Deutsche Popmusik ist ja sehr gebräuchlich geworden im Hip Hop-Bereich, da gibt es ja eine ganz breite Szene. Im Rockbereich ja eher weniger, das liegt aber alleine an der Formatgestaltung. Wenn ich sehe, wie in der Medienformatgestaltung der Rundfunksender, wo auf bestimmten Sendern Hip Hop auch sehr ausgeprägt gespielt wird, also der Schlager-Hip Hop, der ja auch oft deutsch ist, wie zum Beispiel bei N-Joy, wo das ja rauf und runter gespielt wird, da gibt es ja ein Forum und deshalb kommen da immer Bands nach, die deutschen Hip Hop machen. Aber es gibt für Rock-Deutsch oder Metal-Deutsch oder Keine-Ahnung-Deutsch oder wie auch immer, kein Forum und deshalb kommt da auch nichts nach und das muss man auch ändern. Wir führen derzeit auch Gespräche mit hoffentlich kompetenten Leuten, wo dieses Thema mal zur Chefsache gemacht wird, dass man bei den Öffentlich-Rechtlichen mal darüber nachdenkt, vielleicht bundesweites Jugendradio zu machen. Mir wäre am liebsten richtiges Formatradio. Wenn ich Metal hören will, drücke ich auf den Knopf und höre Metal von morgens bis abends, oder ich will Jazz hören und drücke den Jazzkanal. Dann habe ich das, was ich haben will und muss mir nicht den ganzen Müll anhören. Das hat mit der Struktur, der Sendestruktur, dem Förderalismus der Bundesländer zu tun. Es ist erstmal ganz furchtbar, da durchzusteigen, aber das müsste sich verändern.

Back Again: Das wäre natürlich nur Öffentlich-Rechtlich machbar.

Joachim Witt: Ja, klar, weil die anderen ja auf ihre Werbekunden angewiesen sind.

Back Again: Gibt es bei dem neuen Album inhaltlich ein durchgängiges Thema, ein Konzept oder  ist „Pop“ eine Songsammlung?

Joachim Witt: Es ist eine Songsammlung, wo jedes Stück für sich eine eigene Welt ist.

Back Again: Über welchen Zeitraum ist das entstanden?

Joachim Witt: Über ein Jahr.

Back Again: Du hast ja auch wieder mit Gastsängern zusammengearbeitet, wie z.B. Jasmin Tabatabai. Wonach wählst Du diese Gäste aus? Oder hast Du da gar nicht so viel Einfluss, weil Du das mit dem Management zusammen aussuchst? Oder kommen Leute auf Dich zu und sagen, sie würden gerne etwas mit Dir machen?

Joachim Witt: Nein, das ist alles aus meiner Idee heraus geboren. Wir hatten bezüglich Duett auch schon mit dem Management überlegt, weil einem zu Dritt oder zu Viert natürlich mehr Namen einfallen, als einem alleine. Es ist für mich immer reizvoll, mit jemandem etwas zusammen zu machen. Letztendlich habe ich mich entschlossen, Jasmin Tabatabai anzusprechen, weil ich sie auch kannte und ich fand diese Kombination ganz reizvoll.

Back Again: Es gibt ja auch dieses Mal eine Coverversion, nämlich „Mein Freund der Baum“. Wonach wählst Du so was aus? Ist das persönliche Vorliebe, weil Du das Lied magst?

Joachim Witt: Ja, nur nach persönlicher Vorliebe. Ich weiß, dass mich das Lied früher sehr beeindruckt hat und vor zwei Jahren habe ich das Lied mal wieder gehört und mir mal bewusst eine Alexandra-Platte aufgelegt, die einer Nachbarin gehörte, weil ich das Album gar nicht hatte. Und da fiel mir auf: „Ja, stimmt ja überhaupt, das ist ja ein Hammertitel“, jedenfalls für mich. Losgelöst von jeder Musikrichtungsideologie, die mich überhaupt nicht interessiert. Mich interessiert nur, was der Titel ausstrahlt und was er inhaltlich bringt. Das ist echt ein Hammer und deswegen wollte ich den unbedingt covern. Und dadurch ist das entstanden, völlig profan. Es ist für mich ein sportiver Ehrgeiz, Nummern in ihrer Originalstruktur nicht so zu verunstalten, dass es peinlich oder irgendwie komisch wirkt, sondern den Kern möglichst so zu lassen, wie er ist, die Ausstrahlung beizubehalten, aber ein neues Gewand zu schaffen. Und Alexandra bietet sich ja auch insofern ganz gut an, weil sie ja eine sehr tiefe Stimmfarbe hat, so ähnlich wie Zarah Leander damals.

Back Again: Könntest Du Dir vorstellen, auch von Zarah Leander mal was zu covern, wo Du den Namen erwähnst?

Joachim Witt: Ja, das kann ich mir auf jeden Fall vorstellen.

Back Again: Dann ist mir der Name des Songs „Draussen Vor Der Tür“ aufgefallen. Hat das was mit dem Stück von Wolfgang Borchert zu tun?

Joachim Witt: Das wurde ich auch schon öfter gefragt, verständlicherweise. Hat aber nichts damit zu tun. Aber da ich diese Zeile gut fand für diese Geschichte, die mich natürlich an dieses Stück von Wolfgang Borchert erinnert, fand ich auch, dass dies ein gutes Bindeglied ist, weil man ja den Titel kennt. Ich wusste, dass mich die Leute darauf ansprechen. Wenn ich so etwas konstruktiv einbauen kann, was ich ja auch gut finde, dann ist das irgendwie besser, wenn das auch noch einen anderen Bezug hat.

Back Again: Und es ist ja nicht der schlechteste Bezug, wie ich finde.

Joachim Witt: Finde ich auch.

Back Again: Das Cover ist ja sehr ungewöhnlich, wie ist das entstanden? Was steckt dahinter? Im ersten Moment erscheint es wie von einer Metalband oder eine Siebziger Jahre Rockband.

