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PHILLIP BOA & THE VOODOO CLUB
– C90
Viele Leute haben behauptet,
dass PHILLIP BOA mit „C90“ wieder zurück zu seinen Wurzeln geht. Das ist
nicht richtig, denn die kantige Musik von „PHILISTER“ oder "COPPERFIELD"
wird hier nicht geboten. Er geht nicht einmal zurück zu „HAIR“-Zeiten,
vielmehr besinnt er sich auf seine Zeit zu „SHE“. Aber die Musik ist nicht
mehr so punkig, wie zur „LORD GARBAGE“-Ära und insofern ist es doch ein
Rückbesinnen. Ein angenehmes Rückbesinnen, was darin gipfelt, dass Pia Lund
bei vielen Songs mit ihrer so wundervoll kindlich-naiven Kristallstimme
zart-punkige Popmelodien ins Mikro intoniert. Hurra, sie ist wieder mit
dabei, kann man einfach nur sagen. Ihre Stimme und Boas Musik passen
unzertrennlich zusammen. Ihr Weggang hat Boas Musik so viel Zauber geraubt,
Boa Songs und Pias Stimme im Kampf gegen den Antigesang von Phillip Boa
selbst haben immer den Reiz der Musik ausgemacht und dieses wundervolle
Gleichgewicht ist jetzt mit der Wiederkehr einer der schönsten Stimme der
Musikgeschichte wieder gefunden worden. Das stimmt mich ehrlich froh. Die
erste Auskopplung aus dem Album ist „Slipstream“ und das ist ein Song, den
ich von der Intensität und Atmosphäre ein bisschen in die „Bells Of
Sweetness“-Schublade einordnen würde. Das ganze Album, übrigens bereits das
Dreizehnte, ist ähnlich gehalten und schwankt zwischen sachtem Punk,
brachialer Schwere mit treibenden Rythmen mit teils schön unförmigen Breaks
und Popmusik jenseits des Mainstreams. PHILLIP BOA war und ist einer der
interessantesten Gestalten der deutschen Musikgeschichte und live immer
wieder ein teils provokantes Erlebnis. Ich jedenfalls freue mich, dass aus
dem Hause Boa und Lund neues Material kommt. (H.H.)
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PHILLIP BOA - Lord Garbage
(CD)
PHILLIP BOA - Kiss My Soul (MCD)
(Constrictor/Motor Music)
Nun ist es also doch geschehen. Obwohl der fiese
Herr Phillip noch auf der letzten Tour behauptete, daß PIA LUNDA nicht aussteigt/fliegt,
hat er sich nun doch auch noch von ihr bandtechnisch getrennt (oder sie von ihm, wer weiß
das?). Doch nicht nur diese Ehe" ist vorbeigegangen, auch die Ära des
Voodooclubs ist dahin. Zwei ganz wesentliche Teil der Musik von PHILLIP BOA sind also
verschwunden und nun war ich um so gespannter, was einen hier nun erwartet. Zuallererst
muß man sagen, da0 die Musik straighter geworden ist, all die kleinen Breaks, die die
einzelnen Stücke früher auflockerten, sind verschwunden, das wilde Getrommel des
Voodooclubs ist weitestgehendst weg und natürlich zuguterletzt auch die wunderschöne,
kindliche Stimme von PIA LUNDA, die die most-singable-Refrains der meisten Stücke erst so
richtig ohrgeschmeidig machte. Was ist also geblieben oder neu hinzugekommen? BOA´s
interesantes Songwriting ist geblieben, es handelt sich immer noch unverkennbar um
BOA-Stücke. Viele sind immer noch singable, wenn auch nicht mehr so extrem ohrwurmig wie
früher, so ist mir nach dem dritten Hören immer noch kein wirkliches Stück aufgefallen,
was Klassikerchancen wie z.B. Kill Your Ideals" oder And Then She Kissed
Her" hätte, aber trotzdem, es sind alles ziemlich gute Lieder, einen wirklichen
Ausfall gibt es eigentlich nicht. Die Texte sind nicht mehr ganz so negativ wie früher,
aber auch bei weitem noch keine Gute-Wetter-Texte. Fazit: Ob ich auf das nächte
BOA-Konzert gehe, werde ich mir spontan überlegen, sicher ist aber, das ich mir weiterhin
CDs kaufen werden. Für Internet-User am Schluß nochmal die offizielle BOA-Website:
http://www.motor.de/_specialHTML/boa_presse.html.
