TOUR DE FRANCE
SOUNDTRACKS
EXPO 2000 REMIX
EXPO 2000 - Kritik 1
EXPO 2000 - Kritik 2
SHOWROOM DUMMIES
THE MIX
COMPUTERWELT
DIE MENSCH-MASCHINE
TRANS EUROPA EXPRESS
RADIOAKTIVITÄT
AUTOBAHN
KRAFTWERK
– Tour De France Soundtracks (CD 2003)
(Emi)
Nach
20 Jahren endlich ein neues Album von KRAFTWERK? Mit richtig neuen Stücken?
Das Unglaubliche ist wahr geworden, mit „Tour De France Soundtracks“
erscheint das erste Album seit „Electric Cafe“ (mal abgesehen vom Remix
Album „The Mix“ Anfang der 90er). Millionen von Fans haben mit feuchten
Fingern (resp. Ohren) darauf gewartet. Würden KRAFTWERK im alten Stil weiter
machen? Würden sie die modernen Einflüsse verarbeiten? Würden sie gar wie
früher etwas Zukunftsweisendes präsentieren?
Im
Prinzip will man als Fan aber natürlich das bekommen, was man an der Band
immer liebte und da werden die Massen mehr als gut bedient. Natürlich klingt
KRAFTWERK 2003 nicht mehr wie zu Zeiten der großen Klassiker
„Radioaktivität“, „Trans Europa Express“, „Die Mensch-Maschine“ oder
„Electric Cafe“, aber Elemente all dieser Meisterwerken sind immer noch
vorhanden und werden ausgebaut. Trance und Techno haben ihre Spuren im Sound
hinterlassen, ohne aber zu sehr in den Vordergrund zu kommen. Geblieben ist
die elektronisch verfremdete Stimme und die perfekte Produktion, ein
Singlehit im Stile von „Das Model“, „Die Roboter“ oder „Musique Non Stop“
ist nicht dabei, wenn man mal von der Neuaufnahme des alten Hits „Tour De
France“ absieht, aber das ist auch gar nicht nötig. Stattdessen werden die
Hörer mit verspielten und ausgeklügelten elektronischen Kompositionen
verwöhnt, bei denen manche, wie zum Beispiel “Vitamin“ durchaus auch
Ohrwurm-Qualitäten haben.
Der
Anfang der CD mit den Stücken „Tour De France Etape 1-3“ ist noch sehr
komplex und experimentell. Danach folgen jedoch einzelne Stücke, die mehr
Songcharakter haben, was mir persönlich bei KRAFTWERK immer besser gefallen
hat. Insofern birgt die CD kaum Überraschungen, die ich mir aber auch gar
nicht wirklich gewünscht habe. Die Frage ist doch eigentlich, ob KRAFTWERK
heute altmodisch und „retro“ klingen, oder ob sie Ende der 70er/Anfang der
80er musikalisch schon so weit voraus waren, dass sie heute immer noch
innovativ und modern klingen. Ihr Einfluss auf die Musikwelt bleibt
jedenfalls unbestritten. Wer jahrelang gierig auf neues Material gewartet
hat und jetzt rum meckert, dass das Album enttäuschend sein soll, der sollte
sich mal überlegen, wofür er KRAFTWERK früher geliebt hat, denn genau das
wird hier geboten. Wenn die Düsseldorfer etwas völlig anderes gemacht
hätten, wäre das Geschrei auch groß gewesen.
Für
mich reiht sich „Tour De France Soundtracks“ problemlos in die Reihe der
Vorgängeralben ein, allerdings eher im Mittelfeld und nicht an der Spitze.
Ich jedenfalls bleibe KRAFTWERK-Fan. Wahrscheinlich wird wieder einmal
zuerst im Ausland erkannt, dass KRAFTWERK auch heute noch wichtig sind. Die
Deutschen meckern erstmal rum und erkennen das dann Jahre später. Selbst
schuld. (A.P.)
KRAFTWERK Expo 2000 Remix (MCD 2000)
(Kling Klang/Emi-Electrola)
Zum Ende der Expo 2000 in Deutschland bringt das Elektroprojekt noch
eine Maxi mit Remixen ihres Tracks "Expo 2000" auf den Markt, allerdings nicht
selbst remixt, sondern von diversen anderen Leuten. Es beginnt mit dem "Orbital
Mix", der dem KRAFTWERK-Track seine Atmosphär läßt und eigentlich auch von Hütter
und Konsorten selbst sein könnte. Es folgt ein tranciger "Francois K + Rob Rives
Mix" mit, der nicht schlecht ist und auch die Expo-Roboterstimmen erklingen läßt.
