BACK AGAIN: ELECTRO

THE NEON JUDGEMENT - Blood & Thunder (CD 1989)

(Play It Again Sam, SPV)

Das Duo THE NEON JUDGEMENT hat mit “Blood & Thunder” ein gelungenes Album abgelegt. Ihre elektronische Musik würzen sie mit Gitarren, sind aber fernab von jeglichem Crossover-Klischee, vielmehr bieten sie eine witzige Mischung aus elektronischen Rhythmen mit E-Gitarren, die tatsächlich den einen oder anderen Western-Einschlag haben, allerdings und gottseidank keinen Banjo-Country-Einschlag oder Blue Grass-Klänge, sondern eher so schrammelige Tom Waits-Sounds. Neben der Singleauskopplung „Games Of Love“ ist noch „Don´t Wish Me Luck“ und „This City“ sehr hörbar, weil poppig angehaucht. Ansonsten gibt es auch, gerade in der zweiten Hälfte der CD einige eher experimentelle Stücke ohne rechte Songstruktur. Alles in allem sicher kein Jahrhundert-Album, noch nicht einmal ein „Album des Jahres“, dafür aber netter und solider Endachtziger-Durchschnitt. (H.H.)


THE NEON JUDGEMENT – Game Of Love (MCD 1989)

THE NEON JUDGEMENT sind ein Duo, bestehend aus TB Frank und Dirk DaDavo . Die beiden haben sich schon in der ersten Hälfte der Achtziger zusammengetan und ihre eigene Art Musik kreiert, die erste Singe kam 1982 raus. Heutzutage unter dem Genre-Namen EBM eingeordnet, finde ich aber, dass NEON JUDGEMENT durchaus mehr zu bieten haben, als manch andere Band dieser Musikrichtung. Viele ihrer Songs sind richtig melodisch und poppig, haben aber trotzdem einen eigenen Stil, sie predigen halt die Vielfalt. „Games Of Love“ ist eine Maxi aus dem Jahre 1989 und beinhaltet vier Tracks. Das Stück „Games Of Love“ ist eines ihrer bekannteren Lieder geworden und findet sich auch auf der „Blood And Thunder“-CD, ebenfalls 1989 erschienen, wieder. Das Titelstück ist noch einmal als „Mojo Mix“ enthalten, welches ein bisschen weniger Pop-Elemente hat, sich aber nicht allzu sehr vom Original entfernt. Dazu gibt es dann noch „No Truth To Tell“ und „Condition Reflex“, die NEON JUDGEMENT-Mittelmaß sind. (H.H.)


THE NEON JUDGEMENT – At Devil´s Fork (CD 1995)

(Synthetic Symphony/SPV)

Derzeit erscheinen diverse Electronic Body Music-Legenden wieder mal auf der Bildfläche, neben A Split Second hier nun THE NEON JUDGEMENT, die mit dem Titel „Chinese Black“ einen ewigen Electro-Klassiker geschaffen haben. Also mal sehen, was das neue Album so bringt. Natürlich sind Gitarren dabei, wie es sich anscheinend heute für jede Electro-Gruppe gehört. THE NEON JUDGEMENT haben sich aber glücklicherweise weniger von ihren Wurzeln entfernt, als andere Gruppen, klingt halt wie EBM mit Gitarre und jeder Menge Samples, dazu nich irgendwie seltsam eingängig, nicht im Sinne von poppig, aber manchen Sequencerläufe klingen recht vertraut. Für die Tanzfläche sind auch fast alle Lieder geeignet. Leider ist die CD manchmal etwas unterproduziert, an einigen Stellen hätte man deutlich mehr herausholen können. Trotzdem gefällt mir die CD, auch wenn sie am Anfang ungewöhnlich klingt. Eine Version von „Chinese Black“ ist dann auch noch ans Ende der CD gepackt worden, allerdings konnte ich mich noch nicht entscheiden, ob ich sie gut finde, oder nicht. In jedem Falle aber ist sie aber interessant. Sehr monoton, mit Gitarren und etwas weniger Monumentalität als früher. So würde es vielleicht klingen, wenn die Sisters Of Mercy das Stück 1984 aufgenommen hätten. Fazit: THE NEON JUDGEMENT haben sich entwickelt, dürften aber trotzdem noch die alten Fans überzeugen. (A.P.)

KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle   (H.H.) = Haiko Herden