Joachim Witt: Wir haben sehr viel Wert gelegt auf das äußere Erscheinungsbild der CD, damit es wertig aussieht. Als ich den Titel „Pop“ aussuchte, fand ich, dass „Pop“ in Verbindung mit etwas anderem sein müsste. „Pop“ mit einem schwarzen Raben, so dass „Pop“ dadurch eine Bedeutung kriegt, die man so normalerweise nicht sehen würde. Der schwarze Rabe ist praktisch dieses provokante Element innerhalb dieser Begriffsführung. Damit war die Aufgabe gestellt und ein englischer Designer hat das Cover gemacht, weil er mir empfohlen wurde. Dann kam er mit diesem Logo und hat den Raben so eingearbeitet. Das ist die englische Auffassung, was sich ein Engländer unter meiner Musik und der Verbindung so vorstellt. Es ist ein bisschen gothicmäßig, es ist auch ein bisschen metalmäßig, aber man würde in diesem Zusammenhang ja das Wort „Pop“ nicht benutzen und das macht für mich den Reiz und das ist die Idee und der künstlerische Gedanke, der dahinter steht.

Back Again: Der Designer hatte also seine Freiheiten. Es war also nicht geplant, den alten Coverstil fortzuführen?

Joachim Witt: Wir wollten da jetzt auch einen ganz konkreten Schnitt machen.

Back Again: Du hegst Sympathien zu Attac, zu diesen Globalisierungskritikern. Welchen Bezug hast Du dahin und welchen Stellenwert hat Politik in Deinem Leben und in welcher Art? Und auf die Musik bezogen?

Joachim Witt: War immer wichtig und wird immer wichtiger. Da alles sehr nach Reformen schreit seit Jahren und da solche Interessengruppen wie Attac so etwas angeboten haben, was in ihrer Anfangszeit die Grünen angeboten haben, bzw. die ersten umwelttechnischen Interessengruppen, die Ende der Sechziger begonnen haben, wie ich das in Erinnerung habe. Und Attac ist eine außerparlamentarische Organisation, die ganz notwendig ist, um Dinge zu beobachten, die eventuell aus dem Ruder laufen können, damit eine nichtpatriarchalische Instanz da ist, als Netzwerk verstanden mit verschiedenen Gremien und Arbeitsgruppen, die auf spezialisierte politische Themen hinarbeitet und Alternativen und Lösungsmöglichkeiten anbietet. Das ist eine Sache, die unbedingt notwendig ist, um Anstöße zu geben und Druck von außen. Wenn es zum Beispiel um Reformen geht, um Globalisierungspolitik im Generellen geht und wie man mit Globalisierung umgeht, damit der Einzelne nicht darunter leidet. Das ist dieser menschliche Aspekt, das ist für mich das Wichtigste dabei. Insofern habe ich mich da angeschlossen, um mal Anstoß zu geben, mal auf die Seite zu gehen und zu gucken, was passiert und mich auch mal mit einzubringen, um nicht alles an mir vorüberrauschen zu lassen und dann ist man selbst der Dumme, nur weil man glaubt, nichts ausrichten zu können. Das stimmt aber nicht, die können sehr viel ausrichten. Es ist vielleicht nicht so, dass man konkrete Ergebnisse sieht, doch je mehr der Druck da ist und je mehr Leute sich da anschließen und da eine Kraft setzen, desto mehr muss man da auch drauf hören aus politischen Kreisen. Nur durch Druck entstehen Veränderungen, entweder durch Krisen oder durch Druck, das ist noch nie anders gewesen.

Back Again: Und wie verarbeitest Du so etwas in Deinen Songs?

Joachim Witt: Nicht offen, es ist aber schon angerissen. Sonst aber eher in Form einer Geisteshaltung, die da hinter steht.

Back Again: Zum Glück bist Du kein Musiker, der sagt, er sei unpolitisch. Da gibt es leider sehr viele, die sagen, sie wollen mit Politik gar nichts zu tun haben und das ihre Meinungen niemanden etwas angehen.

Joachim Witt: Ich halte so etwas für sehr gefährlich. Ich bin politisch neutral, ich gehöre keiner politischen Partei an. Ich bezeichne Attac nicht als politische Partei. Ich halte es für sehr gefährlich, sich da raus zu halten.

Back Again: Finde ich sehr positiv. Zurück zur Musik. Gibt es in Deiner Karriere Lieblingssongs?

Joachim Witt: Von meinen eigenen Titeln?

Back Again: Ja, von Dir selbst, gerade auch auf das neue Album bezogen.

Joachim Witt: „Ich will mehr“, „Für den Moment“, was auch die Single wird, „Später“ und natürlich „Mein Freund der Baum“. Bei „You Make Me Wonder“ ist nur die Frontzeile übrigens englisch, der Text ist in Deutsch. Ich fand das eine wunderbare Art von Debilität bei dieser Geschichte. Bei dieser Geschichte, die da abläuft, fand ich diesen englischen Satz in diesem Zusammenhang so skurril. Aus den Liedern von früher fand ich „Sonne hat sie gesagt“ und „Meine Nerven“ gut. Und auch das Album „Mit Rucksack und Harpune“ fand ich sehr stimmig, doch leider fiel das in ein tiefes Medienloch, weil zu dieser Zeit keiner etwas mit den Leuten zu tun haben wollten, die in irgendeiner Form mit der NDW in Verbindung standen. Von dem Album fand ich „Sahib“ klasse.

Back Again: Seit „Bayreuth 1“ warst Du nur noch Witt, jetzt kommt wieder das Joachim dazu. Wie ist dies zu verstehen?

Joachim Witt: Das war konzeptionell so gedacht, weil ich dachte, dass „Witt“ einfach monumentaler ist, irgendwie wie ein Manifest. Das fand ich ganz reizvoll, wie mit der Faust. Dies ist jetzt mehr die ausgestreckte Hand. Damals war es eine Art aggressive Anklage und jetzt ist es das Bemühtsein, etwas zu bewegen und die Hand zu reichen.

Back Again: Zur Vergangenheit. Du bist 30 Jahre musikalisch aktiv und wenn man Witt sagt, kommt sofort den Leuten „Goldener Reiter“ in den Sinn. Wie ist das, wenn man von der Masse der Leute auf ein oder zwei Songs, wenn man „Die Flut“ mitrechnet, reduziert wird?