Der "DJ Rolando Mix" ist auch nicht allzu übel, klingt wie ein Clubmix mit
hüpfenden Bässen. Der "Underground Resistance Mix" piept herum und hat einen
Tanzrhythmus unterlegt, leider absolut nicht erwähnenswert. Der "Ur Infiltrated
Mix" ist auch nur dahingeschludert und langweilt und der "Ur Thought 3 Mix"
läßt wenigstens noch KRAFTWERK irgendwo raushören. Alles in allem eine eher unnötige
CD, nur für Hardcore-KRAFTWERK-Fans. So hat sich die Expo wenigstens für KRAFTWERK
gelohnt, zwei CDs innerhalb eines Jahres ist ja fast schon Overkill. (H.H.)
KRAFTWERK - Expo 2000 (MCD
1999)
(Kling Klang/Emi-Electrola)
Unendlich lange haben wir gewartet, das letzte
echte Album gab es 1986 und hieß "Electric Cafe", 1991 wollte man die Fans noch
etwas verwöhnen und brachte "The Mix" raus. Einige Zeit danach gab es dann noch
eine Tour und dann sind KRAFTWERK endgültig in den Untergrund getaucht. Seit Jahren gibt
es Gerüchte, daß ein neues Album auf den Markt kommen soll, und nun, endlich wieder ein
Lebenszeichen. Es gibt eine neue Maxi-CD, denn KRAFTWERK haben das offizielle Lied zur
Expo 2000 komponiert. Von KRAFTWERK erwartet man immer bahnbrechendes, sie waren er
Vorläufer der Synthesizermusik, haben den Elektro-Pop kreiert, die Neue Deutsche Welle
und Techno maßgeblich beeinflußt und haben sogar mit "Electric Cafe" Drum´n
Bass vorweggenommen. Nun muß natürlich neue Musik KRAFTWERKs wieder neue Maßstäbe
setzen, tut sie aber nicht! "Expo 2000" ist ein Mischmasch aus ihren alten
Platten. Man hört hier und da etwas "Autobahn" raus, "Tour de France"
ist ebenso vertreten wie "Nummern" und "Musique Non Stop" und gewürzt
ist alles mit den unterschiedlichten Roboterstimmen, die wir von den verschiedenen Alben
der Elektroniker kennen. KRAFTWERK gibt also keine neuen Musikanstöße, wie alle vermutet
haben und das wird viele Kritiker dazu veranlassen, die Scheibe zu verreißen. Für
KRAFTWERK-Fans ist die Scheibe aber eine Gabe Gottes. Worauf ich noch warte, ist eine
Wiederveröffentlichung der ganzen alten Maxiversionen und B-Seiten. (H.H.)
KRAFTWERK - Expo 2000 (MCD
1999)
(Kling Klang/Emi)
Nach ewigen Zeiten, die nur mit einigen wenigen
Konzerten überbrückt wurden, gibt es endlich etwas wirklich neues von KRAFTWERK, sieht
man mal von der eher mittelmäßigen The Mix ab, eigentlich die ersten
wirklich neuen Aufnahmen seit Electric Cafe, was immerhin schon Mitte der 80er
Jahre war (dabei muß ich ganz nebenbei gesagt an Michaela Mertins denken, lang lang
ist´s her...). Durch die Produktion des Expo 2000 Jingles waren KRAFTWERK ja vor einigen
Monaten plötzlich wieder ziemlich im Rampenlicht, mit dieser MCD beweisen sie nun, daß
sie nichts verlernt haben und nicht zu unrecht behauptet wird, daß sie die elektronische
Musik wie keine andere Gruppe beeinflußt und geprägt haben. Vier Mixe des neuen Stückes
finden sich auf der CD wieder, wobei der Radio Mix eigentlich nicht einmal der
eingängigste ist, aber dennoch sofort im Ohr bleibt. Obwohl die Musik alles andere als
poppig ist, könnte ich mir vorstellen, daß es ein Hit wird. Musikalisch schließt man
eigentlich nahtlos an Musique Non Stop und eigentlich das ganze Electric
Cafe Album an. Bester Mix, vielleicht auch, weil am leichtesten zu konsumieren und
am tanzbarsten, ist der Kling Klang Mix 2002, das läuft bei mir teilweise 10
x hintereinander. KRAFTWERK haben mit dieser Maxi bewiesen, daß man auch im kommenden
Jahrtausend mit ihnen rechnen muß, bleibt nur zu hoffen, daß es mal ein wirklich neues
Album gibt, daß an Klassiker wie Radioaktivität, Die
Mensch-Maschine oder Electric Cafe anschließen kann. (A.P.)
