THE CURE - Faith

Wiederveröffentlichung: CD 1981
Erstveröffentlichung: LP 1981 / Fiction / Metronome

Grau...das ist wohl das beste Wort, um diese Platte treffend zu beschreiben.

Schon das Cover bietet nur ein verschwommenes, graues Etwas, das ein Gebäude sein könnte. Bandname und Albumtitel stehen schmucklos in der oberen linken Ecke. Der erste Song „The Holy Hour“ eröffnet die Platte mit einer monotonen Basslinie und dann eine minimalistische Gitarre und Robert Smith´s erste Worte „I kneel and wait in Silence as one by one the people slip away...“. Trostloser kann man eine Platte wohl kaum anfangen. War „Seventeen Seconds“ noch purer New Wave, der häufig auch gut im Ohr blieb, so dürfte „Faith“ das Massenpublikum beim Erscheinen zunächst schockiert haben, schon, weil die Vorabsingle „Primary“ zwar nicht gerade fröhlich, aber doch treibend und relativ tanzbar war. In dem Stil bietet „Faith“ nur einen weiteren Song, nämlich „Doubt“, der schon ein wenig die Richtung, die ein Jahr später mit „Pornography“ eingeschlagen wurde, aufzeigt. Bei „Other Voices“ dominiert wieder der durchdringende Basslauf. Die Ähnlichkeit zu „The Holy Hour“ ist unverkennbar, doch lassen sich durchaus auch Verbindungen zu Joy Division ziehen. Hätte eine weitere Single ausgekoppelt werden sollen, wäre „Other Voices“ wohl der Favorit gewesen. Danach „All Cats Are Grey“, ein Lieblingslied vieler Fans über die Jahre und einfach nur todtraurig. Mit „The Funeral Party“ folgt eines meiner Lieblingslieder und, zumindest musikalisch, vielleicht der Ursprung von „Plainsong“. „The Funeral Party“ ist wohl die ultimative Selbstmordhymne, ein monumentales Lied und eine gigantische Komposition, die man nicht hören sollte wenn man nach dem Ende einer großen Liebe im Hochhaus am offenen Fenster steht und sich grämt. „Two pale figures ache in silence, timeless in the quiet ground, side by side in age and sadness...“

„The Drowning Man“ kommt dann wieder im Stile von „Other Voices“ und „The Holy Hour“ und wird von der Band bis heute gelegentlich live gespielt, was stets Gänsehaut bei Tausenden von „älteren“ Leuten im Publikum erzeugt. Ausklingen tut die Platte dann schon wieder mit dem Titelsong „Faith“, einem weiteren Fan-Favoriten und weit weniger positiv, als der Titel verspricht. Auch dieser Song gehört zu den ganz großen Monumenten in der CURE-Geschichte. Damit ist eines der traurigsten Alben aller Zeiten auch schon wieder beendet und man bleibt desillusioniert zurück. Vergleichbar ist „Faith“ höchstens mit Joy Division´s Meisterwerk und Vermächtnis „Closer“. Nicht nur, weil dies eine der ersten CURE-Platten war, die ich kannte, gehört „Faith“ sicher zu den Top 3 der Band. Selten wurde Trost- und Ratlosigkeit so perfekt eingefangen. (A.P.)

Webadresse der Band: www.thecure.com


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