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STRATIS
– Herzlos (CD 2004)
(www.stratis.de.tt
)
Wer
sich für Minimal-Electro und frühen deutschen Wave interessiert kennt mit
Sicherheit das extrem kultige Stück „Herzlos“ von STRATIS. Leider hat die
Band damit damals, Anfang der 80er, nicht den Durchbruch geschafft und
lediglich einige Tapes veröffentlicht. Nun hat Antonios Stratis eine CD
zusammengestellt, die einen, vielleicht nicht ganz repräsentativen Überblick
über sein Schaffen von damals bis heute bietet, inklusive dem brandneuen
Track „Il Futuro“ und natürlich „Herzlos“. Dabei zeigt der Musiker, dass er
sehr vielseitig interessiert und talentiert ist. Neben einigen wirklich
guten Minimal-Electro Tracks, gibt es auch immer wieder orientalische
Einflüsse zu hören, genauso, wie soundtrackinspirierte Tracks sowie
experimentelle und atmosphärische Sachen. Für die Minimal-Electro Freaks
gibt es vor allem das neue „Il Futuro“ zur hören, einen leicht
experimentellen Minimal-Synthie-Pop-Song, dazu Tracks wie „TE Rheingold“,
Humanly Possible“, einen soundtrackartigen Track mit leichten Klinik-/Chris
And Cosey-Anklängen, den an Christof Glowalla erinnernden Titel „I Fotia“,
„Herzlos“ natürlich und das an frühe Zick Zack-Sachen gemahnende „Elemente
Des Grauens“. Dann sind da die entweder orientalisch angehauchten Tracks wie
„Passion Behind The Veil“, „Voice Of Orient A“ und „Voice Of Orient B“, oder
die düster-experimentell-soundtrack-ambient-artigen Tracks wie „Orange“,
„Komm Zu Mir“, „Maria“, „Technotown“ und „Das Radio“. Schließlich finden
sich auch ein paar Titel, die wie noch nicht ganz fertig ausgearbeitete
Fragmente wirken, aus denen die eigentlichen Songs erst noch entstehen
müssen, so das kraftwerkartige „Boot“, das poppige „St. Petersburg“, „Gute
Nacht“, „Trash“ und „Morgengrauen“. Weniger interessant sind nur wenige
Tracks wie „Arabian Nights“, „Baden Baden“ und das überlange „Black Teuton“.
„Outro“ zu guter letzt ist dann genau das, was der Titel aussagt.
Wer STRATIS nur an ihrem
bekannten Hit misst, wird von dieser CD vielleicht ein wenig enttäuscht
sein, denn es gibt halt nicht nur Variationen des „Herzlos“-Stils. Wer aber
vielseitige, elektronische Musik mag und auch dem einen oder anderen
Experiment gegenüber nicht abgeneigt ist, sollte hier zugreifen, denn
STRATIS war/ist weitaus mehr, als nur „die Band mit dem einen Hit“. (A.P.)
KONTAKT ZU DEN
AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle
(H.H.) = Haiko Herden |