KRAFTWERK – Showroom Dummies (CD 1992)
(Cleopatra Records)
Die
US-Firma CLEOPATRA RECORDS besitzt offenbar die US-Rechte an diversen
KRAFTWERK-Releases, wie zum Beispiel „Radioactivity“, „Trans Europe Express“
und „The Men Machine“. Die CD „Showroom Dummies“ ist im Grunde nur ein
kleiner Sampler mit Tracks, die allesamt bereits veröffentlicht wurden. „The
Robots“ ist gleich in zwei Versionen enthalten, einmal die sogenannte „Extended
Version“, doch es stellt sich heraus, dass es die ganz normale Album-Version
ist. Danach kommt dann noch halt eine kurze Version des gleichen Stückes.
Auch der Bonustrack (wieso ist das ein Bonustrack?) „Spacelab“ ist exakt das
Gleiche, was man von der „Men Machine“ her kennt Weiterhin sind noch zwei
Versionen des Stückes „Schaufensterpuppen“ zu hören. Einmal die normale
Version in Englisch, die man hier als „Single Version“ deklariert hat und
einmal, und das dürfte vielleicht das einzige interessante Stück dieser CD
sein, die französische Fassung des Stückes mit Titel „Les Mannequins“, das
ebenfalls in einer sogenannten „Single Version“ vorliegt. In meinen Augen
ist diese CD nur etwas für KRAFTWERK-Sammler.
(H.H.)
KRAFTWERK – The Mix (CD 1991)
(Kling Klang/Emi Electrola)
Wieder
mussten die Fans satte fünf Jahre warten, um eine neuen KRAFTWERK-LP in die
Finger zu bekommen. Neu ist da natürlich ein bisschen zuviel gesagt, denn „The
Mix“ bietet in dem Sinne kein neues Material, sondern all die bekannten
Stücke in zeitgemäßem Gewand, eingespielt mit dem modernsten, was die
digitale Musikwelt zu diesem Zeitpunkt zu bieten hatte. Insgesamt wurde die
Musik auch tanzbarer abgemischt. Ungefähr zeitgleich zum Erscheinen der
Platte stiegen Karl Bartos und Wolfgang Flür aus der Band aus. Beide waren
schon seit „Autobahn“ bei der Band dabeigewesen. Zum Erscheinen des Albums
machte KRAFTWERK noch einmal eine ausgedehnte Tour und ich darf stolz
verkünden, dass ich das Hamburger Konzert miterleben durfte. Es wird mir
niemals vergessen sein. Punkt 20 Uhr startete es, auf die Sekunde genau, wie
man es von KRAFTWERK erwartet. Neben Ralf Hütter und Florian Schneider
standen noch Fritz Hilpert und Fernando Abrantes auf der Bühne sowie vier
Roboter. 20.000 Leute besuchten die acht Konzerte in Deutschland. Leider
sollte „The Mix“ die bis heute letzte Veröffentlichung von KRAFTWERK sein,
außer einer Maxi-CD zur Expo 2000 in Hannover. Schade. Gerüchte ranken sich
jederzeit, dass endlich eine neue LP auf den Markt kommen soll, doch
gekommen ist bislang nichts. KRAFTWERK dürfte es auch schwer haben, etwas
neues zu veröffentlichen und die Leute zu befriedigen, denn alle erwarten
unmögliches von ihnen: Noch nie dagewesenes. Das gibt es leider nicht mehr.
Hoffentlich haben KRAFTWERK diesen Anspruch nicht, etwas noch nie
dagewesenes zu veröffentlichen, denn sonst hören wir ja nie wieder etwas. (H.H.)
