BACK AGAIN: ELECTRO

A² - Schwarz-Weiss (LP 2002)

(Genetic Music, http://conx.de/genetix )

Diese LP von A² war schon lange auf Genetic Music angekündigt und jeder, der die eine oder andere Veröffentlichung des Labels kennt, hat sich sicher schon gefragt, was für eine Perle da schon wieder ausgegraben wurde. Natürlich, wie gewohnt, eine minimalistisch-analog-elektronische. Zudem ist das Coverartwork genauso minimal gehalten, wie die Musik und das ist auch schon das erste, was mich hier ein wenig stört. Wenn man schon das liebenswerte LP-Format für die Veröffentlichung wählt, sollte man doch auch irgendwie die Möglichkeiten nutzen, die einem das große Cover bietet. Ich erwarte ja gar nicht ein pompöses, knallbuntes Bild, aber auch schlichtes Artwork kann man liebevoll und ansprechend gestalten. Bei dieser Platte ist das Cover einfach nur todlangweilig und sieht, man vergebe mir, billig aus. Zudem enthält es, wie anscheinend in dieser Musikszene üblich, praktisch keinerlei Infos, außer der Songtitel und der Angabe, welche Synthesizer für die Aufnahmen benutzt wurden. Schade, ich mag es, wenn eine Platte ein Gesamtkunstwerk ist. Aber das Wichtigste, die Musik, stimmt hier natürlich und dürfte alle Fans von 80er Jahre Minimal-Electro zufrieden stellen. Blubbernde, zirpende, quietschende Sounds treffen auf monotone Rhythmen, eine emotionslose Stimme verkündet „Massenhysterie“, „Visionen“, „Space“, „Klon“ und zum Ende „Tanz Dich Krank“. Rheingold treffen auf Weltklang, Notstandskomitee und alle anderen der großen Helden von damals, die sicher teilweise gar nicht wissen, wie sehr ihre Klangexperimente aus den frühen 80ern verehrt werden. Ehrlich gesagt denke ich oft, dass die Sachen, die wir BACK AGAINler in den 80ern unter dem Oberbegriff NLW produziert haben, eigentlich heute kult sein müssten, aber wer erinnert sich noch an Bandnamen wie News On Friday, Charles Lindbergh n.e.V. oder Anti Trust? Aber zurück zu A²…neben den gewohnten Minimal-Sounds, die schnell im Ohr hängen bleiben, gibt es hier zusätzlich noch eine gehörige Prise Wave-Stimmung sozusagen gratis dazu. Nur die Rhythmen sind selbst mir manchmal etwas zu billig. Mit „Klon“ und „Tanz Dich Krank“ sind am Ende noch zwei potentielle Clubhits dabei und spätestens hier sollte die Entscheidung fallen, sich die auf läppische 480 Exemplare limitierte Platte zu sichern. (A.P.)