BACK AGAIN

THE FAIR SEX – Thin Walls – Part 2
THE FAIR SEX – Thin Walls – Part 1
THE FAIR SEX – TFS
THE FAIR SEX – Lost Traces Of The Far Side

THE FAIR SEX – Thin Walls – Part II (CD 2004)

(Endless Records/Al!ve)

Seit THE FAIR SEX vor einigen Jahren wieder aus der Versenkung, in der sie Jahre verbracht hatten, aufgetaucht sind, können sich alte und neue Fans nicht über fehlende Veröffentlichungen beklagen. Nach der ersten Zusammenstellung von altem Material mit dem Titel „Thin Walls – Part I“, die Aufnahmen aus den 90er Jahren enthielt, erscheint jetzt als „Part II““ die Frühphase der Gruppe endlich mal kompakt zusammen gestellt. Da die alten Alben wohl alle out of Print sind, ist dies die beste Möglichkeit, kennen zu lernen, wie mit THE FAIR SEX alles begonnen hat. Namentlich sind das die Alben „The House Of Unkinds“ (1988), „Demented Forms“ (1989) und „Oddities“ (1991). Das Album „Bite Release Bite“ von 1991 wurde bereits ausgiebig auf „Part I“ gewürdigt, so dass davon hier nur noch ein Track vertreten ist. Außerdem gibt es einen Titel von der Maxi CD „Eat Me And More“, nämlich den Clubhit „Not Now, Not Here S.U.B.“, den neuen Song „Drop Of Blood“, der für den Undergroundfilm „Kinder Der Nacht 2“ entstanden ist und einen Remix von „The House Of Unkinds“, der allerdings nicht wirklich gut gelungen ist.

Die (Club-) Hit-Dichte auf „Thin Walls – Part II“ ist außergewöhnlich hoch, hatten THE FAIR SEX doch mit „The House Of Unkinds“ und „Demented Forms“ zwei ausgesprochene Kultalben veröffentlicht, in einer Zeit, als Wave in Deutschland eher stiefmütterlich vertreten war. Neben The Invincible Spirit, Girls Under Glass und Pink Turns Blue waren THE FAIR SEX eine der wenigen Bands aus Mitte der 80er Jahre, die bis Ende des Jahrzehnts durchgehalten haben, bis dann mit dem Zillo Magazin und Bands wie Love Like Blood, Das Ich, Project Pitchfork und Deine Lakaien die deutsche Dark Wave Szene 1990/91 zu neuen Höhenflügen ansetzte. Die Mischung aus gutem alten Wave-Sound und dem Ende der 80er Jahre angesagten EBM-Hype machte THE FAIR SEX zu Vorreitern der Szene, die damit einige Jahre großen Erfolg hatten.

Mit „Divine Service“, „The House Of Unkinds“, „Not Now Not Here“, „ATR“ und vor allem dem ewigen Bandklassiker „No Excuse“ sind eine ganze Reihe von massiven Clubhits auf der CD, die bis heute von guten DJs gerne eingesetzt werden und für volle Tanzflächen sorgen.

Auch die übrigen Song überzeugen durch schöne Wave-Atmosphäre und hohe Tanbarkeit, so dass „Thin Walls – Part II“ für alle, die die frühen Alben von THE FAIR SEX nicht besitzen zu einem Muss wird, zumindest, wenn man sich für die Wurzeln der heutigen deutschen Dark Wave-Szene interessiert. (A.P.)


THE FAIR SEX – Thin Walls – Part 1 (CD 06.06.2003)

(Endless Records/Efa)

