BACK AGAIN: METAL REVIEWS

CRADLE OF FILTH - Damnation And A Day
CRADLE OF FILTH - Lovecraft & Witch Hearts
CRADLE OF FILTH - The Principle Of Evil Flesh

CRADLE OF FILTH - Damnation And A Day (CD 10.03.03)

(Epic/Sony)

CRADLE OF FILTH (die Band mit der scheinbar ständig wechselnden Besetzung) gehören zweifellos zu den erfolgreichsten Black Metal-Bands der momentanen Musikwelt. Konsequent gehen sie ihren teils ziemlich geschmacklosen Weg und sorgen dabei immer wieder für negatives Aufsehen. Höhepunkt des ganzen waren wohl die provokanten T-Shirt-Aufdrucke "Jesus Is A Cunt" und "I Love Satan", worauf der Vatikan Dani Filth & Co. sogar kurzweilig in den Bau verfrachtete.

Die Neuigkeit, dass CRADLE OF FILTH es als zweite Black Metal-Band gewagt haben zu einem Major Label, dem Plattengiganten Sony zu wechseln, hatte ausnahmsweise mal nichts mit Horror und Sex zutun. "Damnation And A Day" steht nun in den Läden und auch wenn es vielleicht ein wenig "kommerziell" und sauber klingt, bekam ich nach dem ersten Reinhören gleich so ein Kribbeln: Fantastisch schon allein das Intro "A Bruise Upon The Silent Moon" vom Budapester Filmorchester, mit welchem Dani in Ungarn die klassischen Passagen des Albums aufnahm. Gegen Ende dieses ca. zweiminütigen Einstiegs ist für ein paar Sätze die Grabesstimme von Dani zu hören, bevor es dann direkt zu "The Promise Of Fever" übergeht und einem kräftig die Ohren freigeblaßen werden. Im Gesamten ist die Platte wohl als eine Art geschlossene Einheit zu betrachten, die Songs gehen größtenteils ineinander
über. "Damnation And A Day" beginnt bei der Erschaffung der Erde und endet mit der Zerstörung, "From Genesis To Nemesis..." wie auf der Hülle geschrieben steht.

Desweiteren ist das Album in vier Teile aufgeteilt, jeder davon wird mit einer tollen Darbietung des Orchesters sowie dem dazugehörigen Chor eingeleitet. Bei "Damned In Any Language (A Plague On Words)" sind außerdem noch einige Zeilen aus der Offenbarung des Johannes zu hören, wie immer schauerlich vorgetragen von Sänger Dani, der ansonsten durch viele Kreischanfälle mehr oder weniger besticht und bei diesen wie immer kaum von einem Mädchen zu unterscheiden ist. Für die extrem seltenen weiblichen Vocals sorgte diesmal Sarah Jezebel Deva. Díe Texte sollte man bei "Damnation And A Day" auf jeden Fall auch noch ansprechen, denn hier hat man sich wirklich Mühe gegeben, sodass die Lyrics nicht nur für den Black Metal-Bereich herrausragend sind. Nicht nur weil man während den Songs nicht allzu viel von diesen versteht, sollte man einen Blick in das absolut geniale Booklet werfen. Die Hintergrundzeichnungen sind, genauso wie das Cover der CD, wirklich ganz große klasse (allerdings nicht mehr so freizügig, in diesem Falle natürlich Label-bedingt).

Musikalisch erwähnenswert sind eigentlich alle Songs, dafür gibt es keine echten Überflieger. Die besten Anspieltipps sind vielleicht "Hurt And Virtue" (sehr schön melodisch", "Better To Reign In Hell" und "Presents From The Poison-Hearted". Bereits veröffentlicht wurde "Babalon A.D (so glad for the madness)", auch ein hervorstechender Song. Die Lieder gehen alle zwischen fünf und sechs Minuten, bis auf die Orchesterintros. Insgesamt gibt es unter den 16 (!) Tracks keinen Schwachen, also 75 Minuten wunderbar geheimnisvolle und gruselige Musik die voller Power steckt. Mag ihr Auftreten Geschmackssache sein, sind CRADLE OF FILTH dennoch eine der interessantesten und kreativsten Bands dieses Planeten wie sie mit "Damnation And A Day" erneut unter Beweis stellen. (D.H.)


