BACK AGAIN: NEUE DEUTSCHE WELLE

DIE ATLANTIKSCHWIMMER - s.t. (MLP 198?)

(Zick Zack/Das Büro)

Daß auf Zick Zack ein ganzer Haufen von wegweisenden Platten erschienen ist, weiß jeder, aber leider ist vor allem in späterer Zeit auch eine Menge echter Müll rausgekommen. Die MiniLP der ATLANTIKSCHWIMMER ist ein Beispiel dafür. Mit der Nummer Zick Zack 215 kam diese Platte schätzungsweise 1984 oder 1985 auf den Markt und dürfte nur für Komplettisten oder echte Zick Zack Fanatiker interessant sein. Kein innovativer Sound, keine verstörenden Klänge, dafür relativ seichter Pop mit einer Prise New Wave-Feeling, aber irgendwie lahmarschig mit einem Sänger, dessen Stimme die Füsse des Hörers einschlafen lässt.. Wenn man es mit dieser Band gut meint, könnte man sagen, daß es ein wenig nach der 4AD Band Dif Juz (die Gitarren) klingt, was an sich ja nicht schlecht ist. Aber irgendwie ist das ganze doch ziemlich langweilig und klingt zu bemüht anspruchsvoll. Vielleicht bin ich aber auch heute nur nicht in der Stimmung für diese Art Musik. An anderen Tagen würde ich der Platte wohl größere Gitarren-Wave Qualitäten zusprechen. In den besten Momenten klingt das ganze ein wenig nach der Art von Post-Punk, der in den frühen 4AD und Factory Tagen erschienen ist, nervig wird es aber vor allem, wenn ein Akkordeon eingesetzt wird. Naja, besonders häufig wird einem diese Platte sowieso nicht unter die Augen kommen. (A.P.)


DIE ATLANTIKSCHWIMMER - s.t. (MLP 198?)

(Zick Zack/Das Büro)

Diese Platte habe ich zu einer Zeit gekauft, in der ich alles, worauf die Worte Zick Zack abgedruckt waren, gekauft habe, weil mich frühe Veröffentlichungen des Labels immer grenzenlos begeistert hatten. Beim ersten anhören vor einigen Jahren habe ich die Platte ziemlich scheiße gefunden, aber jetzt, wo ich sie für diese Kritik mal wieder ausgegraben habe, gefällt sie mir ausnehmend gut. Klar, es nicht der "typische" Zick Zack Sound und eigentlich überhaupt nicht mehr Neue Deutsche Welle, und durch den Einsatz eines Akkordeons hebt die Musik sich schon von ansonsten vergleichbaren Bands ab, aber irgendwie bleiben die Melodien gut im Ohr. Hat manchmal ein bißchen was von The Cure auf Deutsch (ohne Robert Smith´s prägende Stimme natürlich) und diese MiniLP hätte auch gut um 1981 in England erscheinen können, als es derartige Musik zuhauf gab. Nicht düster, aber doch melancholisch, ein etwas schleppender Bass und schöne New Wave Gitarren machen die Platte zu einer kleinen Perle für Fans dieser Musikrichtung. Sollte man nicht stehen lassen, wenn man die Platte mal irgendwo sieht. (Sam)