ABWÄRTS - Olympia
ABWÄRTS - Roboter in der
Nacht - Kritik 1
ABWÄRTS - Roboter in der Nacht
- Kritik 2
ABWÄRTS - AmokkomA
ABWÄRTS - Computerstaat
ABWÄRTS – Olympia
(12“ 1984)
(Totenkopf)
Angefangen haben ABWÄRTS bei Zick Zack mit schrägen NDW-Punk-Klängen und
Klassikern wie „Computerstaat“ und „AmokkomA“. Dass Frank Z. aber
musikalisch nicht still stehen wollte, konnte er dann auf dem Toten Hosen
Label Totenkopf beweisen. Die drei Tracks der „Olympia“ Maxi sind purer
New Wave, teilweise sogar fast poppig und hier und da mit funkigem Bass
unterlegt. Dass die frühen Fans das akzeptierten, liegt wohl hauptsächlich
daran, dass sie sich gemeinsam mit der Band weiter entwickelt haben und
eben musikalisch auch nicht mehr so engstirnig waren. Natürlich gab es
diejenigen, die ABWÄRTS nur mit „Computerstaat“ gleichsetzten. Diese
wendeten sich ab, dafür kamen aufgrund der eingängigeren Musik neue Fans
hinzu. Seinen musikalischen Höhepunkt sollte Frank Z. mit ABWÄRTS einige
Jahre später mit der EP „Mehr Alkohol“ und dem Album „Abwärts“ haben und
sich dann wieder punkigeren Klängen zuwenden. Bis weit in die 90er Jahre
hinein hat die Gruppe in wechselnder Besetzung gute Alben abgeliefert.
Mit
„Olympia“ ist der Gruppe ein kleiner Hit gelungen, der auch heute noch
erfreuen kann. „Men Of Poor Beginnings“ ist etwas dunkler, schleppender,
aber auch nicht schlecht. Nur, ob man zusätzlich noch eine „Dub Version“
des Songs auf die platte packen musste, ist für mich mehr als fraglich.
Das sollte einen aber nicht davon abhalten, sich die Platte zu schnappen,
wenn man guten Wave-Sound mag und wie ich auf Frank Z.´s Gesangsstil
steht. (A.P.)
ABWÄRTS – Roboter In Der Nacht (7“ 1981)
(Zick
Zack/Rip Off)
Nach
dem Blitzstart von ABWÄRTS mit der „Computerstaat“-Single und dem „AmokkomA“-Album
folgte 1981 die zweite Single „Roboter In Der Nacht“, die aber nie den
Kultcharakter der ersten Veröffentlichungen erlangte, obwohl sie alles
andere als schlecht ist. „Roboter in der Nacht“ ist ein schön schräger
NDW-Punk Song, der ziemlich typisch fürs Zick Zack-Label in dieser Zeit
war. Dürfte auch live ein ziemlicher Bringer gewesen sein.
Die
B-Seite „Für Mutti“ ist dann wirklich seltsam und dürfte die Fans, die
ABWÄRTS für ihre punkigen Wurzeln mochten, ziemlich vor den Kopf gestoßen
haben. Zum einen ist der Song recht lang für eine 7“, zum anderen hat er
einen sperrigen Text, der das Thema S/M behandelt, lange bevor es modern
wurde, damit als Musiker zu kokettieren. Ein minimales Schlagzeug, eine
schneidende Gitarre und ein monotoner Funk-Bass, dazu eine sich fast
überschlagende Stimme...ein frühes Anzeichen, dass Meister Frank Z.
musikalisch nicht stehen bleiben wollte. Das Ganze ist eine etwas schwer
verdauliche Single, die man nur selten in die Finger bekommt, die aber
irgendwie auch ganz typisch ABWÄRTS ist. (A.P.)
ABWÄRTS -
Roboter in der Nacht (7“ 1981)
(Zickzack/Rip
Off)
"Roboter in
der Nacht" ist ja nun auch eine kleine NDW-Hymne, aber "Für
Mutti" ist wohl ein kleiner Geheimtip, auch wenn der Sado-Maso-Text für
heutige Verhältnisse etwas ausgelutscht ist, aber das macht
nostalgischerweise nix, außerdem ist es für ein Singlestück ziemlich
lang. Grundsätzlich kann man sowieso sagen, daß man sich alle Platten
vom alten ZICKZACK-Label kaufen sollte, egal um welche Band es sich
handelt, denn ZICKZACK steht nicht nur für Musik, sondern für ein Lebensgefühl!
