BACK AGAIN: ELECTRO
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CENTROZOON – The Scent Of Crash And Burn (CD-EP 2003) (Burning Shed www.burningshed.com )
Wie immer steigert sich mein Misstrauen exponential zur den Superlativen im Info. Dabei ist die CD alles andere als schlecht, im Gegenteil, nur hält die Musik nicht das, was versprochen wird, nämlich die Neuerfindung und Neudefinition von Popmusik. Stattdessen wird eher aus allen möglichen Stilen gesammelt und zu etwas Neuem gemischt. Die Grundlage bildet sicherlich Synthie-Pop, der sowohl aktuelle Future-Pop-Trends, als auch klassische 80er-Jahre Elemente verarbeitet, dazu wird Electro-Ambient mit wenigen Techno-Einflüssen kombiniert und hier und da ist auch eine dezente Gitarre zu hören. Man stelle sich vor die frühen Boytronic treffen auf die Mitt-90er Camouflage und nehmen gemeinsam eine Chill-Out-Platte auf, nachdem man einige Soloarbeiten von Martin Gore und Platten von Recoil gehört hat. Auch ein gewisser Session-Charakter mit Improvisationen in bester 70er-Jahre Tradition ist zu vernehmen. Das erscheint nicht wirklich neu? Richtig, auch wenn das Info etwas von „genuinem Gitarrenspiel, pulsierender Electronica, kontemplativen Atmosphären und den elegisch-romantischen Vocals“ faselt. Leider scheinen die an diesem Projekt beteiligten Musiker ein bisschen an Selbstüberschätzung zu leiden, denn um „eine progressive Definition eines gesamten Genres“ abzuliefern, erwarte ich eigentlich schon ein wenig Chartstauglichkeit, gepaart mit einem gewissen Anspruch. Bowie hat das bei „Heroes“ definitiv geschafft, CENTROZOON bieten nur Anspruch, aber fast keine Eingängigkeit. Dass ich den Gesangsstil von Sänger Tim Bowness nicht mag, ist dabei sicher Geschmackssache. Dass meine Besprechung wahrscheinlich weitaus positiver ausgefallen wäre, wenn ich nicht das Releaseinfo gelesen hätte ist Pech für die CD, aber dass man die Klänge mit dem misst, was auf dem Waschzettel steht, ist nur legitim, weil von den Musikern oder der Plattenfirma gewollt. Für Leute, die an der neuesten Synthie-Pop Entdeckung interessiert sind ist die CD absolut nicht geeignet, wer aber auf anspruchsvolle und manchmal experimentelle Elektronik steht, sollte hier mal ein Ohr riskieren. Mir gefällt der „TRG Radio Edit“ von „Ten Versions Of America“ am besten, nicht nur, weil der Mix von einem nicht ganz unbekannten deutschen Electromusiker gebastelt wurde, sondern auch, weil er sich nicht in der Ziellosigkeit einiger anderer Songs verliert. (A.P.) KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle (H.H.) = Haiko Herden |