BACK AGAIN: ELECTRO

GENEVIÉVE PASQUIER – Pulse (7“ 2004)

(Disorder Records/Das Drehmoment)

Eine ganze Weile hat es gedauert, bis von Disorder Records nach den tollen 7“s von Le Syndicat Electronique und The Rorschach Garden nun das dritte Werk erschienen ist. Ich habe keine Ahnung, ob das an Finanzierungsproblemen lag oder aber daran, dass man auf das „richtige“ Material warten wollte.

Wenn letzteres zutrifft, dann hat sich das warten gelohnt, denn die Single von GENEVIÉVE PASQUIER ist wirklich grandios. Diesmal gibt es weniger Minimal-Electro, als Industrial-Pop zu hören. Irgendwo habe ich auch den schönen Begriff „Angst-Pop“ gelesen, der zum Titelstück „Pulse“ ziemlich gut passt. Ein rhythmischer, archaisch wirkender Wave-Ohrwurm mit einigen schrägen Einlagen. Irgendwie erinnert es mich an die frühen Sachen von Danielle Dax und auch so manche dunklere Sachen von Chris & Cosey kommen mir in den Sinn. Definitiv ein Hit für die „schwarzen“ Clubs im Lande, die sich einen gewissen Anspruch bewahrt haben und nicht nur die DAC runternudeln. Der zweite Titel „Gone...“ ist weitaus experimenteller und ziemlich düster, irgendwo zwischen Industrial und Ambient und leider instrumental. Schade, ich mag die Stimme der Musikerin sehr gerne hören. Auf der B-Seite gibt es dann das 7-minütige „Good-Girl-Bad“, ein Industrial-Monstrum mit hypnotischer Wirkung, das bei den entsprechenden Partys sicher für Aufsehen sorgen wird.

Wie nicht anders von Disorder Records zu erwarten, ist auch die dritte Veröffentlichung des Labels wieder ein Leckerbissen, diesmal eher für Industrial-Freaks als Minimal-Electro-Puristen. Die Single gibt es 100 Mal in rotem und 300 Mal in schwarzem Vinyl und das Beiblatt ist mal wieder ausgesprochen schön gestaltet, also definitiv ein Pflichtkauf. (A.P.)

KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle   (H.H.) = Haiko Herden