BACK AGAIN: ELECTRO
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BASTARDS OF LOVE / GENEVIÈVE
PASQUIER - Split BASTARDS OF LOVE / GENEVIÈVE PASQUIER (Split 10“ 2005) (Petting Zoo/Flexx Distribution www.werocklikecrazy.com )
Neues Label, Petting Zoo, neues Konzept, Split 10“, und zwei nicht ganz unbekannte Namen, BASTARDS OF LOVE und GENEVIÉVE PASQUIER, was soll da schon schief gehen? Zudem ist das 10“ Format einfach liebenswert. BASTARDS OF LOVE gibt es nach ihren beiden eigenen Maxis diesmal mit zwei Tracks zu hören. „Wheel Of Passion“ ist ein schöner 80s Synthie-Pop-Song mit Tanzflächentauglichkeit. Erinnert ein wenig an die frühen Psyche-Sachen. „Classification“ ist experimenteller und dürfte die Minimal-Electro-Freaks ansprechen. Wieder einmal gute Musik aus dem Femme Fatale/Der Künstliche Dilettant-Umfeld. Dunkles Basswummern eröffnet die Plattenseite von GENEVIÈVE PASQUIER, wobei ich nicht sicher bin, ob das Stück für 33 oder 45 UPM ausgelegt ist, irgendwie funktioniert beides, richtig ist aber natürlich, wie auch bei BASTARDS OF LOVE, 45 UPM. Zu gefühllosem Sprechgesang gibt es verzerrte Sounds zu hören. Wie gewohnt sind beide Stücke „Fairy Tale“ und „Female Senses“ ziemlich düster und gewollt monoton und eher dem Industrial, als dem Minimal-Electro zuzuordnen. Wie schon bei der Single auf Disorder Records muss man sich erst ein wenig in die Stücke reinhören, doch dann erscheinen sie wie surreale Ohrwürmer, die auch so manchen Fan von (gemäßigteren) Power-Electronics erfreuen dürften. Diese Platte in einer Auflage von 500 Exemplaren wird sich problemlos in der Szene festsetzen und vielleicht sogar mal zu einem kleinen Klassiker werden. (A.P.) BASTARDS OF LOVE – s.t (12“EP 2004) (Privatvergnügen x.1/We Rock Like Crazy www.werocklikecrazy.com )
Los geht´s mit dem schleppenden, über 8-minütigen „Track 1“ (die einzelnen Songs scheinen keine Namen zu haben, jedenfalls konnte ich auf der Vorab CD-R und der Website keine ausmachen. Der Titel erinnert extrem an ganz frühe Electro-New Wave Gruppen wie (frühe) Human League oder Fad Gadget und schraubt sich bei mehrmaligem Hören gnadenlos in die Gehörgänge. Für 80er Jahre Freaks definitiv ein echtes Muss! „Track 2“, könnte „Digitaltanz“ heißen, führt zurück in gute alte NDW-Tage, hektischer Rhythmus, Analog-Klänge und ein thematisch passender deutschsprachiger Text. Ich kenne einige Minimal-Electro-Sammler, die darauf voll abgehen werden und auch ich bin begeistert. Leichte DAF-Einflüsse, kombiniert mit dem einen oder anderen Zick Zack-Act liegen nahe. „Track 3“ geht in die gleiche Richtung, ist aber deutlich schräger und chaotischer, leider vom Sound her nicht optimal. Klingt fast schon nach Electro-Punk, wie ihn Tommi Stumpff auch eine zeitlang produziert hat. „Track 4“ ist wieder eingängiger, ohne aber eine gewisse Unruhe zu verlieren. Hier wird alles, was in den 80er Jahren an elektronischer Musik gut war, durcheinander gewirbelt, von New Wave über Synthie-Pop bis hin zu Italo-Disco. Man muss den Song einige Male hören, bis er endgültig zündet, aber dann ist er wirklich gut. Ähnlich erscheint „Track 5“, voll gepackt mit Electrospielereien und auch wieder irgendwo zwischen DAF, Tommi Stumpff und Fad Gadget anzusiedeln, ein weiterer Ohrwurm. Falls sich noch jemand an die Schweizer Nurges erinnert, darf man diese durchaus als Vergleich heran ziehen. Beim letzten Titel „Track 6“ wird´s dann ungewohnt düster und experimentell, wobei die Klänge aber ebenfalls zu fesseln vermögen. So ist die BASTARDS OF LOVE-Platte insgesamt ein sehr gelungenes Werk, dass nicht nur wegen der kleinen Auflage schnell ein gesuchtes Sammlerstück werden wird. Die Klänge zwischen 80er-Electro-New-Wave und Minimal-Electro sind einfach zu verführerisch, als dass man die Platte übergehen sollte. (A.P.) KONTAKT ZU DEN AUTOREN: (A.P.) = Alexander Pohle (H.H.) = Haiko Herden |