Eine E-Mail-Adresse gibt es auch:
templestd@mail.link.net.mt.
(H.H.)
PHILLIP BOA - Fine
Art In Silver (CD)
(Motor Music)
Endlich meldet sich der gute, alte PHILLIP BOA
wieder zurück mit einer neuen Single ("Starman") und neuem Album. Doch halt, so
neu ist das Album überhaupt nicht, denn es ist "nur" ein Best Of-Album, bzw.
eine Singles-Collection (was ja deutliche Unterschiede bringen kann). Na ja, zu so einem
Album läßt sich musikalisch natürlich nicht viel sagen, es sind viele Hits (nicht
alle!) enthalten, halt die typischen "This Is Michael" über "And Then She
Kissed Her" und so weiter und so fort. Erwähnenswert ist allerdings das sehr
informative Booklet, welches die Geschichte Boas und einige kleine Kuriositäten aus
derselben erzählt, wie z.B. die Pleite bei der Tele 5 "Nacht des grossen
Erwachens" und so weiter. Desweiteren sind wenigstens zwei Stücke in neuen Versionen
enthalten, zum ersten wäre das "This Is Michael", das man hier in einer
tanzbaren Version hören kann. Ich hör schon wieder die Leute sich schütteln, aber das
ist mir egal. Zum zweiten jedenfalls wäre das "Kill Your Ideals", in einer
weitaus kraftvolleren und treibenderen Version als früher. Desweiteren sind noch
wenigstens zwei Stücke darauf, die ich sonst auf keiner meiner fast vollständigen
Boa-Sammlung finden kann. Außerdem natürlich das neue "Starman". Live ging Boa
jetzt grade vor kurzem auf Tour, das Hamburgkonzert war sehr genial, es gab alle Hits (nur
leider nicht "Andy W."), die Stimmung war super, Boa beherrscht seinen
Teddybär-Tanz immer noch, Pia Lund ist wie immer göttlich, der Sound laut und brachial,
Boa wetterte wieder einmal rum, diesmal über die Hamburger Morgenpost, die ihn mit Sadam
Hussein verglichen hat und laut Boa war dies von nichts und niemand die Abschiedstour.
Rundum also ein absolut gelungener Abend!!! (H.H.)
PHILLIP BOA - This Is Michael (MCD 1990)
(Polydor)
Diese Maxi hier dürfte, neben "And Then She
Kissed Her", wohl der größte Hit des extravaganten Musikers PHILLIP BOA sein und
jedermann dürfte das Stück wohl auch kennen. Tolle Melodie und sogar vollständig
tanzbar. Es folgt "Flowers Of Witness", welches recht schräg und im Refrain gar
schief daherkommt und hauptsächlich von Pia gesungen wird. Das dritte Stück heißt
"Fire" und ist recht fetzig, allerdings ist das wirklich nur ein eher typisches
B-Seiten-Lied und hätte nicht auf das damalige Album gepasst. Zuletzt gibt es den
"Cheap House Dance Mix" von "This Is Michael". Das ist für die
Tanzwütigen, die ein elektronisches Schlagzeug und einen hoppelnden Club-Bass brauchen,
um sich zu bewegen. Ich find die Version eher ziemlich Scheisse und könnte mich eher zur
Originalversion bewegen, aber was soll´s. Man muß auch sagen, daß es schlimmeres gibt.
(H.H.) |