KRAFTWERK - Electric Cafe (LP 1986)
(Kling
Klang/Emi)
Dieses
Mal mussten die KRAFTWERK-Fans noch länger auf neuen Output warten, nämlich
fünf Jahre. Das Material war in Grundzügen eigentlich schon 1983 fertig und
sollte unter dem Plattentitel „Techno Pop“ inklusive der Single „Tour de
France“ erscheinen, doch irgendwie Ralf Hütter hatte einen Fahrradunfall und
so verzögerte sich die Produktion. Zu dieser Zeit auch gab es einen großen
Sprung im Synthesizer-Business und alles wurde digital und so haben
KRAFTWERK alles wieder abgeblasen und die Stücke neu überarbeitet. Das war
ärgerlich, denn die Platte war schon mit Anzeigen beworben worden. „Electric
Cafe“ war wieder einmal mehr als wegweisend und brachte die Techno- und
Housewelle endgültig ins Rollen. Das Album wirkt, besonders auf der erste
LP-Seite, wie ein langer Mix, da die Tracks alle irgendwie miteinander
verwoben waren. Der Sound war wieder elektronischer, minimaler und noch
tanzbarer, aber ich muss gestehen, dass es sich bei diesem Album um das
langweiligste aus der ganzen KRAFTWERK-Schaffensperiode handelt. Okay, „Der
Telefonanruf“ oder auch „Musique Non Stop“ sind wirklich gelungen, doch es
gibt auch Stücke, die nicht so richtig begeistern können, wie zum Beispiel
„Sex Objekt“. Zu „Musique Non Stop“ gibt es übrigens ein, für damalige
Verhältnisse, bahnbrechendes computeranimiertes Musikvideo. Leider war dies
der letzte KRAFTWERK-Output mit neuem Material und nur noch „The Mix“ Anfang
der 90er Jahre führte uns einige KRAFTWERK-Hits im zeitgemäßen Gewand daher.
Zur Expo 2000 brachte die Band dann noch eine Maxi-CD auf den Markt, aber
die hat keine neuen Eindrücke bringen können. KRAFTWERK haben es wirklich
schwer, denn sie sind wieder gezwungen, neues in die Musik zu bringen, doch
das können sie nicht, denn es ist alles schon dagewesen. Wäre trotzdem
schön, mal wieder was von ihnen zu hören, denn es muss ja nicht immer was
neues sein, etwas im alten Stil würde doch auch toll sein. Jedenfalls gibt
es schon seit Jahren Gerüchte, dass ein neues Album kommen soll, aber
bislang waren das halt wirklich nur Gerüchte. (H.H.)
KRAFTWERK –
Computerwelt (LP 1981)
(Kling Klang/Emi)
Gab
es bislang immer in relativ regelmäßigen Abständen neue Alben von KRAFTWERK,
mussten die Fans dieses Mal satte drei Jahre auf das neue Werk warten.
Hierzu haben sie sich komplett von der Umwelt abgekapselt und sind niemals
öffentlich aufgetreten. Ein kleines Lebenszeichen zwischendurch allerdings
war eine Maxi-CD mit Titel „Tour de France“. Die Welt um sie herum begann
sich zu verändern, die ersten Heimcomputer erblickten das Licht der Welt und
dieser Entwicklung trugen die genialen Musiker Rechnung. Sie entwickelten
neue eigene Musikinstrumente und verfeinerten ihre Musik. Mehr noch als die
Vorgänger kann man die Musik Techno-Pop nennen und die ganze Techno-Welle
hat ihren Adam in diesem Album. Nicht umsonst hört man immer wieder
KRAFTWERK-Samples in diversen Techno-Tracks. In Deutschland kletterte das
Album sogar bis auf Platz 7. In England kam wieder alles etwas später und
erst im Jahre 1982 kam das Album dort auf Platz 15 der Charts.
Sensationellerweise aber waren auch „Die Mensch-Maschine“ und „Trans Europa
Express“ dort gleichzeitig in den Alben-Charts. In Deutschland wurde im Zuge
der Neuen Deutschen Welle die alten Alben von KRAFTWERK wieder aufgewärmt
und „Das Modell“ stieg hoch in die Hitparaden ein. In meinen Augen ist
„Computerwelt“ das allerbeste KRAFTWERK-Album überhaupt und Tracks wie
„Nummern“ und „Computerliebe“ sowie „Computerwelt“ sind echte
All-Time-Classics. Wirklich fantastisch. Die KRAFTWERK-Fans mussten sich von
nun an aber immer länger gedulden, neues von ihrer Band zu hören. (H.H.)
