BACK AGAIN: METAL REVIEWS

FILE NOT FOUND – Division By Zero (CD 2004)

(Etoile Records/Al!ve)

FILE NOT FOUNDs zweites Album „Division By Zero“ erscheint auf dem neu gegründeten Etoile Records Label aus Berlin. Die Macher sind ziemlich umtriebig, nicht nur in der schwarzen Berliner Szene und haben sich mit FILE NOT FOUND gleich einen viel versprechenden Act an Land gezogen, der sowohl die relativ kleine, aber enthusiastische Minimal-Electro-Fangemeinde ansprechen wird, als auch die ungleich größere Synthie-Pop-Szene, denn genau als eine Mischung aus diesen beiden Musikstilen erscheint die Musik. Bereits 2001 haben FILE NOT FOUND ihr erstes Album selbst veröffentlicht und auf dem Genetic Music Label gibt es eine CD unter dem Namen We., die bei Minimal-Electro-Freaks zu Recht sehr beliebt ist.

„Division By Zero“ beginnt mit dem sehr kraftvollen und extrem eingängigen Synthie-Pop von „Modern Slaves“, einen sicheren Clubhit, wenn ein paar schlaue DJs damit beginnen, den Song in ihrem Programm einzusetzen. Ich bin sicher, dass wir das Stück noch auf so manchem kommenden Sampler hören werden. „Gimmicks“ überzeugt besonders durch eine zurückhaltend, akzentuiert eingesetzte Gitarre, die dem Titel eine sehr schöne wavige Note verleiht. „Star“, auch schon bekannt vom „World Of Disorder“-12“-Sampler auf Disorder Records, ist ebenfalls ein großartiges Wave-Stück mit ganz großem 80er Jahre Ohrwurm-Charakter. Wer die 12“s von Machiste mag, muss hier auch unbedingt zugreifen. Auch diesen Song wird man sicher in dem einen oder anderen guten Club hören. Bei „Gated“ wird es dann sogar mal fast depechemodig. „Schwarz“ ist ein lupenreiner Minimal-Electro-Track, der sich mit Sicherheit zu einem Klassiker des Stils entwickeln wird. Hier stimmt einfach alles und ich würde den Titel unheimlich gerne auf Vinyl haben. „No, Nothing, Never“ verbindet dann fast schon (guten) Italo-Disco-Sound mit Roboterstimme und „Pong“-Sounds (wenn sich noch jemand an diesen Großvater aller Computerspiele erinnert. Zur Kategorie Ohrwurm gehört schließlich auch noch „...The More You Lose“, wobei die jetzt nicht genannten Songs auch immer noch überdurchschnittlicher Synthie-Pop sind.

Mit „Division By Zero“ legen FILE NOT FOUND definitiv einen frühen 2005er Höhepunkt (auch, wenn das Album noch 2004 erschienen ist) im Bereich eingängiger Minimal-Electro-Pop vor, wobei sie die Mischung aus klarem 80er Sound und moderner Produktion nahezu perfekt hinbekommen. Es ist definitiv kein so genannter „Future Pop“, was FILE NOT FOUND uns hier präsentieren, es ist viel besser und vielseitiger und damit eines der Electro-Alben, die bei mir derzeit am häufigsten laufen. Dazu noch ein sehr schön gestaltetes Artwork und „Division By Zero“ wird zum Pflichtkauf. (A.P.)

 

KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle   (H.H.) = Haiko Herden