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TEST DEPT.
– A Good Night Out (LP 1987)
(Ministry Of
Power/Some Bizzare)
Als
ich ca. 1986/87 erstmals etwas über TEST DEPT. in irgendwelchen heute längst
verblichenen Fanzines las, stand da was von Vergleichen zu Einstürzende
Neubauten und Laibach. Da ich beide Bands damals (wie auch heute) sehr
mochte, besorgte ich mir die LP „A Good Night Out“ und war erst mal
ein wenig enttäuscht. Die britische Band war bei weitem nicht so laut und
krachig wie die Lärmorgien der frühen Neubauten. Stattdessen gab es eine
Art Marschmusik mit Dudelsäcken und Fanfaren zu hören, dazu gesprochene
Texte.. Nach mehrmaligem hören wurde mir allerdings klar, dass das ganze
bewusst so martialisch gehalten wurde, um die brandaktuellen, politisch
linken Texte zu transportieren. Der Krach ist vorhanden, aber häufig ein
wenig versteckt und die Marschtrommeln haben nichts mit rechten Ideologien
zu tun, im Gegenteil, es gab zu der Zeit wohl kaum ein linksradikaleres
Musikprojekt als TEST DEPT. Das ganze muß wohl auch als über die reine
Musik hinausgehendes Künstlerkollektiv angesehen werden. Alle sieben Stücke
dieser LP sind auf ihre Art und Weise genial, wobei mir die heftigeren,
getexteten etwas besser gefallen, als die instrumentalen Bagpipe-Stücke.
Vor allem das wütende, zum Kampf aufrufende „Generous Terms“ und das
letzte, ebenfalls aufrüttelnde „Voice Of Reason“ sind brilliant,
genauso wie das Titelstück „A Good Night Out“. Für die Tanzflächen
der Clubs sind hier kaum geeignete Lieder zu finden, höchstens das
treibende „Cha Till Sinn Tuille (We Shall Return No More)“ und vor
allem „Demonomania“, das vielleicht am ehesten ein wenig mit den
Neubauten vergleichbar ist und zu den besten rhythmischen Krachstücken
gehört, die ein wenig die Powerelectronics heutiger Zeit auf akustische
Weise vorweggenommen haben. Mit dieser Platte begann eine langjährige
Liebe zu TEST DEPT., die für mich bis heute zu den besten und wichtigsten
Gruppen der 80er Jahre zählen. „A Good Night Out“ ist weder das härteste
(das ist „The Unacceptable Face Of Freedom“), noch das beste (das wäre
„Terra Firma“) Album der Band, auf jeden Fall aber das radikalste.
(A.P.)
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