KRAFTWERK – DIE MENSCH-MASCHINE (LP 1978)
(Kling
Klang/Emi)
So,
Freunde, was soll ich schon groß sagen zu einem der wichtigsten deutschen
Alben aller Zeiten? KRAFTWERK hat sich in der Zwischenzeit ein vollkommenes
Image aufgebaut und bringen mit diesem Album aus dem Jahre 1978 ihren
Beitrag zur Uniformität und Kälte der Zeit. Ihre roten Hemden und ihr Blick
gen Osten gerichtet spielen sie auf totalitäre Diktaturen an und stellen
sich selbst als Roboter hin, die durch die Mensch-Maschine gefertigt wurden.
Auch ihre Musik ist noch kälter, noch maschineller geworden (der passende
Soundtrack zum Film „METROPOLIS“ von Fritz Lang), was sie live auf der Bühne
dadurch ausdrückten, dass sie sich selbst durch Puppen ersetzten, die sie
hinter die Synthesizer stellten. Die Musik selbst ist noch einen Schritt
monotoner geworden, aber durchaus tanzbarer. Das ist es, was man „Techno
Pop“ nennt und woraus unzählige Musiker ihre Einflüsse zogen. Techno wäre
ohne „DieMensch-Maschine“ in dieser Form nicht möglich gewesen. Das Album
war ein großer Erfolg, doch erst mit dem Einsetzen der Neuen Deutschen Welle
sollte sich auch der kommerzielle Erfolg so richtig einstellen. Die Single
„Die Roboter“ schaffte es bis auf Platz 5 in Deutschland, „Das Modell“ sogar
Platz 1 in England. Das beweist wohl eindeutig, dass KRAFTWERK ihrer Zeit
voraus war, immerhin dauerte es drei Jahre, bis die Platte zu einem Erfolg
wurde. Wie eingangs erwähnt, „Die Mensch-Maschine“ ist eines der wichtigsten
Alben aller Zeiten und ist wirklich eine absolute Pflichtplatte nicht nur
für Fans von Elektronic-Musik. (H.H.)
KRAFTWERK – Trans Europa Express (LP1977)
(Kling
Klang/Emi)
Das
ist bereits das sechste Album von KRAFTWERK und im Grunde ist es eine
Fortsetzung von „Autobahn“, nur das es dieses Mal um die endlose und
monotone Reise in einem Zug geht. Das gesamte Album spiegelt dieses Feeling
wieder, so dass man „Trans Europa Express“ als wahres Konzeptalbum verstehen
kann. Neben dem Titeltack „Trans Europa Express“ sind die zwei bekanntesten
Stücke „Schaufensterpuppen“ sowie „Spiegelsaal“. Letzterer wurde sogar von
Siouxsie And The Banshees gecovert. Überhaupt wurden KRAFTWERK von vielen
Bands auf der Welt verehrt und bewundert. David Bowie war ja schon seit
„Radioaktivität“ ganz großer KRAFTWERK-Fan und Bands wie Cabaret Voltaire
und Genesis P´Orridge´s haben Teile des Stiles übernommen. Hip Hopper Africa
Bambaataa nutzte sogar einen Sample aus „Trans Europa Express“ für seinen
großen Hit „Planet Rock“. (H.H.)
KRAFTWERK – Radioaktivität (LP1975)
(Kling Klang)
Nach
dem großen Erfolg von „Autobahn“ im Jahre 1974 veröffentlichte KRAFTWERK
bereits im Jahre darauf das Album „Radioaktivität“. Da „Autobahn“ auch im
Ausland so große Erfolge erzielen konnte, haben die Jungens „Radioaktivität“
auch in einer englischen Fassung auf den Markt gebracht. Dieses
Vorgehensweise sollte auch in den nächsten Jahren so weitergehen. Zu dieser
Zeit übrigens erhielt die Band ein einmaliges Angebot von David Bowie, bei
ihm im Vorprogramm aufzutreten, doch das lehnte KRAFTWERK ab, da man viel
lieber am neuen Projekt arbeiten wollte. In Absprache mit Ralf und Florian
hat David Bowie dann im Zuge seiner „Thin White Duke“-Tour KRAFTWERK mittels
Tonband vorgestellt. Wenn man KRAFTWERK kennt, weiß man, dass dieses
Vorgehen viel besser in das Konzept passte. „RADIOAKTIVITÄT“ oder auch „RADIO-ACTIVITY“,
wie das Album in Amerika hieß, präsentierte einige unvergessene Melodien,
wie zum Beispiel das Titelstück „Radioaktivität“, welches noch einen
absoluten Pro-Atomkraft-Text aufwies. Auf ihrer Mix-CD Anfang der 90er dann
wurde die Zeile „Radioaktivität“ geändert in „Stoppt Radioaktivität“.