Im letzten Jahr habe THE FAIR SEX wieder von sich hören lassen mit der überzeugenden Maxi-CD “Lost Traces Of The Far Side” und dem Album “TFS”. Nun scheint es an der Zeit zu sein, die Vergangenheit aufzuarbeiten, was insofern Sinn macht, dass die Alben, auf denen diese Songs zu finden sind, heute nicht mehr erhältlich sind. So können neue Fans, die erst letztes Jahr gewonnen werden konnten, sich mit älterem Material versorgen. Hier auf dem ersten Teil finden sich Songs der Alben „Bite Release Bite“ (1991), „Spell Of Joy“ (1992) und „Labyrinth“ (1995), die allesamt bei Rough Trade erschienen sind. Zu hören gibt es bekannte Songs wie „Not Now. Not Here“, „Soulspirit“, „Shelter“ und viele mehr. Auch ein neues Stück ist dabei, es heißt „The Ever Unreached“, es ist nicht einfach nur ein bislang unveröffentlichter Track, sondern ein richtigneu produzierter. Er reiht sich nahtlos ein und auf so etwas können Journalisten eigentlich nur zwei Sätze bringen, je nachdem, ob sie die CD loben oder verreißen wollen. Erstens: Sie sind ihrem Sound treu geblieben oder zweitens: Sie haben sich nicht weiterentwickelt. Als dritte Möglichkeit gibt es natürlich noch: Ihre Musik ist zeitlos (diese Formulierung nutzt das Info der CD). Das kann man sehen, wie man will, ich denke, es ist nicht schlimm, wenn eine Band ihren Stil gefunden hat, solange sie wenigstens das getan haben und das hat THE FAIR SEX definitiv. Na ja, was soll man zu einer Best Of-Compilation schon groß schreiben? Hier also noch ein paar Infos: Es gibt eine, auf 1.000 Stück limitierte Erstaufluge in einem aufwendig gestalteten Digipack, auf der CD sind noch zwei Videoclips enthalten (wenn die nicht FSK-geprüft sind, dürfte diese CD wohl aufgrund beamtendeutscher Gesetze nur an Volljährige ausgehändigt werden, auch wenn die Videoclips jugendfrei sind) und weiterhin soll bald noch der zweite Teil von „Thin Walls“ erscheinen sowie ein neues Studioalbum und eine Live-CD. (H.H.)

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THE FAIR SEX – TFS (CD 30.08.2002)

(Endless Records/Efa)

Sieben Jahre hat es gedauert, bis man von THE FAIR SEX etwas hörte. Im Jahre 1995 gab es das letzte Album und damit schloss sich vorerst das Kapitel einer der bekanntesten EBM-Bands. Die einzelnen Bandmitglieder haben sich ihren Soloprojekten TESTIFY, NICE GODS, BLEED, 1AM und WARM gewidmet, doch offenbar hat niemand wirklich ernsthaft Erfolg erringen können. Auf dem Wave Gothic Treffen im Jahre 2001 hat man sich dann zu einem Gig wiedergefunden und beschlossen, wieder zusammen zu musizieren. Eine Maxi im Mai mit Namen „Lost Traces Of The Far Side“ war das nächste Lebenszeichen der Band. Nun, Ende August 2002, kommt das komplette Album auf den Markt. Der Anfang der CD beginnt mit Stücken, die ich nicht gerade als THE FAIR SEX-typisch bezeichnen würde, zu sehr ist die Gitarre im Vordergrund. Mit der Zeit gerät das Saiteninstrument immer weiter in den Hintergrund und die so geliebten Sounds und Songgewänder komen wieder zum Vorschein. Alles freilich etwas auf den momentanen Zeitgeist zugeschnitten. Vieles ist tanzbar, treibend, mit unverkennbaren Melodien versehen. Gemischt ist das Ganze mit mitunter harten Parts und düsteren Ausbrüchen. Meine persönlichen Lieblingslieder sind „The Far Side“ und „Torrents Shift In The Haze“. Bei letzterem hat mit vor allem der kindliche Gesang angesprochen, welcher von der siebenjährigen Allegra intoniert wurde. Alles in allem wunderschön, etwas von dieser klassischen EBM-Band zu hören. Ich hoffe, das war nicht ihr letztes Album, doch das glaube ich nicht, denn solche Qualität muss die Fans einfach begeistern. (H.H.)


THE FAIR SEX – Lost Traces Of The Far Side (MCD 17.05.2002)

(Endless Records/BMG-Ufa)

Ich glaube, die letzte Veröffentlichung von THE FAIR SEX aus Essen war im Jahre 1995. Seitdem hat man nichts mehr von ihnen gehört und auch nicht mehr damit gerechnet, dass noch etwas kommt. Dass man THE FAIR SEX aber doch nicht abschreiben darf, beweisen sie nun mit einer neuen Maxi-CD mit vier vollkommen neuen Stücken. Wild verändert haben sich die Jungs nicht, es sind immer noch elektronische Tracks, die zwar Richtung Dancefloor schielen, irgendwie natürlich auch Electronic Body Music sind, aber trotzdem jederzeit melodiös sind. Am meisten für den Dancefloor ausgelegt ist der zweite Track mit Titel „The Far Side“ sowie die „Misplaced Version“ von „Lost Traces“. Zu guter Letzt gibt es dann auf der MCD noch „The Palace Of The Bad“, welches sich stilistisch sehr an das alte Stück „The House Of Unkinds“ anlehnt. Für demnächst ist dann auch mal wieder ein Album geplant, auf das man natürlich mehr als gespannt ist.  (H.H.)