BACK AGAIN: ELECTRO
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Say Y - Interview zum WGT 2004 ULLI von SAY Y während des Konzertes zum WGT in der Moritzbastei
Backagainredakteur Maximilian Nitzschke hatte das Glück mit den beiden nach ihrem Konzert über ihr eigentliches Debütalbum „refill“ zu sprechen: MAX NITZSCHKE: Wenn ihr euren Musikstil beschreiben müsstet, auf welche Weise würdet ihr das tun? Picco: Ganz grob gesagt passen wir vielleich tin die Sparte des Synthiepop. Aber wir nehmen im Grunde unsere Einflüsse innerhalb der Musik von Say Y von überall her,so dass es schwierig ist mit einer Festlegung. All das was wir so hören verarbeiten wir irgendwie auf unsere Weise in die Musik ein. Wir haben da keine zu festgefahrene Schublade woran wir uns halten könnten um zu sagen, wir machen genau das oder das und wollen es auch gar nicht! MAX NITZSCHKE: Das Prädikat Gothic bei euch drüber zu stülpen passt bei eurer doch elektronisch unterlegten Musik, die vom Wechselgesang von euch beiden lebt, ja so gar nicht, um so interessanter das ihr auf einem Gothic Festival spielt! Picco: Das ist schon richtig soweit, eine Gothicband sind wir auf keinen Fall. Ich würde eher sagen, wir bedienen dann wohl hier eher die Wave – Schiene. Dda passen wir dann vielleicht eher hinein. Aber genau weiß ich es auch nicht, vielleicht sind wir auch nur Alternative, Ulli meinst du? Sind wir alternativ? (er lacht) MAX NITZSCHKE: Seid wann kennt ihr zwei euch, man hat live das Gefühl, dass ihr auf der Bühne sehr eingespielt seid und ich lange kennt? Picco: Say Y gibt es nun seid 1995 allerdings war das noch eine andere Besetzung. Uli und ich sind jetzt seid September 1999 zusammen auf der Bühne. Vorher hatten wir eine andere Sängerin und Ulli ist dann versetzt eingestiegen. Vor ihrem Einstieg haben wir auch unter dem Namen Say Y zwei Alben selbst produziert und jetzt mit ‚Refill’ das offizielle Debütalbum auf den Markt gebracht. MAX NITZSCHKE: Von den Thematiken die ihr ansprecht, es ist sehr viel von Liebe und Selbstfindung die Rede, in wie weit sind die Texte autobiographisch? Picco: Also wenn man es in Prozente packen müsste, wären wohl ungefähr 70% des Albums autobiographisch. Der Rest ist einfach dichterische Freiheit. Für das Schreiben der Texte ist eigentlich keiner von uns beiden fest verantwortlich, das läuft mehr so, dass der, der gerade eine Idee hat den Text schreibt. So sitzt jeder von uns oft zu Hause, hat einen Einfall und schreibt seine Texte sofort nieder und dann setzen wir uns demokratisch abstimmend zusammen und überlegen uns die Musik dannach. MAX NITZSCHKE: Wenn ihr ein Album produziert, inwieweit versucht ihr dann einen roten Faden hineinzubauen, also eine Art Konzeptalbum zu erschaffen? Picco: Das haben wir vor dem offiziellen Debütalbum so gemacht. Bei dem Debütalbum allerdings ist es eher ein Zusammenschnitt des gesamten bisherigen Materials von Say Y und dadurch ist dieser Faden natürlich nicht ganz so stark da und würde auch angeschafft wirken! Aber ich denk beim nächsten Album könnte es schon wieder so sein das ein hörbarer Faden sich hindurchzieht. MAX NITZSCHKE: Wann seid ihr für das aktuelle Debütalbum ins Studio gegangen und wie lange dauerte die Aufnahmezeit? Picco: Wir sind erst im August oder so wirklich ins Studio gegangen und arbeiteten dann gut einen Monat an dem Material. Dass haben wir aber nicht so kontinuierlich gemacht, sondern eher mal hier drei Tage sich ins Studio verzogen dann wieder eine Woche mit einer Pause dazwischen, so dass sich insgesamt gut ein Monat ergeben hat. MAX NITZSCHKE: Könnt ihr ein paar Songideen, evtl auch eigene Favoriten für unsere Leser aus dem Album verraten? Picco: Ein Song der mir von diesem Album sehr am Herzen liegt ist ‚I was born to be a rebel’, der hat eine ziemlich ernste persönliche Geschichte zur Grundlage und ich habe versucht, diese zu verarbeiten. Ulli: Also bei mir war das eigentlich ‚Angels’, weil mit dem Symbol des Engels haben wir eigentlich alle irgendwie etwas zu tun und ich dachte mir, schreib ich doch einfach einmal einen Song darüber. Das Problem bei mir war halt, dass ich bei den neuen Sachen jetzt teilweise noch nicht so stark integriert war, da vieles zum Teil schon fertig war und als ich in die Band