Joachim Witt: Dann hat man zwei Riesenhits gehabt und das ist auch okay. Wenn ich jetzt keinen gehabt hätte, dann wäre das, was ich wirklich gemacht hätte in meinem Leben, auch nicht schlecht gewesen. Dafür habe ich letztendlich ja auch andere Strecken in Kauf genommen, die dann weniger witzig waren.

Back Again: Also, es ist nicht frustrierend, wenn den Leuten bei Witt sofort „Goldener Reiter“ in den Sinn kommt...Beim ersten Album ist mir der Titel „Ich hab Lust auf Industrie“ aufgefallen. Zur gleichen Zeit kamen Die Krupps mit „Stahlwerkssinfonie“, die Neubauten, wieso wurde zu dieser Zeit diese Industrieromantik so beschworen?

Joachim Witt: Das war Zeitgeist. Der Fluch der Industrialisierung, der negativen Auswüchse der Industrialisierung, die oft karikiert wurden. Das war irgendwie Zeitgeist und das haben andere wohl auch so gesehen. Wir wussten ja gar nichts voneinander.

Back Again: Wo kamen bei den alten Alben „Silberblick“ und „Edelweiss“ die musikalischen Einflüsse her?

Joachim Witt: Also, beeinflusst bin ich gewesen durch Can, eine Überband für mich, ich hatte auch einen starken Bezug zu Bowie und einen starken Bezug zu Roxy Music. Das sind dann so Einflüsse, die ich neben meiner eigenen Befindlichkeit verarbeitet habe.

Back Again: Für wie wichtig hältst Du für Dich persönlich die neuen Medien wie Internet, CD-R, DVD, CD-Brenner. Inwiefern beeinflusst das Deine Arbeit?

Joachim Witt: Extrem wichtig! Ich wickle alles über das Internet ab, meine ganze Post und so weiter. Das ist für mich fester Bestandteil meines Alltags und das ist für mich zum Beispiel ein Globalisierungseffekt, denn ich absolut positiv finde. Die Gesamtvernetzung über den Erdball, das ist das Bahn brechendste überhaupt, was es in der letzten Zeit gegeben hat, weil man die Möglichkeit hat, andere Kulturen kennen zu lernen, oder auch praktisch aus dem Moment heraus, aus dem Stehgreif heraus, einen Menschen in Australien zu kontakten. Oder in Sibirien, obwohl da die Computer wohl weniger vertreten sind. Aber man hat solch riesige Möglichkeiten und dadurch sind der Meinungsaustausch und die Informationsflut so konzentriert. Man kann sich über alles informieren und muss nicht blind alles glauben, es kann einem keiner mehr einfach nur Müll erzählen. Man kann alles nachprüfen, was früher sehr mühsam war durch Bibliotheken und ähnlichem und heute tippt man nur ein Stichwort in eine Suchmaschine ein. Das ist Bahn brechend, finde ich klasse.

Back Again: Aber ist das nicht ein Widerspruch mit dieser Industriegeschichte, die ja auch mit Fortschritt zu tun hatte, was man damals negativ gesehen hat.

Joachim Witt: Was man damals negativ gesehen hat, ja. Aber ich finde gerade auf dieser Ebene den Austausch der Kulturen sehr interessant. Und extrem wichtig.

Back Again: Hat das Einfluss auf Deine Musik?

Joachim Witt: Brenner brauche ich beruflich, um meine Daten zu sicher. Auch wenn ich mit anderen Musikern arbeite, tausche ich mich mit anderen Musikern über CDs aus. Für mich ist das von absoluter Wichtigkeit, so zu arbeiten.

Back Again: Du setzt Dich ja auch sehr gegen Raubkopiererei, Piraterie etc ein…

Joachim Witt: Ja, es ist so unbedacht, so kurzsichtig. Natürlich würde mich am Anfang auch die Schlecker-Mentalität locken – möglichst alles umsonst – und was ich nicht umsonst kriege, hole ich mir umsonst. Das ist natürlich sehr kurzsichtig, weil dadurch eine ganze Kultur in Frage gestellt wird. Das ist ein Berufsstand, so wie ein Tischler oder sonst was, und wenn der nicht mehr bezahlt wird, dann liegt er am Boden und dann ist Schluss. Die Raubkopierer glauben, sie schädigen die Industrie, was man ja auch tut, nur die Künstler sind ja die Säulen dieser Industrie, ohne die Künstler wären die gar nicht da. Diese ganzen Zusammenhänge sind da gar nicht im Bewusstsein, dass sie damit die ganze kulturelle Unterfütterung und auch die ganze Nachkommenschaft der Künstler und neuer Bands unterbinden, die dann in dieser Form einfach nicht mehr stattfinden kann. Im Ernstfall gibt es dann nur noch ganz begrenzt Musik. Irgendwann. Das ist natürlich visionär, aber das ist eine ganz krasse Entwicklung. Ich hatte ja mal die ganze Heise.de-Gemeinde am Hals, als ich mal gesagt hatte, dass das Terroristen für mich sind. Mittlerweile wird ja aber auch schon in Werbekampagnen der Raubkopierer als Verbrecher betitelt. Das kommt zwar von der Filmindustrie, aber das Prinzip ist ja das gleiche. Die von Heise.de wollen das auch einfach nicht begreifen. Für mich sind das einfach nur Abgreifer. Die machen alle einen unheimlich intellektuellen Zirkus um nichts und haben es anscheinend noch nicht begriffen, welche Auswirkungen das hat. Und das ist unheimlich egoistisch. Ich habe aber trotzdem die gesamte CD ohne Kopierschutz gemacht, was vor allem den Grund hat, dass die Kopierschutzverfahren so schlecht sind, dass man es einfach nicht anbieten kann. Ich bin froh, dass ich jetzt unabhängig bin und selbst bestimmen kann, ob ich einen Kopierschutz habe, oder nicht. Das hätte ich bei der Sony nicht, bei der Universal auch nicht. Die CD hat also keinen Schutz, ich möchte gerne, dass die Leute in der Lage sind, diese CD auch im Auto zu hören und auf ihrer Stereoanlage, die 15 Jahre alt ist. Das ist mir wichtig und da habe ich bei Manfred Schütz bei SPV auch offene Türen eingerannt, der ist der gleichen Meinung. Wenn es ein wirklich ausgereiftes System geben würde, und dass gewährleistet sein würde, dass jede CD 9,99 Euro oder 9,80 Euro kosten würde, dann wäre das ein Argument. Aber in dieser Situation ist das kein Argument. Ich wollte „Pop“ billiger auf den Markt bringen, ich wollte sie unter 10 Euro haben. Das Thema war aber innerhalb einer Stunde vom Tisch, weil die Händler sie trotzdem zum selben Preis verkaufen würden, wie alle anderen CDs. Dann bin ich der Angeschissene und die streichen sich die Differenz ein. Ich habe damit gar nichts bewirkt. Es geht nur über eine andere Ebene, bei der man sich insgesamt einig ist, dass man die Preise runtersetzt und der Handel hat diese Vereinbarung auch mit den Firmen und mit den Majors einzuhalten. Anders geht das nicht, ist leider so. Aber es ist da Bewegung drin und innerhalb des Jahres wird da noch was passieren.

