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CHRIS & COSEY – The Essential Collection
CHRIS AND COSEY – Exotika
CHRIS & COSEY – The Essential Collection (DCD 2001)
(CTI/World Serpent)
Nach
über 20 Jahren unter dem Namen CHRIS & COSEY im Musikgeschäft tätig (die
Throbbing Gristle-Jahre mal nicht mitgerechnet), wurde es wirklich mal Zeit,
einen Überblick über das Elektronik-Projekt zu veröffentlichen, das schon
Synthie-Pop und Electronic Body Music produziert hat, bevor es diese
Begriffe überhaupt gab. CHRIS & COSEY haben den elektronischen Sound der
80er Jahre mehr geprägt, als viele Leute wahrhaben wollen, auch wenn sie nie
einen richtigen Charthit hatten. Dennoch waren sie stets präsent und auch
leidlich erfolgreich mit kleineren Hits wie „Obsession“, „October Love Song“
oder auch „Pagan Tango“. Von den Electro-Tanzflächen der besseren Clubs in
der ganzen Welt sind sie sowieso nicht wegzudenken. Wie kaum einer anderen
Band ist es CHRIS & COSEY gelungen, tanzbare und poppige Electrosounds mit
experimentellen Industrial-Klängen zu verbinden. Das konsequenteste
Meisterwerk war dementsprechend wohl das CTI-Projekt „Core“, auf dem die
beiden englischen Musiker mit Industrial-Größen wie Coil, Boyd Rice und
Monte Cazzaza zusammen gearbeitet haben, die nebenbei bemerkt auch alle
Wegbegleiter oder sogar Mitstreiter bei Throbbing Gristle gewesen sind, so
dass sich der Kreis wieder schloss. Erfolgreich waren auch Ende der 80er
Jahre Platten wie „Exotika“ und „Trust“, 1985 entstand sogar die Maxi „Sweet
Surprise“ in Zusammenarbeit mit den Eurythmics. Die Doppel-CD „The Essential
Collection“ (im schlichten aber gelungenen Papp-Klappcover) bietet nun auf 2
Silberscheiben 31 Songs von CHRIS & COSEY in über 140 Minuten Laufzeit. Die
Lieder stammen aus fast allen Schaffensperioden seit 1981 und zeigen, wie
vielfältig elektronische Musik sein kann. Mal poppig, mal düster, mal
tanzbar, mal experimentell, mal technoid, mal ambient und häufig wahnsinnig
erotisch aufgrund der lasziven Stimme von COSEY FANNI TUTTI. Die ganz harten
Fans der Gruppe werden natürlich schon fast alle Stücke dieser
Veröffentlichung haben, aber vielen anderen Leuten werden hier klassische
Songs geboten, die einfach in jede Electro-Sammlung gehören und die sicher
nicht mehr in jeder Platten-Grabbelkiste auf dem Flohmarkt zu finden waren.
Natürlich sind die schon weiter oben erwähnten Songs dabei, dazu Sachen wie
das extrem düstere Meisterwerk „Dr. John (Sleeping Stephen)“, „Infectus“,
„Take Control“, „Synaesthesia“ und jede Menge andere. Als Einstieg in die
Welt von CHRIS & COSEY ist „The Essential Collection“ somit perfekt
geeignet, danach sollte man aber zusehen, möglichst viele weitere Platten
der beiden Engländer zusammen zu bekommen. Auf der offziellen Website
www.chrisandcosey.com gibt es übrigens alles Wissenswerte über die
Beiden zu entdecken. (A.P.)
CHRIS AND COSEY – Exotika
(LP/CD 1987)
(Play It Again Sam)
CHRIS
AND COSEY sind nun auch schon über ein Vierteljahrhundert in der Musikszene
aktiv, wobei man sie heute wohl hauptsächlich durch ihre Mitarbeit an der
wegweisenden Band Throbbing Gristle kennt. Nach der Trennung von TG machten
sie als Duo weiter und entfernten sich schnell von den industriellen Klängen
hin zu elektronischer Musik jenseits aller Stilbezeichnungen. Mit „Exotika“
haben sie 1987 meiner Meinung nach eines ihrer Meisterwerke vorgelegt, das
ich (einmal mehr) durch Sandra S. kennen lernen durfte. Auf „Exotika“
verbinden sich alle möglichen elektronischen Musikstile zu etwas ganz
Besonderem, das durch COSEY´s einschmeichelnde Stimme unvergleichlich wird.
Kraftwerk-artige Sounds, viel Sampling, laszive Barstimmung, EBM-angelehnte
, tanzbare Rhythmen und eine gehörige Portion Synthiepop vermischen sich
und heraus kommt „Exotika“ mit wunderbaren Hits wie „Arcade“, „Exotika“,
„Beatbeatbeat“ und dem unglaublich düsteren „Dr. John (Sleeping Stephen)“,
das alleine schon den Kauf dieser Platte rechtfertigt. Ende der 80er Jahre
waren CHRIS AND COSEY sehr präsent und dementsprechend auch recht
erfolgreich und bekannt. Heute sind sie etwas von der Bildfläche
verschwunden, bleiben aber weiterhin aktiv, nur die nachgewachsene
Grufti-Generation dürfte eher wenig von ihnen kennen. Mancher wundert sich
vielleicht in der Stammdisco, wenn ein mutiger DJ mal „Arcade“ oder „Exotika“
spielt, was das denn für eine coole „neue“ Band sein könnte. Unter
Electro-Fans genießen CHRIS AND COSEY jedoch immer noch einen mehr als guten
Ruf. Für mich wird diese Platte immer eine DER Electroscheiben überhaupt
bleiben. Die CD enthält gegenüber der LP übrigens einen Bonustrack. (A.P.) |