CRADLE OF FILTH - Lovecraft & Witch Hearts (CD 13.05.2002)

(Music for Nations / ZOMBA Records)

Diese Doppel-CD bietet den idealen Einstieg für Neulinge und ist zugleich ein Muss für jeden Fan. "Lovecraft"(CD1) ist ein ein Best Of-Album, welches Songs der Alben "Dusk And Her Embrace", "Cruelty And The Beast", "Midian"(dieses erreichte sogar Platz 30 der Media Control Charts) und der EP "From The Cradle To Enslave" enthält. Somit sind also nur Tracks der Alben vorhanden, die Cradle Of Filth während ihrer Zeit bei Music for Nations (1996-2000) herausgebracht haben. Das Intro "Creatures That Kissed In Cold Mirrors" geht in "Dusk And Her Embrace"(vom gleichnamigen Album) über und es wird gleich richtig in Saiten und Kessel gehauen: Heftiges Gekreische, tief gesungene und geflüsterte Passagen sowie weibliche Vocals, in erster Linie als Background. Für diese war auf der Platte Sarah Jezebel Deva zuständig. Der 4te der 11 Tracks ist "Her Ghost In The Fog" vom 2000er Album "Midian", bei dem zu Anfangs Windesrauschen und ein kurzes Keyboard-Spiel zuhören sind, bevor dann die Riffs einsetzen und Dani mit tiefer Stimme die ersten Passagen vorträgt. Besonders Sarahs zauberhafte Stimme kommt während des Songs schön zur Geltung. "From The Cradle To Enslave"(Track7) gehört zu meinen Lieblingssongs der Band (vorallem von Tempo und Rhytmus her). Zu diesem gibt es auch ein relativ heftiges Video, das schon öfters zu nächtlicher Stunde im Fernsehen lief. Weiterhin gute Tracks sind mit "Malice Through The Looking Glass", einem zu Beginn sehr monumental und später ziemlich melodisch klingenden Song, sowie "Lord Abortion" vorhanden. Erstgenannter enthält einige der extremsten Kreischpassagen des Albums, bei denen man wirklich null von dem Text versteht. Sehr interessant wird der Song auch gegen Ende, wenn die Musik langsam leiser wird, doch der düstere Gesang (zwar eher gesprochen aber egal) wie gehabt weiterläuft. "Witch Hearts"(CD 2) bietet mit 13 Tracks zwei mehr als der erste Silberring. Diese CD besteht aus Coverversionen (unter anderem Sabbat, Slayer und Iron Maiden) und Remixen, sodass sich auch unveröffentlichte Sachen drauf befinden. Unter den Liedern können "Amor E Morte" und "Hallowed Be Thy Name" besonders hervorstechen. "Amor E Morte" hauptsächlich wegen seinem geheimnisvoll-mystischen Stil. Auf "Hallowed Be Thy Name" war ich unglaublich gespannt, da es sich dabei um eine Coverversion von dem gleichnamigen Iron Maiden-Song handelt. Und ich muss sagen, "Hallowed Be Thy Name" ist echt super gelungen, leider kenne ich das Original noch nicht. Schön melodisch und der Maiden-Gitarrensound ist auch gut herauszuhören. Fantastisch wie die Gitarristen klassisch "heavy" die Solis gegeneinander ausspielen lassen. Für mich "der" Track auf "Witch Hearts"! Ein paar Worte möchte ich noch zu den Äußerlichkeiten der CD verlieren. Sie kommt in einer Papphülle daher in welcher sich noch ein Cradle-Poster mit den Lyrics auf der Rückseite befindet. Im Booklet findet sich eine Einleitung von Dani und die bisherige Bandgeschichte. Das Cover-Artwork ist wie immer aller erste Sahne. Allesinallem toll gemachtes Doppel-Album, dass einem mit 24 Tracks ordentlich Musik bietet. (D.H.)


CRADLE OF FILTH - The Principle Of Evil Flesh (CD 1994)

Cacophonous Records

Nach drei eingespielten Demos veröffentlichen CRADLE OF FILTH 1994 ihr Debütalbum THE PRINCIPLE OF EVIL MADE FLESH. Auf der Platte klingen sie noch leicht unausgereift und die Soundqualität ist nur Durchschnitt, doch das Album lässt schon jetzt darauf schliessen, dass es sich hier definitiv um eine Band mit Zukunft handelt. Die englischen Blackmetaller (und Vampir-Fans) bieten 12 düster-atmosphärische Songs bei denen Dani's Stimme noch wesentlich rauer klingt als auf den späteren Veröffentlichungen. Das raue Brüllen wechselt auf diesem Erstling häufig mit dem später kennzeichnenden Kreischgesang sowie zynischem Flüstern, wobei Dani stets sein enormes stimmliches Spektrum beweisen kann. Es werden einem rohe, aggressive Blastparts doch auch kunstvoll atmosphärische Keyboard-Passagen geboten. Desweiteren hervorzuheben ist das wuchtig scheppernde Schlagzeug (zu diesem Zeitpunkt befand sich noch der geniale Nicholas Barker hinter den Kesseln, der gerade kürzlich seinen Platz bei DIMMU BORGIR räumen musste) und die kreative Gitarrenarbeit. Als Anspieltipps eignen sich der Titeltrack, sowie "The Forest Whispers My Name", "The Black Goddess Rises" und "Summer Dying Fast". Dieses Album ist völlig zurecht zum Klassiker mutiert. (D.H.)

 

KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle   (H.H.) = Haiko Herden