Back Again: Wie geht es nach „Pop“ weiter?

Joachim Witt: Erstmal wollte ich eine Tournee im Mai in Hamburg, Berlin Dresden, Leipzig und Hannover machen und dann wollte ich versuchen, auf ein paar Festivals zu spielen im Sommer. Falls die CD gut laufen sollte, machen wir noch eine Tournee im Herbst, eine richtig ausgiebige.

Back Again: Die Fans dürfen also noch einiges erhoffen?

Joachim Witt: Ja, ich bewege mich langsam auf das zu, was ich noch kann (lacht).

Back Again: Wie wird die Mai-Tournee aussehen? Wird es wieder im Stil wie in der Hamburger Musikhalle werden mit Streichern und so weiter?

Joachim Witt: Mit Streichern wohl in diesem Falle nicht, denn ich werde in erster Linie „Pop“ vorstellen und die Streicher, die wir dort haben und die wir bei anderen Titeln spielen, lassen sich anders lösen. Also durch Keyboards.

Back Again: Es wird also wieder in Clubs stattfinden und nicht in Konzerthallen?

Joachim Witt: Wenn mit der CD jetzt alle Pferde durchgehen und das plötzlich jeden interessiert, dann überlegt man sich so etwas. Momentan sieht es aber danach aus, dass man Clubs zwischen 900 und 1.200 Leuten nimmt.

Back Again: Dann haben wir noch eine Frage, die uns persönlich interessiert. Mitte der 90er Jahre warst Du mal bei Peter Ehrlich im Offenen Kanal Hamburg. Der ist ja vor einiger Zeit leider verstorben. Wie kam dieser Kontakt zustande? Zu dieser Zeit warst Du ja nicht so im Vordergrund, das war ja noch vor „Die Flut“, wo das große Comeback dann kam.

Joachim Witt: Wie kam das zustande? Ich glaube, ich habe ihn auf irgendeiner Party mal kennen gelernt. Da hat er mich angesprochen und gesagt „Hey, hast Du mal Lust, zu meiner Sendung zu kommen?“, wie er denn halt immer so war. Ein ganz lockerer Kerl. Ich kannte die Sendung auch und so kam das zustande. Wir hatten uns vorher schon mal gesehen in der Prinzenbar und nach der Sendung hatten wir erstmal keinen Kontakt mehr. Dann hatte ich ihn wieder gesehen in so einem Second Hand Laden, den er gemacht hat.

Back Again: Haben wir was Wichtiges vergessen zu fragen oder möchtest Du noch etwas mitteilen?

Joachim Witt: Nee, ich denke nicht. Ihr schreibt da schon, was Euch gefällt.

Back Again: Nöö, wir schreiben das, was Du gesagt hast.

Was hiermit geschehen ist…wir danken Joachim Witt  herzlich für das Interview, das uns besonders als Fans (und nicht als professionelle Musikjournalisten) Spaß gemacht hat. (A.P. / H.H.)


WITT – Live in der Berliner Philharmonie (DVD 11.2002)

(Sony)

Da ging doch glatt ein kleiner Traum für mich in Erfüllung. Nach dem grandiosen Konzert in der Hamburger Musikhalle habe ich mir immer eine Live-CD gewünscht mit all den Titel. Das nun sogar eine DVD auf den Markt kommt, übersteigt natürlich alle Erwartungen und es handelt sich tatsächlich um ein Konzert aus genau dieser Konzertreihe aus dem Jahre 2002. Das ist deshalb so besonders erwähnenswert, weil WITT hier mit einem erweiterten Ensemble musiziert, bei welchem sich auch einige Streichinstrument-Betätiger befinden. 18 Songs gibt er zum Besten, Songs seiner CDs „Bayreuth 1“ und „Bayreuth 2“ sowie als Zugabe absolut tolle Versionen von „Goldener Reiter“, „Kosmetik“ und „Tri Tra Trullala“. Zu allen Songs kann man sich per „Key-Mode“ zu Joachim Witt beamen, der zu jedem Song ein paar Informationen zu verkünden weiß. Dazu gibt es dann noch eine recht ausführliche Biographie sowie eine Diskographie, hier allerdings nur die letzten drei Alben, was dieser Blödsinn soll, erschliesst sich mir nicht. Distanziert sich Herr Witt von seinen alten Sachen so sehr, dass er sie nicht einmal erwähnt haben möchte? Dann kommt noch eine schöne Sektion mit einigen Musikvideos, genaugenommen „Die Flut“, „Bataillon d´amour“, „Und...ich lauf“, „Das geht tief“ und „Stay?“. Es fehlt das gute Video zu „Eisenherz“, aber da ja eh nur Songs bis inklusive 2001 präsentiert werden, ist das halbwegs nachvollziehbar. Dann gibt es noch eine Fotogalerie mit Fotos neuerem Datums und ganz viele Interviews. Dabei sieht man zum Beispiel, wie Joachim Witt Infos gibt über das Konzert in der Berliner Philharmonie (1:38 Min.), zum Thema „Musik als Berufung“ (3:14 Min.) und über die Entstehung seiner Lieder (1:38 Min.), die Bedeutung seiner Arbeit (2:11 Min.), über sich selbst als Künstler und Privatmensch (2:38 Min.), über Werte in seinem Leben (2:29 Min.), über seine Entwicklung seit der Begegnung mit Nadja (5:48 Min.) und über seine Fans (1:03 Min.). Das ist schon mal eine ganz tolle CD, doch jetzt würde ich mich freuen, wenn es noch eine CD gäbe mit altem Material, komplett von Anfang an bis zum Comeback, aber ich glaube, da können wir lange drauf warten, wenn Joachim Witt sich seiner alten Sachen so schämt, dass er sie nicht einmal in der Discographie erwähnt. (H.H.)