einstieg waren sie also praktisch schon da. Musiktechnisch sind eigentlich nur ‚Made for you’ und ‚Angels’ von mir. ‚Made for you’ ist ein für mich sehr persönlicher Song, da er von einer Liebesgeschichte handelt die ich hier verarbeitet habe. Beim nächsten Album wird es dann so denken wir so sein, dass wir das Texte schreiben 50/50 aufteilen werden, damit wir einen Ausgleich haben. MAX NITZSCHKE: Inwieweit spielen für euch Religion (angeregt durch ‚Angels’) eine Rolle? Ulli: Na ja, ich sehe Engel jetzt nicht als religiös an, damit hab ich auch absolut nix am Hut! Ich habe nach einem ästhetischen Bild gesucht, und Engel sind nun einfach mal schön oder vielleicht besser anmutig. Allerdings geb ich zu, dass es jetzt schwierig ist zu erklären, warum ich dann dieses Bild breche und singe ‚with broken wings and bloody eyes..’. Mit Religiösität hat es nichts zu tun, denn Religion an sich ist für mich ein Zwangszustand und ein Engel bedeutet für mich ein Schutzsymbol ganz außerhalb der Kirche stehend. An den kann ich mich wenden, wenn ich schutzsuchend bin. MAX NITZSCHKE: Wenn ihr ein wenig auf eure Fans schaut, logisch dass hier zum WGT vorwiegend Schwarze da sind, inwieweit stammen sie tatsächlich aus dieser Szene und wie seht ihr eure Stellung innerhalb der selben? Ulli: (lachend) Oh jee ich sag jetzt bestimmt was falsches. (nach Überlegung) Also eine Ehre ist es schon hier spielen zu dürfen, inmitten von einem Haufen bekannter Bands. Wenn man unser Konzert heute betrachtet, es spielten jetzt vor oder nach uns keine großen Konkurrenzbands, die schon ewig auf dem Markt sind. Trotzdem war es hier mit fast 400 Leuten voll. Wir sind ja jetzt schon das zweite Jahr dabei, im vergangenen Jahr im Werk II, und man merkt deutlich den Unterschied nach der Veröffentlichung der CD, dass obwohl ich eher dachte na es wird dieser Szene sicherlich zu poppig sein, dass ein großes Interesse da ist. Es gibt auf der CD vielleicht eins zwei Lieder die düster sind, wie ‚Angels’ und damit Goths ansprechen, der rest ist ja doch eher Partymucke *grinst*. Daran ist uns auch sehr gelegen, dass wir auch die Allgemeinheit ansprechen wollen. Ich befürchte sonst son bisschen, dass wir in eine Schublade gepresst werden, und wenn wir da erst einmal drin sind, dann kommt man dort nur schwer wieder raus. Also so richtig schwarz und düster sind wir halt einfach nicht! Picco: Na ich würde mich mehr in Richtung Depeche Mode oder De Vision einordnen, die zum Anfang mehr bunte Musik machten und nach und nach schwarz geworden sind. MAX NITZSCHKE: Lass uns noch auf den Titelsong bzw. den Titel der CD eingehen, sie heißt ‚refill’, was hat es damit auf sich? Ulli: Na wie gesagt, die Lieder sind ja schon älter und teilweise auch verändert worden. Ich hab halt den alten Songs eine neue Stimme verliehen und deshalb sie gewissermassen aufgefüllt, wenn man das so nennen mag, also „refilled“. MAX NITZSCHKE: Habt ihr denn eine klassische Musikausbildung genossen, oder wart ihr autodidaktisch unterwegs? Ulli: Nee nee ich hab schon sone klassische Karriere durchgemacht. Ich kann zwar kein Instrument spielen, aber ich denk singen kann ich ganz gut (lacht ironisch). Es ist halt Hobby und Leidenschaft zugleich, ich könnte es mir auch nicht mehr anders vorstellen! Ich würde mich umbringen, wenn ich es nicht mehr könnte. Und Picco, wenn er plötzlich kein Keyboard mehr spielen könnte, weil die Hand ab ist oder so, wäre er auch tot! Seid ich mit ihm zusammen arbeite ist das aber auch noch viel extremer geworden, ich mein es war vorher schon schlimm, aber jetzt wo ich auch sehe, dass wir Erfolg haben, kann man sich nicht mehr vorstellen irgendwann zu sagen ich hör jetzt auf. Wenn du einmal auf der Bühne gestanden hast willst du immer mehr! MAX NITZSCHKE: Wenn wir schon dabei sind, wie geht es für euch denn jetzt weiter? Ulli: Nun ja, wir wollen natürlich noch viele CD’s verkaufen und neue Stücke dazukommen lassen. Erfolgreich bleiben, nicht abheben dabei und möglichst viel live spielen! Wir werden viel für unsere Fans da sein! MAX NITZSCHKE: Dann danke ich euch herzlich und Viel Glück! (maximilian nitzschke, www.maximilian-nitzschke.de, maximilian-nitzschke@gmx.de) KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle (H.H.) = Haiko Herden |