BACK AGAIN: ELECTRO
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Elektrosmog im
Selbstversuch – 1. Kernkrach Festival
Das örtliche Jugendzentrum wurde als nahezu perfekte Location ausgewählt und die teilnehmenden Bands wurden eingeladen: WERMUT aus Hamburg, deren Single auf Kernkrach an diesem Abend erschien, SOLITUDE FX Würzburg, deren Single auf Hertz-Schrittmacher sich großer Beliebtheit erfreut, die Hagener FEMME FATALE/DER KÜNSTLICHE DILETTANT und die Hamburger Shootingstars SONNENBRANDT. Dazu wurde ein geheim gehaltener Special Guest angekündigt, wobei sich fast jeder schon denken konnte, dass es das Kernkrach-Hausprojekt Sütterlin sein würde. Ein tolles Line-Up also, das einen unterhaltsamen Abend versprach, vor allem, weil sich natürlich viele Szeneaktivisten angekündigt hatten und man ein schönes „Familientreffen“ erwarten durfte. Gegen Mittag an diesem sonnigen Samstag fuhr ich zusammen mit den Sonnenbrandts von Hamburg aus los. Nach entspannter Fahrt mit cooler Musik trafen wir gegen 17.30 Uhr am Ort des Geschehens ein. Gerade machten SOLITUDE FX ihren Soundcheck und in den Räumen des HOT wuselten jede Menge Leute umher, Bandmitglieder und andere Freaks. Man traf Franck vom Was Soll Das? Schallplatten-Label, Martin, der die www.minimal-elektronik.de –Website macht, Kai, der mit Ralf Strache die wunderbare NDW-Discographie veröffentlicht hat und diverse Leute, die man eigentlich nur als Kunden im Back Again-Webshop durch Email-Kontakt kannte. Der Mischer für diesen Abend schien etwas übermotiviert beim Soundcheck zu sein und drehte die Anlage voll auf, so dass Dröhnen und Verzerrungen aus den Boxen klangen und man sich nicht mehr verständigen konnte. Im Backstageraum wurden dann die ersten Biere geleert und Leute kennen gelernt. Spontan überlegten SONNENBRANDT und FEMME FATALE/DER KÜNSTLICHE DILETTANT, am Ende des Abends noch eine spontane Session auf der Bühne zu machen, was dann aber doch nicht geschah. Aufgrund der Soundprobleme zogen sich die Soundchecks von SOLITUDE FX und SÜTTERLIN lange hin, so dass bereits die ersten Zuschauer eintrafen, als SONNENBRANDT und WERMUT soundcheckten. Blöd so was. Weiterhin gab es Probleme bei der Abmischung, bis ich dem Mischer vorschlug, doch einfach das Ganze mal einen Tick leiser zu machen. Ab da klappte es besser. Inzwischen war auf dem Billardtisch des Jugendzentrums allerlei Merchandise ausgebreitet, von speziell für das Festival angefertigten Buttons und T-Shirts, über jede Menge Schallplatten und CDs bis hin zu Was Soll Das? Schallplatten-T-Shirts. Es wurde fleißig kommuniziert, bekannte Neuankömmlinge wurden freudig begrüßt, man lernte neue Leute kennen und die Stimmung war einfach schön. Ob Jörg Kernkrach das zu diesem Zeitpunkt auch fand, weiß ich nicht, denn er war hyperaktiv und an allen Fronten am wuseln, um Bands, Zuschauern und Freunden einen perfekten Abend zu garantieren.
Dann begannen WERMUT ihr Programm und präsentierten dem Publikum, welches die Band noch nicht kannte, da die Single eben erst an diesem Abend erschien, ihre sehr eigene Mischung aus Minimal-Electro, NDW, Industrial und Dark Wave. Der Sound, inzwischen auch angenehm von der Lautstärke, kam beim Publikum sehr gut an und die Stimmung wurde immer ausgelassener. Nach einer kurzen Umbaupause kündigte Jörg SOLITUDE FX an, die inzwischen zu dritt auf der Bühne stehen und auch ihre Mischung aus Electro-Wave und Minimal-Sounds stieß auf viel gefallen bei den Zuschauern. Mein Bierpegel hatte inzwischen ein gepflegtes Niveau erreicht und ich fotografierte wild durch die Gegend, wie übrigens auch viele andere Leute, so dass es von diesem Abend Hunderte Bilder geben dürfte.
Vielen Dank für diesen ausgesprochen gelungenen Abend, mit dem sich wohl vor allem Jörg einen Traum erfüllt hat, an das Kernkrach-Team. Man kann nur hoffen, dass die Jungs den Stress auch im nächsten Jahr noch einmal auf sich nehmen und uns allen ein weiteres geniales Kernkrach-Festival bescheren. Erwähnenswert ist übrigens noch, dass der Mischer den Ruf hatte, immer besser zu werden, je mehr Bier er trinkt (wobei da ausschließlich Veltins-Pils in Frage kommt). Überraschenderweise entsprach das der Wahrheit und so stellten sich alle Befürchtungen nach dem miesen Soundcheck als überflüssig heraus. (A.P.) KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle (H.H.) = Haiko Herden |