WITT – Supergestört und Superversaut (MCD 14.10.2002)

(Columbia/Sony Music)

Nun folgt also auch die zweite Auskopplung aus dem Album “Eisenherz”. WITT hat sich hierbei das tanzbarste Stück der CD ausgesucht, nämlich „Supergestört und superversaut“, welches Fans sehr oft mit dem NDW-Klassiker „Herbergsvater“ vergleichen. Was erstaunt, ist die Tatsache, dass keine neue Version von WITT die Single-Mischung ist, sondern ein Remix von OOMPH. Dies war von vornherein nicht so geplant, aber JOACHIM WITT gefiel der Mix so sehr, dass es sie als offizielle Single-Version nimmt. Für mich persönlich ist das keine tolle Wahl, denn diese recht harte Mix mit harten Gitarren passt nicht recht ins WITT-Universum. Die anderen Mixe dann wieder schon. Der zweite, von WARP ACHT erinnert stark an die Album-Version, die dann auch sogleich als dritter Song auf der CD enthalten ist. Zuletzt gibt es dann noch eine recht technoide Mischung, noch einmal von WARP ACHT. Ich persönlich finde die Album-Version immer noch am besten, wahrscheinlich, weil sie am minimalsten und am treibendsten ist. Als nächstes freuen wir uns aber erstmal auf die WITT-Live-DVD. (H.H.)


WITT – Eisenherz - Album (CD 27.05.2002)

(Epic/Sony Music)

Dieses Mal hat Herr WITT sich nicht so lange Zeit gelassen und ein neues Album auf den Markt geworfen. Gottseidank. Seine Musik fand ich schon immer klasse und ich habe sie im Laufe seiner Karriere stetig verfolgt. Seit „Bayreuth Eins“ gehört er allerdings zusammen mit „THE CURE“ zu meinen absoluten Lieblingskünstlern und deshalb ist es für mich immer mehr als eine Freude, einen neuen Tonträger in den Händen zu halten. Es beginnt mit der Auskopplung und dem Titelstück „Eisenherz“, zu welchem es übrigens ein tolles Video gibt. „Freundschaft“ ist mir leider ein bisschen zu schlagerartig geworden, „Wie oft muss ich noch sterben?“ tritt in die gleichen Fußstapfen, hat aber Potenzial, als Single zu erscheinen. „Supergestört und superversaut“ glänzt mit einem schweren, wummernden Rhythmus und einer recht monotonen, aber ansprechenden Hookline, die irgendwie ein bisschen an „Herbergsvater“ erinnert. „Ich bin schwul“ hat einen schönen Text, „Steif“ klingt nach alten NDW-Zeiten und „Du wirst niemals meine Tränen in dir sehen“, „Fliegen“ und „Wie ein Schrei“ sind ebenfalls sehr melodisch geworden. Überhaupt muss man abschließend sagen, dass die CD mehr Schlager als Rock ist und „Bayreuth 2“ in diesem Sinne nicht fortführt. Es fehlen die Streicher und die monumentalen Klangteppiche sowie die tanzbaren Rhythmen von „Bayreuth 1“. Von jedem nimmt WITT etwas und macht daraus einen neuen Mix. Ich muss sagen, dass mich das neue Werk auf Anhieb (immerhin bereits zum vierten Male gehört) nicht so überzeugt wie „Bayreuth 2“, aber trotzdem immer noch ein überdurchschnittliches, durchweg gelungenes und vor tollen Ideen strotzendes Album ist.  (H.H.)


WITT – Eisenherz (MCD 2002)

(Epic/Sony Music)

JOACHIM WITT fand ich schon immer sehr genial, doch seit “Bayreuth 1” hat sich der Barde bis auf Platz 2 meiner derzeitigen Lieblingsmusiker geschoben (nach The Cure). Nachdem mein Favorite-Song 2001 von WITT kam, es war der Song „Dann warst du da“ und das Konzert 2001 in der Hamburger Musikhalle zu dem großartigsten gehörte, was ich live bislang zu sehen bekam, war ich schon lange gespannt auf „Bayreuth 3“. Nun stellt sich heraus, dass das Album nicht so heißen wird, aber das ist eigentlich auch egal. Es wird „Eisenherz“ heißen, genau wie die erste Auskopplung. „Eisenherz“ ist ein sehr tanzbarer Song, wie wir ihn inzwischen von Herrn WITT gewohnt sind. Musikalisch hat sich eigentlich nichts geändert, die Instrumentierung ist immer noch gewohnt, relativ hart, aber höchst melodisch und der Text ist auch ein WITTscher Selbstgänger. Der Song gehört sicherlich nicht zu dem besten, was er bislang herausgebracht hat, aber solider Durchschnitt, den man auch öfters anhören kann. Es beginnt mit der Single-Version, danach folgt eine more danceable-Version, auch der „EBG Mix“ ist äußerst tanzbar und treibend, verzichtet aber auf Techno-Rhythmen, hat eher NDW-Klänge in sich. Gefällt mir sehr gut. Der „toktok Remix“ ist eher experimenteller Natur, hat aber auch seine Reize, da er einen krachigen Touch hat und mit einem interessanten Schlagzeug aufwarten kann. Es folgt eine verlängerte Version des Stückes und dann noch ein weiteres brandneues Stück namens „Und die Blumen sind erfroren“, ein typisches Bonuslied für eine Maxi-CD, das nicht auf ein Album gepasst hätte. Ist aber nicht schlecht, vor allem von der Instrumentierung her. Alles in allem sicherlich keine Offenbarung, doch immer noch um Meilen den oberflächlichen Veröffentlichungen anderer Bands und Gesangsgruppen der heutigen Zeit. Ich jedenfalls freue mich schon jetzt auf das Album und hoffe, dass die Tour dieses Jahr nicht nur durch Ostclubs führt, sondern auch mal wieder nach Hamburg. (H.H.)


