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DER UNSICHTBARE – Feinde Der
Freude
DER UNSICHTBARE – Die
Elektronische Kindheit
DER
UNSICHTBARE – Feinde Der Freude (CD 2004)
(www.der-unsichtbare.de
)
Nach
einer ziemlich guten LP auf Kommando 6 hat DER UNSICHTBARE im Eigenvertrieb
gleich noch eine „Promo“-CD nachgelegt, die aber wohl für jedermann
erwerbbar sein dürfte. Die CD kommt in einer Slim-Line-DVD-Hülle und ist mit
einem wirklich schön gestalteten Cover versehen, das schon mal Appetit auf
die Musik macht. Wer die LP „Die Elektronische Kindheit“ kennt und mag, wird
weder überrascht, noch enttäuscht sein, denn der mehr als ungewöhnliche und
eigene Electro-Sound wird konsequent fortgesetzt. Mit Einflüssen aus EBM,
Minimal-Electro, Techno, Breakbeat und Punk (vom Geiste her) wird ein so
noch nicht gehörter Stil kreiert, der in seiner Konsequenz und Eigenheit
höchstens mit Ausnahmebands wie Atari Teenage Riot oder Warren Suicide
annährend vergleichbar ist. Dazu kommen natürlich wieder jede Menge
Film-Samples und bei einigen Tracks eine ziemlich düstere Atmosphäre. Neben
dem bereits von der LP bekannten genialischen „Kalte Ohren“ begeistert
besonders das düstere „Der Fall“ (nach Camus´ existenzialistischen Roman?),
das minimalistische „Thema“ und der „Hörfilm“ „Monocain“, der mit Samples
aus dem 1933er Horrorfilm-Klassiker „The Invisible Man“ bestückt ist (glaube
ich zumindest) und nur Anhand derer sozusagen eine Story erzählt. Das ist
ziemlich perfekt gemacht. Von der LP bekannt ist auch bereits das überlange,
aber sehr spannende Stück „Zu Besuch Bei Der Apocalypse“, das gerade davon
lebt, dass der erwartete Höhepunkt sich immer weiter hinaus zögert und dann
doch nicht kommt.
Wer sich für elektronische
Musik im allgemeinen und ungewöhnliche Sounds und Songstrukturen im
Speziellen interessiert, sollte sich diese ausgesprochen sympathische CD auf
jeden Fall besorgen, bevor das Projekt den größeren Durchbruch schafft und
diese „Promo“-CD eine echte Rarität wird. (A.P.)
DER UNSICHTBARE – Die
Elektronische Kindheit (LP 2002)
(Kommando 6
www.kommando6.de )
DER
UNSICHTBARE ist ein noch relativ unbekanntes elektronisches Musikprojekt aus
Deutschland, das auf dieser Debut-LP von Charly Kent bei der Produktion
unterstützt wurde, der mit seiner LP „Mein Zeichen“ ja schon eine sehr gute
Platte, ebenfalls auf Kommando 6, abgeliefert hat. Nach dem „Nicht“-Song
„Pause“ geht es mit „Motorimkopf“ gleich hittig los. Treibender, fast schon
Breakbeatartiger Sound mit Stimmsamples, wohl hauptsächlich aus Filmen. Das
ist dann für die A-Seite auch gleich der Wegweiser, denn im ähnlichen Stil
geht es weiter. „Kalte Ohren“ klingt monumental und ist beinahe ein Ohrwurm.
Wieder unterlegt mit Stimmsamples, könnte der Titel fast der Soundtrack für
einen ziemlich trashigen Science Fiction Film aus den 70er oder 80er Jahren
sein. Vergleichbar ist „Kefir“, nur, dass hier gesamplete Gitarren
hinzukommen. Klingt irgendwie anarchistisch und erinnert entfernt an Bands
wie Warren Suicide. Sehr schön.
„Ti-Spielzeug“ huldigt wieder dem Breakbeat und bietet nicht viel neues,
bevor diese Plattenseite mit „Astrologische Plauderstunde“ fast schon genial
ausklingt. Hierbei handelt es sich um eine Art Soundcollage mit jeder Menge
Samples aus alten Science Fiction-Filmen (Filmkenner dürfen mit raten, aus
welchen Werken die Samples stammen) und irgendwie klingt es, als wenn ein
Power-Electronics-Track sehr langsam aufgenommen worden wäre. Verzerrte,
monotone Rhytmen machen den Titel zu einem kleinen Hit.
Ganz
anders klingt die B-Seite, die im Wesentlichen einen langen Track enthält,
sowie das kurze, Intro-artige Stück „Werbung“.
„Zu
Besuch Bei Der Apokalypse“ ist ein unendlich langes, minimalistisches,
soundtrackartiges, düsteres Stück Musik mit ambienter Stimmung, wummernden <electro-Sounds,
geisterhaften Stimmen und viel Atmosphäre. Dabei verändert sich der Track
andauernd, man wartet auf einen Ausbruch, der aber nicht kommt und so die
Spannung beinahe unerträglich macht. Sehr interessant und ein weiteres
Zeichen, dass hier echte Electro-Tüftler am Werk sind.
Sehr
schöne Platte für Electro-Fans, die aber leider beim Label schon ausverkauft
ist, also Augen und Ohren offen halten!. (A.P.)
KONTAKT ZU DEN
AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle
(H.H.) = Haiko Herden |