(H.H.)
ABWÄRTS – AmokkomA (LP
1980)
(Zick Zack)
ABWÄRTS
kennt man hauptsächlich wegen ihres Wave-Punk-Klasikers „Computerstaat“,
einem Song, der bis heute nichts von seiner Faszination verloren hat. Bis
weit in die 90er Jahre hinein hat Sänger/Gitarrist Frank Z. mit
verschiedenen Mitmusikern eine Menge guter Platten veröffentlicht, bis hin
zu „Ich Seh´ Die Schiffe Den Fluss Hinunterfahren“ und ganz besonders
„Alkohol“. Dennoch kam es nie zum ganz großen Durchbruch, da ABWÄRTS
niemals reinen Punk oder reinen Wave gespielt haben und somit immer
zwischen den Stühlen saßen. Das war schon beim Debutalbum „AmokkomA“ so,
das sicherlich eines der besten deutschsprachigen Alben überhaupt ist. Die
Texte sind perfekte Statements zur Lage der Nation (in der damaligen Zeit
natürlich) und haben bis heute nichts an Schärfe eingebüsst. Musikalisch
überzeugen ABWÄRTS mit einer für die damalige Zeit recht typischen
Mischung aus schrammeligen Punk und experimentelleren NDW-Klängen. Bands
wie Mittagspause, S.Y.P.H. und einige andere fallen mir da noch ein. In
der harten Hamburger Punkszene waren ABWÄRTS hingegen recht wenig
anerkannt und das nur, weil die Platten auf Alfred Hilsberg´s Zick Zack
Label erschienen sind und aus Punkersicht war das nun mal „Kunstscheiße“.
Im Laufe der Zeit haben sich ABWÄRTS aber die verdiente Anerkennung
erspielt und gelten heute sowohl bei Punks, als auch bei NDW-Freaks als
Legende, die sich eigentlich immer treu geblieben ist und nie kommerzielle
Kompromisse gemacht hat. Selbst eingängige Sachen, wie „Alkohol“ haben
sich immer eine eigene Identität bewahrt. Dennoch bleiben natürlich die
„Computerstaat“ EP und das „AmokkomA“-Album die eigentlichen
Bandklassiker. Diese beiden Platten sollte jeder kennen, der sich für
eigenständige deutschsprachige Musik Anfang der 80er interessiert. Die
Musik ist rauh und ungezügelt, eigenständig, wild und irgendwie einfach
anders. (A.P.)
ABWÄRTS – Computerstaat (7“ 1980)
(Zick
Zack/Rip Off)
Wer
auf deutschen Punk und frühe NDW steht, kennt mit Sicherheit den Song
„Computerstaat“ von ABWÄRTS. Dieser Song steht als Zeitdokument wie ein
Monument in der Musikgeschichte. Zu Recht, wie ich meine, denn wenige
andere Lieder treffen so genau die Stimmung, die 1980, mitten im Kalten
Krieg, die Jugend bewegte. Als zweite Zick Zack Veröffentlichung erschien
diese 5-Track Single, die durchgehend nihilistischen Wave-Punk Sound
bietet, aber letztlich nur wegen des Titelsongs zu einer Legende wurde.
Bis heute erscheint „Computerstaat auf vielen Samplern, die sich zum Ziel
gesetzt haben, die damalige Musikszene in Deutschland treffend wieder zu
geben. Ohne Frage sind auch die Songs „Moon Of Alabama“, „Japan“, „Nach
Haus“ und „Wir Warten“ kleine Werke, die den Zeitgeist von 1980
widerspiegeln, aber die Intensität von „Computerstaat“ erreicht keiner der
Songs. Bis heute wird ABWÄRTS mit diesem Song identifiziert, obwohl Frank
Z. jede Menge weiterer unvergesslicher Songs geschrieben hat. Ich habe
keine Ahnung, ob Frank Z. unter diese Last jemals gelitten hat, aber wer
kann schon von sich behaupten, die Hymne einer Generation geschrieben zu
haben? Fehlfarben vielleicht, aber sonst? Diese Platte ist deutsche
Musikgeschichte, zweifellos, auch wenn es jetzt etwas pathetisch
klingt....eine Textzeile wie „Stalingrad, Stalingrad, Deutschland
Katastrophenstaat“ brennt sich einfach ins Gehirn ein und bleibt
unvergesslich. (A.P.)
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