JOACHIM WITT – Stay? (MCD Mai 2001)

(Epic/Sony Music)

Ich muß zugeben, daß ich ein wenig enttäuscht war, als ich die neue Maxi-CD von JOACHIM WITT im Regal vom Media Markt sah. Ich hatte so gehofft und inständig gebetet, daß er das Lied “Dann warst du da” auskoppeln würde. Der Song hat bei mir nämlich gute Chancen, das Lied 2001 zu werden und dann sowas... “Nur” eine Maxi-CD von “Stay”. Na gut, wir sind glücklich über alles, was dieser Ausnahmemusiker veröffentlicht und “Stay” ist ja auch ganz nett. Es beginnt mit dem “Radio Edit”, welcher etwas rauher und kantiger als die Album-Version ist. Im Prinzip hätte diese Version auf die LP gemusst und die Album-Version ausgekoppelt werden müssen, um ein wenig Hitparaden-kompatibler zu sein. Gut, ich persönlich finde aber, daß die neue Version durch ihre etwas unsoftere Art besser ist, als die Albumfassung. Danach folgt noch einmal das gleiche Lied, nur in Englisch gesungen und dann kommt der sogenannte “Teamsilvaracing Remix” des Stückes. Recht wavig geworden mit ganz leichten The Glove-„Relax“-Anklängen. Die „Transrapid Version“ von „Die Flucht“ ist auch recht langatmig geworden und toppt die Album-Version nicht und die Live-Version von „Die Flut“ kommt auch irgendwie recht lahm rüber. Wer WITT auf seiner 2001-Tour live gesehen hat, weiß, daß er anders kann. Irgendwie schade. Ich hoffe allerdings, daß er nochmal ein Live-Album seiner Tour herausbringt, das wäre ein echter Knüller. (H.H.)


WITT / LINIENTREU Live 28.02.2001 Hamburg Musikhalle

Schön, wenn man die Helden seiner Jugend mal live sehen kann, noch schöner, wenn die nicht nur ein unzeitgemäßes Best Of Programm runterspulen, das im schlimmsten Falle auch noch "modernisiert" wurde, sondern mit gutem neuen Material auch nach fast zwei Jahrzehnten noch überzeugen. WITT ist so ein Held meiner Jugend, hat er doch mit "Goldener Reiter", "Herbergsvater" und "Kosmetik" einige geniale NDW Hymnen geschaffen, die immer aus dem Schlager-NDW-Einheitsbrei herausgeragt haben. Mit "Die Flut" hatte er vor ein paar Jahren ein grandioses Comeback und auch sein Album "Bayreuth 1" war leidlich erfolgreich.

Nun also die Tour zu "Bayreuth 2" mit einem Stop in der Hamburger Musikhalle, einer echten Konzerthalle, in der sonst hauptsächlich klassische Aufführungen stattfinden. Das Ambiente passte irgendwie und es war eigentlich schön, die Musik im Sitzen auf sich wirken zu lassen, ohne immer in Drängeleien vor der Bühne verwickelt zu sein. Gerade, weil ich vom neuen Material noch nicht so viel kannte. Zunächst jedoch betraten um 20.45 Uhr LINIENTREU aus Berlin die Bühne, die gerade ihre aktuelle Single "Sind Freunde Elektrisch" veröffentlicht haben. Als Begleitband für WITT sollen sie wohl schon mal ordentlich gepusht werden, bevor in Kürze das Album erscheint. Die sieben Musiker haben auf der Bühne ordentlich losgerockt. Ihre Musik ist irgendwie auch ziemlich wavig und verfügt über zuckersüße Pop-Melodien vom allerfeinsten, trotz der Lautstärke und dem eher mäßigen Sound. Besonders die ersten beiden Songs waren wirklich gut, danach gab es ein paar Längen und nach einer guten halben Stunde musste die Band die Bühne schon wieder verlassen, hat aber Appetit auf mehr gemacht. Besser kommt die Band sicherlich in einem kleinen, verrauchten Club, aber ich denke, die Gelegenheit wird sich auch bald mal ergeben. Mit etwas Glück könnten LINIENTREU wirklich zu einem großen Ding werden.

