BACK AGAIN: METAL REVIEWS

AUTUMNBLAZE – The Mute Sessions
AUTUMNBLAZE – Words Are Not What They Seem

AUTUMNBLAZE – Words Are Not What They Seem (CD 2004)

(Prophecy Productions/Soulfood)

Nach der eher akustisch daher kommenden CD „The Mute Sessions“, gibt es jetzt wieder deutlich rockigere Klänge, wenn man dem Waschzettel glauben darf, auch vielseitigere als je zuvor. Klar kommt die Band ursprünglich vom Metal, baut aber heute jede Menge andere Einflüsse von normaler Rockmusik, über 70er Bombast-Rock bis hin zu Dark Wave-Elementen mit ein. Dass die Band dabei technisch hervorragend aufeinander eingespielt ist und die Produktion sich wirklich hören lassen kann ist eine Seite, auf der anderen, mag der Funke bei mir nicht so richtig überspringen. Was fehlt, ist die Atmosphäre, die die Kompositionen über andere derartige Bands und Alben heraus heben würde. Es gibt wenig auf „Words Are Not What They Seem“ (fehlt da nicht ein „...to be“ am Ende?)? Dass die Band es eigentlich drauf hat, zeigt sie beispielsweise in den letzten zweieinhalb Minuten von „To The River“, wo wirklich Power aus den Boxen dröhnt...warum nicht durchgehend so?

Interessant ist besonders auch die Version von Julee Cruise´s „Falling“ aus der legendären (best ever!) TV-Serie „Twin Peaks“. Den glasklaren Zauber der Original-Version erreichen AUTUMNBLAZE natürlich nicht, schaffen es aber doch ganz gut, dass Stück in ihre Welt zu transportieren, wobei es aber doch ganz anders klingt, als die übrigen AUTUMNBLAZE-Songs. Ein Track, der eigentlich völlig für sich alleine steht und somit eine gute Single gewesen wäre. Nebenbei bemerkt, lieber Waschzettel-Schreiber: „Falling“ ist nicht die Titelmusik von „Twin Peaks“, auch, wenn der Song darauf basiert...bei diesem Thema muss ich leider so kleinlich sein, da die Serie von David Lynch einfach heilig ist.

Die Promo-CD, die mir vorliegt, ist mit einem einfachen Einlegeblatt erschienen. Es gibt auch noch eine „normale“ Version und die so genannte „Luxus Edition“, die dann eine Bonus CD mit 3 weiteren Stücken enthält, unter anderem eine erweiterte Version von „Falling/Laura´s Theme“, die mich nun doch sehr interessiert hätte als alter „Twin Peaks“-Fan. Aber das kriegen wir armen Schreiberlinge natürlich nicht zu Gehör (zwinker zwinker). (A.P.)


AUTUMNBLAZE – The Mute Sessions (CD 2003)

(Prophecy Productions)

Ich weiß nicht so genau, was AUTUMNBLAZE sonst machen, aber sie kommen auf jeden Fall aus dem Metal-Bereich und sind lauter, als hier. „The Mute Sessions“ ist ein Album voller akustisch interpretierter Songs und ich muss gestehen, dass ich damit nicht allzu viel anfangen kann. Grundsätzlich halte ich den ganzen so genannten „Unplugged“-Kram für überflüssig und es gibt nur wenige Sessions von Bands, die wirklich innovativ sind, Die Ärzte bei MTV Unplugged sind da ein gutes Beispiel oder auch der dortige Auftritt von Björk und ein paar andere. Meist jedoch gibt es eher langweiliges Akustikgitarren-Geklimper, das beweisen soll, wie gut die Songs der Bands doch angeblich sind. Manche Gruppen tun sich damit wahrlich keinen gefallen, denn sie zeigen nur, dass ihre Songs eigentlich lahme Schlager sind und ohne aufwendige Produktion sehr dünn erscheinen. Einen wirklich guten Song erkennt man auch unter kreischenden Gitarrenwällen, das beste Beispiel waren The Jesus And Mary Chain (ich weiß, die haben auch Akustikversionen veröffentlicht) oder aktuell The Raveonettes.

AUTUMNBLAZE sind sicher recht gute Musiker, aber trotzdem langweilt mich diese Sammlung von „romantischen“ Rockballaden mit einigen wenigen Folkeinflüssen. Irgendwo zwischen „Californication“ von den Red Hot Chili Peppers, akustische HIM, Reamonn, Mr. Big und Levis-Werbung aus den 90er Jahren, also alles andere als innovativ. Fans von AUTUMNBLAZE oder Lagerfeuerromantik im Allgemeinen werden die CD sicherlich lieben, für mich ist sie eher uninteressant.

Für mich ist dieser ganze Unplugged-Kram sowieso ein Riesen-Fake, denn der technische Aufwand dafür ist genauso groß (oder sogar größer), wie bei einem normalen Rockkonzert mit Stromgitarren. (A.P.)

 

KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle   (H.H.) = Haiko Herden