Interessant sind noch „The Voice Of Energy“ und“ Ohm Sweet Ohm“, wobei auch
weiterhin zu sagen ist, dass „Radioaktivität“ eher ein Konzept-Album ist,
auf dem die poppigen und melodischen Elemente Klangexperimenten unterworfen
wurden. Trotzdem, ein wahrer Klassiker. (H.H.)
KRAFTWERK – Autobahn (LP 1974)
(Kling
Klang/Emi)
Viele,
die sich nicht so sehr mit KRAFTWERK auskennen, glauben, dass „Autobahn“ die
erste Schallplatte dieser Gruppe sei. Dies ist allerdings nicht wahr, denn
es ist bereits die vierte, bzw. schon die fünfte. Ralf Hütter und Florian
Schneider haben sich in Düsseldorf auf der Universität kennen gelernt und
arbeiten seit 1968 musikalisch zusammen. 1970 veröffentlichten sie zusammen
mit einigen anderen Musikern unter dem Bandnamen ORGANISATION ihre erste LP
mit Namen „Tone Float“. Gleich darauf gründeten sie ihr Studio mit dem
genialen Namen KLING KLANG und Ralf und Florian spielten fortan alleine und
unter dem Namen KRAFTWERK. Die erste Platte mit Titel „Kraftwerk“ war bald
eingespielt und man tingelte ein wenig in der Gegend umher, ergatterte sogar
einen TV-Auftritt im „Beat-Club“ mit ihrem Stück „Truckstop Gandolero“.
Schon mit ihrem zweiten Album „Kraftwerk 2“ konnten sie noch mehr
Aufmerksamkeit erregen. Kurz darauf folgte die Langspielplatte „Ralf und
Florian“. Bis hierhin war die Musik noch sehr gewöhnungsbedürftig, geht ein
wenig in die Freejazz-Richtung.
Danach
taten die zwei ihren geschichtsschreibenden Schritt und kauften sich den
legendären Mini-Moog. Dieses Gerät benutzen heute sogar noch einige DJs und
Musiker, es ist nicht besonders komfortabel und man kreiert Töne, indem man
etliche Kabel in die vielen verfügbaren Buchsen steckt und Tausende von
Knöpfen und Reglern dreht. Außerdem entledigten sich Ralf und Florian ihrem
hippymäßigen Äußeren und stylten KRAFTWERK durch, vergrößerten sich sogar zu
einem Quartett. Mit ihrem 1974 erschienenen Album „Autobahn“ und der
gleichnamigen Single haben sie den ganz großen Durchbruch geschafft.
„Autobahn“ ist ein echter Durchbruch und legte den Grundstein für eine
sagenhafte Welteroberung. Kaum eine Band, die nicht in irgendeiner Form von
KRAFTWERK beeinflusst wurde. Alleine schon das Titelstück „Autobahn“ hat
eine Länge von 23 Minuten und brach damit alle Popmusik-Normen. Außerdem
brachte Ralf als Sänger das erste Mal Stimmen (mit einem Vocoder verfremdet)
in die Musik ein, jedenfalls bei „Autobahn“. Die zweite Seite der LP
beinhaltet die Tracks „Kometenmelodie 1“, „Kometenmelodie 2“, „Mitternacht“
und „Morgenspaziergang“ und sind wieder allesamt instrumental.
„Autobahn“ dürfte eines der wegweisendsten und revolutionärsten Alben aller
Zeiten sein. Derart elektronische Musik mit Pop zu verbinden und dies auch
noch zu einem kommerziellen Erfolg zu führen, ist ein Kunststück, welches
man KRAFTWERK ohne Kompromisse zuordnen muss. In Deutschland hat sich die
Single und die LP in den Top Ten platziert, doch „Autobahn“ ist auch das
erste deutschsprachige Album, dass in den USA bis in die Top Ten kam (genaugenommen
Platz 5). Dies ist Capitol Records zu verdanken, die großen Weitblick
bewiesen haben und in KRAFTWERK großes Potenzial sahen. In England übrigens
schaffte es das Album sogar bis auf Platz 4. (H.H.)
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