Nach einer kurzen Umbaupause wurde auf der Bühne dann der Videoclip zur aktuellen WITT Single "Bataillon D´Amour" gezeigt, übrigens eine Coverversion des Klassikers der DDR-Band Silly. Während danach ein paar Bühnenmenschen ziemlich unbeholfen die Leinwand von der Bühne entfernten, kamen nach und nach die Musiker auf die selbige, vier Cellisten, ein Keyboarder, ein Schlagzeuger, ein Bassist und sage und schreibe drei Gitarristen und schlußendlich der Meister WITT selbst. In den folgenden knapp 2 Stunden legte die Band leider mit nicht so tollem Sound, eine coole Show hin, inkl. aller Hits von den "Bayreuth 1 + 2" Alben. Teilweise war der Sound recht monumental (durch die Streicher) und brachial (durch die drei Gitarren). WITT´s Gesang war leider nicht immer gut zu verstehen und auch seine Gastsängerin/-tänzerin bei zwei Songs war kaum zu verstehen. Je länger das Konzert lief, umso mehr hatte ich das Gefühl, daß viele Songs doch recht ähnlich klangen. Der Sänger selbst lockerte die Atmosphäre zwischen den Songs immer wieder mit coolen Sprüchen auf und bewies, daß er eine angenehm zynische Art an sich hat, was für manchen Lacher gut war (z.B. über "harte" Oberlippenbartträger, der Angesprochene wollte bestimmt vor Scham im Boden versinken). Irgendwann kam als Gast dann die Sängerin von X-Perience auf die Bühne und trällerte ein Lied mit WITT, daß auch als Single erhältlich ist, aber eigentlich recht übel war. Dann kam der letzte Song, ein bißchen Zugabegerufe und die ersten beiden Zugaben, u.a. "Die Flut", leider ohne Mitsänger Peter Heppner. Dessen Part wurde gelungen von einem Gitarristen übernommen. Danach wieder Geklatsche und Gerufe und tatsächlich kam die Band (jetzt ohne Cellisten) auf die Bühne und legte eine brachiale Version von "Goldener Reiter" hin, die das Publikum zu Begeisterungsstürmen, Mitklatschen und Mitsingen hinriß. Danach dann ein grandioses Medley aus "Kosmetik" und "Herbergsvater", was mir noch mehr Freude bereitete. Ich muß zugeben, daß es irgendwie schön war, die Lieder zu hören, obwohl sie nicht zu dem neueren Material passen und sicherlich eher ein Kompromiss für die Fans waren. Ich hätte kein Problem damit gehabt, wenn die Lieder nicht dabei gewesen wären, aber so war es auch okay und wenigstens keine peinliche Selbstkopie. So ging das Publikum in der bei weitem nicht ausverkauften Musikhalle seines Weges und ich hatte das Gefühl, daß alle sehr zufrieden waren, wie ich auch. Ein sehr schöner Konzertabend! (A.P.)


JOACHIM WITT - Bayreuth zwei (CD 2000)

(Epic/Sony)

Da ist dann nun auch der Longplayer. Die Musik hat sich gegenüber "Bayreuth eins" etwas geändert. Haben auf dem 1998er-Album noch Songs vorgeherrscht, die man musikalisch wohl am ehesten mit RAMMSTEIN vergleichen könnte und dementsprechend kraftvoll und treibend sind, sind auf dem 2000er-Album die Songs eher ruhiger gehalten. Harte Gitarren gibt es fast gar nicht mehr, sehr oft ist ein Cello zu hören. Ich hätte gedacht und auch fast gehofft, daß das neue Album so wird, wie die Auskopplungen aus "Bayreuth eins", denn die Versionen von "...und ich lauf" sowie "Das geht tief" sind extrem kräftige, harte Tracks mit vollem Schlagzeug und  Wagnerischen Orchesterparts, doch es ist anders gekommen. 

Es beginnt mit der Auskopplung "Bataillon D´Amour", bei dem es sich übrigens um eine Coverversion der DDR-Band SILLY handelt. "Stay" ist eines der tollsten Stücke der CD und hat einen einfachen, sehr eingängigen Refrain und eine wunderbare Begleitung. "Der Sturm" erinnert etwas an die Spätachtziger-Stücke von WITT und hat einen eher witzigen Refrain im Schlager-NDW-Stil. "In tiefer Nacht" ist auch sehr schlagermäßig, fast schon parodistisch kitschig, hätte eigentlich auch auf die "Märchenblau"-Platte gepasst. "Jetzt und ehedem" ist ein Überbleibsel von "Bayreuth eins", was man stilistisch auch merkt, denn hier geht es mehr zur Sache, als bei allen anderen Tracks.  "Kyrie eleison! (Der Mönch)" ist ein Lied über einen Mönch, der mit seinem Zölibat nicht zurechtkommt. Der Text dazu war angeblich ursprünglich etwas direkter und "schamloser", doch wurde etwas entschärft. "Dann warst du da" ist ähnlich wie "Der Sturm" versehen mit einem NDW-artigen Refrain, fast schon Gute-Laune. Auch "Hey - Hey (Was für ein Morgen!)" tritt in diese Fußstapfen und erinnert mich ein wenig an "Rucksack-Idiot". "Die Flucht" bietet irgendwie orientalische Klänge, ist aber definitiv das schlechteste Stück der CD. Das Abschlußlied "Über den Ozean" bietet dann noch ein darkwaviges Schlagerstück, wo auch die gute Dame aus "...und ich lauf" wieder etwas sagen darf. Textlich ist WITT mal wieder etwas umstritten, jedenfalls wird nicht jeder seine Aussagen verstehen (wollen), doch wenn man sich etwas damit auseinandersetzt, hat man auch hier ein Erlebnis und schöne Augenblick.

"Bayreuth zwei" ist im Ganzen gesehen ein sehr vielseitiges Werk und man kann es einfach nur mit dem Wort "wunderschön" beschreiben. So hat das Jahr 2000 dann doch noch einen krönenden Abschluß gefunden. (H.H.)


JOACHIM WITT - Bataillon D´Amour (MCD 2000)

(Epic/Sony)

Lange, lange, lange hat es gedauert. Eines kann man Joachim Witt ganz sicher nicht vorwerfen: Nämlich einen Schnellschuß auf den Markt zu werfen. Ursprünglich sollte das neue Material nämlich schon im Herbst 1999 veröffentlicht werden, wurde dann auf März verschoben und nun im Dezember 2000 kommt es dann endlich. Eines muß man gleich vorweg sagen: Es ist keine Überraschung, die einen hier erwartet, aber auch kein radiokompatibler Song wie "Die Flut". Es dominieren Geigen und eine ruhige, düstere Witt-Stimme. Der "Apocalyptica Remix" ist instrumental und hier dominieren die Geigen. Das ist wirklich wunderschön anzuhören und die elektrischen Gitarren am Ende bieten einen perfekten Climax. Der "Heiko Maile Remix" ist eher tanzbar-trancig und weckt ganz leichte Kraftwerk-Assoziationen mit Robert Miles-Klaviersounds. Der "On Remix" am Ende hat nette Parts, ist aber sonst eher ein etwas unnötiger Mix, der höchstens was für Clubs ist. Alles in allem kein richtig rauschendes Comeback, aber lassen wir uns überraschen, wie der Longplayer wird. (H.H.)


