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NCOR
– Nimm Mich (CD 2005)
(Final Dusk Records/Broken
Silence)
Seit
Ende der 90er Jahre macht die Band NCOR die Ochsentour, also viel live
spielen, an Bandwettbewerben teilnehmen (und beim Sonic Seducer – Battle Of
The Bands gewinnen) und sich so nach und nach eine solide Fanschar aufbauen.
Das erste Album erschien noch bei Strange Ways, das neue jetzt bei Final
Dusk Records. Deutsche Texte bei Electro- oder neudeutsch Future-Pop sind
sowieso angesagt und auch okay, wenn sie so unpeinlich sind, wie hier. Das
Ganze ordentlich tanzbar abgemischt und fertig ist eine neue Szeneband, die
sich sicherlich noch weiter hocharbeiten wird und bestimmt durchweg gute
Presse bekommt. Das klingt doch alles ganz gut, aber trotzdem springt bei
mir der Funke nicht so richtig über, vielleicht weil bei der Produktion ein
wenig die Power fehlt. Das hätte man sicher deutlich kraftvoller und weniger
glatt gebügelt hinbekommen können. So, wie das Album jetzt rüber kommt,
könnte es ohne heraus zu stechen locker in den Charts auftauchen. Vielleicht
ist das bewusst so gemacht, weil Charterfolg das Ziel der Gruppe ist, was
auch okay ist, die Band aber für mich etwas uninteressant macht. Dabei sind
in einigen Songs durchaus auch experimentelle Sounds und Momente vorhanden,
aber man hat halt die Ecken und Kanten weg geschliffen. Ich kann mir gut
vorstellen, dass das alles live deutlich besser rüber kommt. Liebe
Produzenten, Label- und Vertriebsmenschen, Management-Leute und wer sonst
noch so alles mitredet: lasst der Band doch einfach die Möglichkeit, ihren
ganz eigenen, unverfälschten Sound zu entwickeln, dann klappt das mit dem
kommerziellen Erfolg vielleicht etwas später, aber es wirkt authentischer
und hält sich garantiert längerfristiger. Den Beweis haben da zum Beispiel
Oomph! gegeben, die sich nie haben verbiegen lassen.
Klar sind die Lieder auf
„Nimm Mich“ allesamt ganz ordentlich, aber der letzte Funke fehlt einfach
noch. Wer die Blind Passengers mag (na ja, nicht gerade deren
Gitarrenorgien) oder auch manches von And One, liegt hier richtig.
Anspieltipp: „Tanz Mit Dem
Feuer“. (A.P.)
KONTAKT ZU DEN
AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle
(H.H.) = Haiko Herden |