BACK AGAIN: METAL REVIEWS

THE VISION BLEAK – The Deathship Has A New Captain (Promo-CD)

(Prophecy Productions/Soulfood)

THE VISION BLEAK sind aus den nicht ganz unbekannten und gar nicht mal so uninteressanten Empyrium hervor gegangen, was natürlich die Erwartung der zahlreichen Empyrium-Fans ansteigen lässt. Prophecy Productions gibt sich dann auch alle Mühe, dieses Album zu einem großen Ereignis zu machen, kommt es doch als normale CD, als Doppel-CD und als Doppel-LP. Zur Besprechung lag eine noch nicht fertig gemixte Vorabversion vor (immerhin über zwei Monate vor dem Erscheinungstermin im Februar, damit auch bloß alle Magazine die Besprechung in ihre Februarausgabe hinein nehmen). Da es sich hier also sozusagen um andere Versionen der endgültigen Stücke handelt und auch noch irgendwelche Zwischentexte fehlen, dürfte die Promo-CD bald zu einem gesuchten Sammlerstück werden. Vielleicht ist das ja auch vom Label gewollt, um so den Vorab-Kultstatus der Band zu pushen, vielleicht denke ich auch einfach nicht kommerziell genug, um zu verstehen, warum mit unfertigen Produkten geworben wird.

Egal, zur Musik…Empyrium fand ich teilweise ganz gut, bei THE VISION BLEAK geht es aber ein bisschen in eine andere Richtung. „Horror-Rock“ steht im Waschzettel, aus meiner Sicht ist es letztlich Metal, verfeinert mit monumentalen Flächenkeyboards, hier und da ein wenig Neoklassik und ganz wenigen Gothic-Anklängen…und trotzdem ist es irgendwie kein typischer Gothic-Metal, vielleicht weil auch einige 70er-Jahre-Bombast-Rock-Einflüsse zu hören sind. Ich muss zugeben, dass ich mich in dieser Musikrichtung nicht wirklich auskenne, aber „The Deathship Has A New Captain“ hat durchaus gute Momente, ohne allerdings „unvergesslich“ zu sein. Dass die Musiker aber in ihrem Bereich gut sind und auch technisch einiges drauf haben, dürfte unbestritten sein. Auch, dass sie jede Menge unterschiedliche Einflüsse zulassen und in ihre Songs einbauen, zeugt davon, dass sie über den begrenzten Metal-Tellerrand hinauszuschauen in der Lage sind, aber dennoch bleibt es letztendlich Metal, und das ist noch nie so ganz meine Musik gewesen. Für Fans aber sicherlich eine Offenbarung. Ach ja, wenn der Titel „The Grand Devilry“ weniger metallisch und etwas punkiger abgemischt würde, wäre das ein richtiger Horror-/Death-Rock-Song. Aber so ist es immerhin noch der Anspieltip des Albums. (A.P.)

 

KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle   (H.H.) = Haiko Herden