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TELEVISION SET – Normal Day
TELEVISION SET – Moscow At
Midnight
TELEVISION SET – Telegen EP
TELEVISION SET – Normal Day (12“ 2004)
(Genetic Music
www.geneticmusic.de )
TELEVISION
SET hat sich als Side-Projekt von Bakterielle Infektion mit bisher zwei
Schallplatten einen guten Namen gemacht und auch diese neue Maxisingle ist
wieder ein echter Hit.
Ohne Schnick-Schnack, wie aufwendigem
Coverartwork, werden einfach zwei Songs präsentiert, die für sich alleine
wirken und echten Ohrwurmcharakter haben.
„Boring Day“ ist ein treibender
80er-Jahre-Electro-Pop-Song, der damals mit Sicherheit ein absoluter Hit
geworden wäre, wenn Trans X ihn aufgenommen hätten. Die
Minimal-Electro-Einflüsse, die mit der Stammband ja ausgiebigst bearbeitet
werden, sind zwar auch hier vorhanden, aber weitaus weniger im Vordergrund,
Hier wird exzellente Popmusik geboten.
Stilistisch ähnlich, aber etwas gesetzter geht
es bei „Future/Today“ weiter. Erinnert ein wenig an eine Mischung aus frühen
Human League, „Herzlos“ von Stratis und der ersten Clan Of Xymox Mini-LP.
Beide Tracks sind ganz eindeutig für die
Tanzflächen der einschlägigen Clubs aufgenommen, und da man das schöne
12“-Format gewählt hat, sind die Soundqualität und die Produktion sehr schön
kraftvoll.
Eine ganz wundervolle Platte! (A.P.)
TELEVISION SET – Moscow At Midnight (LP 2003)
(Genetic Music
www.geneticmusic.de )
TELEVISION
SET = Skanfrom? Personell schon, aber musikalisch nicht wirklich. Der gute
Roger, der sonst auch bei Bakterielle Infektion mitmischt und wohl noch
diverse weitere Projekte am Start hat, macht mit TELEVISION SET doch ein
bisschen was anderes, als mit Skanfrom, obwohl leichte Ähnlichkeiten nicht
zu überhören sind. Während Skanfrom sich aber eher dem Electronica-Genre
zuordnen lässt, ist TELEVISION SET, benannt nach einem ganz frühen Depeche
Mode Titel, der nie offiziell veröffentlicht wurde, ganz eindeutig dem
Früh-80er Electro-Wave verschrieben. Beim Hören der LP kommen einem sofort
unzählige Bands wie natürlich frühe Depeche Mode, frühe OMD, frühe Human
League, Mark Lane, John Foxx, frühe Anne Clark oder heutige The Rorschach
Garden in den Sinn. Das klingt doch schon mal sehr gut, oder? Die analogen
Synthie-Sounds werden mit tanzbaren Rhythmen verbunden und mit vielen
kleinen Effekten garniert. Ein Song wie „Zyklotron“ hätte damals alle
Tanzflächen bersten lassen. Ob er das heute noch tut, weiß ich nicht, denn
das viel beschriene 80s Revival beschränkt sich in den Medien und im
Mainstream ja hauptsächlich auf schlechte Techno-Coverversionen alter Hits,
für Projekte wie TELEVISION SET oder Machiste, die den damaligen Zeitgeist
heute glaubwürdig rekapitulieren, ist da kaum Platz und so werden sich
wieder nur die eingeschworenen Fans über die Songs auf dieser LP freuen
können. Songtitel wie „Cold Wave“, „Neon City Girl“ und „Television Set“
(ja, ein Depeche Mode Cover) machen wohl schon deutlich, in welche Richtung
es hier geht und Fans dieses Stiles werden sich damit glücklich fühlen, so
ging es mir jedenfalls. Ist diese Platte ob ihrer Konsequenz vielleicht
schon ein kleiner, zukünftiger Klassiker des Minimal-Electro-Wave Genres?
Das Coverartwork erinnert
übrigens sehr an das Stockholm Monsters-Album „Alma Mater“, nur in völlig
anderen Farben. (A.P.)
TELEVISION SET – Telegen
EP (LP 2002)
(Genetic Music
http://geneticmusic.de
)
Veröffentlichungen
von Genetic Music kaufe ich blind, wie ich es früher auch mit Platten von
Labels wie 4AD, Factory und Mute gemacht habe. Heute gibt es nicht mehr
viele Labels, die konsequent ein bestimmtes Konzept durchziehen, Middle
Pillar und The Fossil Dungeon aus den USA zählen dazu und eben Genetic
Music. Bei jeder Veröffentlichung weiß man im voraus, was einen in etwa
erwartet, nämlich minimalistische Electro- und Wave-Klänge, die ihre Wurzeln
klar in den 80er Jahren haben, oder sogar aus dem Jahrzehnt stammen. So
gesehen ist auch die als „Telegen EP“ betitelte LP (bei 9 Stücken darf man
ruhig von LP sprechen, auch wenn die Laufzeit nicht besonders lang ist) von
TELEVISION SET keine wirkliche Überraschung, bietet aber genau das, was
Freunde von Minimal-Electro sich wünschen. Schon am Bandnamen kann man den
Bezug zu ganz frühen Depeche Mode erkennen, aber auch musikalisch dürften
die frühen Platten der erfolgreichsten Synthie-Popper überhaupt im Regal der
TELEVISION SET Musiker stehen und oft gehört worden sein. Weiterhin kann man
davon ausgehen, dass auch andere frühe Mute-Acts wie The Normal, Fad Gadget
und Silicon Teens ihre Spuren in den Gehörgängen hinterlassen haben. Dabei
bieten TELEVISION SET ihren ganz eigenen Mix aus tanzbaren Früh-Synthie-Pop
Klängen bis hin zu nicht mehr als „Songs“ beschreibbaren monotonen,
minimalistischen Klangfolgen. 9 Tracks ohne negative Ausreißer,
erfreulicherweise auf dem einzig wirklich passenden Medium für diese Musik,
nämlich Vinyl. Dazu ein „typisches“ minimalistisches Cover, das an frühe
Factory Releases erinnert, aber leider mal wieder nicht die
Gestaltungsmöglichkeiten des großen Formats ausnutzt. Das soll aber der
einzige Kritikpunkt bleiben (zumal das auf fast alle Bands/Projekte dieses
Genres zutrifft). Musikalisch garantiert die Platte für Liebhaber der 80er
Jahre Elektronik eine süchtig machende Zeitreise. (A.P.) |