JOACHIM WITT - Das geht tief (MCD 1999)

(Zeitbombe/Strangeway Records/Sony)

Und ich hab´s doch geahnt. „Das geht tief" ist die nächste Maxi des Künstlers JOACHIM WITT und das, obwohl das Stück 1997 schon einmal als Maxi erschienen ist. Gottseidank gibt es hier neue Versionen des Stückes zu hören und die neue „Radio-Mischung" ist auch tatsächlich die bislang beste Version des Stückes, monumentaler denn je und mit Wagnerischen Streichern wie in „Und...ich lauf". Desweiteren gibt es dann noch die typische „Album-Version" und eine „Delgado-Mischung" und eine „Wolfgang-Flür-Mischung". JOACHIM WITT hat mit seinem Album „Bayreuth 1" ein tolles Album hingelegt, doch die neuen Radio-Mischungen seiner Songs sind noch weitaus besser und lassen die Album-Versionen in Sachen Monumentalität und Fülle hintenanstehen. Fazit: „Das geht tief" darf in  der Sammlung auf keinen Fall fehlen! (H.H.)


JOACHIM WITT - Und...ich lauf (MCD)

(Zeitbombe/Strangeway Records/Sony)

Auch der Nachfolger von „Die Flut" kann absolut überzeugen. Wer hätte das gedacht, daß JOACHIM WITT noch einmal derart aufdrehen könnte und, was noch viel erstaunlicher ist, damit absoluten kommerziellen Erfolg hat mit Musik, die nun charttechnisch neben Backstreetboys und Bailando und anderen imagelosen Bands/ Projekten/Songs nun wirklich heraussticht. Zu gönnen ist es WITT schon, obwohl es doch ein bißchen komisch wirkt, wenn WITT durch die Backstageräume von Pop Of The Tops hopst und in die Kamera raunt „Nach der Werbung bin ich dran".  Oder wenn ein blutjunges Mädelpublikum zu Texten wie „Die Welt, blutverschmierte, macht die Seele mir wund" breit lächelnd den Rhythmus klatscht. Zu dieser Single muß ich übrigens noch sagen, daß es sich für die Besitzer der LP „Bayreuth 1" definitiv lohnt, diese Maxi-CD auch noch zu kaufen, denn die neue Single-Mischung ist weitaus kraftvoller und feinsinniger als die Version auf dem Album. Außerdem können sogar diesmal die Mixe überzeugen, die übrigens diesmal von OOMPF und ETERNAL BASEMENT stammen (letzterer Mix ist aber dann doch nicht in die Genialitätsskala einzustufen). Alles in allem läßt sich sagen, daß „Und...ich lauf" mich genauso fasziniert wie „Die Flut" (die man ja inzwischen aber eigentlich kaum noch hören mag). Zu dem WITT-Livekonzert 1997 läßt sich auch noch sagen, daß die Stimmung fantastisch war, die Leute aber vergeblich darauf gewartet haben, alte Klassiker zu hören (was für Kenner eigentlich hätte logisch sein müssen). Einzig eine gute und wirklich fast original klingende Version vom „Herbergsvater" und eine Version von „Strenges Mädchen". Den „Goldenen Reiter" hat WITT dann am Ende des Konzertes nur vom Publikum singen lassen.  Wenn „Liebe und Zorn" nicht schon auf der „Das geht tief"-Maxi erschienen wäre, hätte ich gewettet, daß das die nächste Maxi wird. (H.H.)


JOACHIM WITT/PETER HEPPNER - Die Flut (MCD)

(Zeitbombe/Strange Ways/Indigo)

Ich war schon immer ein JOACHIM WITT-Fan und diese Maxi hier ist einfach grandios. Inzwischen dürfte das Stück "Die Flut" wohl auch der letzte kennen, so daß Ihr mir recht geben müßt, daß das eines der wunderschönsten Stücke der letzten Zeit ist. Zusammen mit PETER HEPPNER von WOLFSHEIM ist ein Stück gelungen, daß einen großartigen Text und eine grandiose Melodie verbindet und wenn man das aufwendige Video dazu kennt, kann man das Stück einfach nur lieben (auch wenn eine böse Zunge behauptet, daß Lied könnte auch in die Schlagerparade passen). Im Ganzen ist JOACHIM WITT ja ziemlich düster geworden und die restlichen Stücke, die man live auf dem Gala-Abend in Hamburg erleben konnte erinnern eigentlich eher an zeitgeistige Rammstein-Songs als nach JOACHIM WITT. Macht nix, ich hab ja nix dagegen und so bleibt abschließend zu sagen, daß "Die Flut" absoluter Anwärter für den Song 1998 ist. (H.H.)


JOACHIM WITT - Das geht tief (MCD)

(Zeitbombe/Strange Ways/Indigo)

Endlich, endlich, endlich ist es mal wieder soweit, JOACHIM WITT bringt etwas neues raus, damit meine ich etwas richtig neues. Nach seinen Ausflügen in die Techno-Welt mit dem echt peinlichen "Goldenen Raver", dem dafür umso besseren "Herbergsvater" bringt uns der gute Herr Witt vorab zur neuen LP, die im Herbst 97 erscheinen wird, diese Maxi. Musikalisch erhebt sich der wahre Urvater der Neuen Deutschen Welle, die ja leider durch all die Kommerzbands in ihrer wahren Aussage und ihrem wahren Sinn zerstört wurde, in neue Welten. Wenn ich jetzt schreibe, daß es im Prinzip eine Art Crossover von Gitarre und tanzbaren Rhythmen ist, werden die meisten schon enttäuscht aufstöhnen. Doch diesmal ist es etwas wirklich anderes! JOACHIM WITT´s Art zu singen ist völlig anders, die Synthies und Drums bedrohlich, aber treibend und die Texte, die sogar abgedruckt sind, sind wie gewohnt ungewöhnlich gut. Ich war schon immer ein JOACHIM WITT-Fan und diese Maxi hat mich noch weiter bestärkt. (H.H.)