ZUCCHERO - Live in der Quarterback Immobilien Arena Leipzig - „D.O.C. World Wild Tour 2022“ 21.06.2022


Erstveröffentlichung: Konzert 2022

Was war das für ein Abend, was für ein Konzert-Highlight!
Zum kalendarischen Sommeranfang,brillierte nicht nur der Wettergott und weckte Sehnsüchte nach Italien, sondern vielmehr brillierte im Inneren der Quarterback Immobilien Arena in Leipzig ab 20 Uhr der mittlerweile 66-jährige Zucchero – Meister des italienischen Blues- mit einer vor Energie strotzenden Show der Extraklasse! Die Besucher fiebern bereits Stunden vor der Show bei Bier, Cola, Steak oder Rostbratwurst dem Konzert entgegen und genießen die Sonne vor der Halle in vollen Zügen. Dabei halten Sie Abstände ein, manche tragen freiwillig eine FFP2-Maske, andere separieren sich und lassen etwa bei Gruppen nur einen in der Schlange stehen der für alle dann sorgt, damit es schneller gehen kann. Auch in der Halle selber wird dann Rücksicht genommen, viele lassen zwischen sich und Ihren Sitznachbaren immer einen Platz frei. So kann jeder mit dem Gefühl der Sicherheit im Miteinander den Abend genießen!
Die Vorfreude auf das Live-Erlebnis ist allgegenwärtig, ist in jedem Gesicht aller Konzertbesucher von jung bis alt sichtbar. Endlich geht es wieder, endlich ist Musik zurück!
Zucchero hat zudem gleich zwei Studioalben im Gepäck, die er wegen der Pandemie seinen Fans noch nicht präsentieren konnte. Neben dem Longplayer "D.O.C." brachte der Vater des italienischen Blues, im letzten Jahr noch die spannende CD "Discover" mit, die ausschließlich Coverversionen von Coldplay, Genesis, Jefferson Airplane, Miles Davis, Eric Clapton und anderen Künstlern enthält.
Absolut pünktlich um 20 Uhr startet die Show und offenbart das Bühnenbild. Dieses spiegelt das "D.O.C."-Cover wider: Eine große Sonne, in deren Mitte sich eine Leinwand befindet. Von den ersten fünf Songs stammen gleich vier Lieder von Zuccheros "D.O.C."-Scheibe. Von "Discover" bekommen die Fans dagegen lediglich den Song "No Time For Love Like Now" von Ex-R.E.M.-Frontmann Michael Stipe zu hören, der bei Zucchero allerdings "Amore Adesso" heißt.
Ob alt oder neu, selbst geschrieben oder gecovert, ist den Fans in der Halle „sinceramente non importa“ -herzlich egal. Der mittlerweile 66-Jährige wird frenetisch gefeiert, nicht zuletzt, weil er beweist „Hört nur Her, Ich kann es noch!“
Was für eine Stimme, was für eine Kraft und Energie. Nicht nur bei "Partigiano Reggiano" steht die ganze Arena, die an diesem Abend bestuhlt ist. Zucchero greift bei seiner Show tief in seine musikalische Schatztruhe. Ganz egal ob Rock, Blues, Folk, Gospel, Pop, Soul oder Balladen - seine musikalische Bandbreite scheint schier unerschöpflich zu sein. Nichts scheint es zu geben, was er nicht kann! Unterstützung bekommt er dabei von seiner genialen 11-köpfigen Begleitband, jeder Musiker dabei besser als der Andere! Instrumentales Können, Spielfreude und stimmliche Brillanz überzeugen von Beginn an!
Genauso abwechslungsreich wie seine Band, eben die Stimme des Sängers, der seit vielen Jahren in der Toskana lebt. Bei "Dune Mosse" schafft er, begleitet von Bläsern, eine intime Atmosphäre, die an einen kleinen Jazz-Club erinnert. Bei "Ci Si Arrende" klingt er eher wie ein Joe Cocker höchstpersönlich. Rau, wild, ungestüm, hoch emotional, ganz groß aber eben auch intim – alles verpackt in mitunter einem einzigen Song! Gänsehaut Feeling garantiert!
Stimmgewaltig hat sich auch seine Background-Sängerin Oma Jali hervorgetan, mit der er das grandiose Duett "Facile" singt. Noch besser kommen aber die poppigen Nummern "Vedo Nero" und "Baila (Sex Thing)" beim Publikum an, die mit frenetischem Applaus bedacht werden. Für einen weiteren Gänsehautmoment sorgt "Miserere" - ein Duett mit dem 2007 verstorbenen Luciano Pavarotti. Auf der großen Leinwand wird die Opernlegende beim Singen gezeigt, auf die Zucchero seinerseits stimmlich antwortet.
Nach "Miserere" spricht Zucchero das erste Mal zu seinem Publikum, und da sind schon eineinhalb Stunden vergangen!! Erst schickt er einen Gruß an seinen verstorbenen Kumpel Pavarotti, es folgt ein "Dankeschön Lipsia, mile Grazie" an die Fans und der 66-Jährige bekommt eine wohlverdiente Pause, während seine Band ohne ihn zwei Cover-Versionen nämlich "Stayin' Alive" und „Honky Tonk Train Blues" performt.
Gut erholt geht es dann für Zucchero in die Schlussphase. Bei "Diavolo In Me" wird das Tanzbein auch von schon älteren Besuchern geschwungen, daneben eine junge Mutti mit Ihrer vielleicht 7-jährigen Tochter. Als Zugaben schenkt Zucchero den Konzertbesuchern noch "Chocabeck" und seinen Mega-Hit "Senza Una Donna (Without A Woman)", ehe er sie nach zwei Stunden und 17 Minuten glücklich beseelt und mit aufgeladenen Batterien in die laue Sommernacht entlässt!
Fazit: „Alzo il cappello al maestro e ti ringrazio dal profondo del mio cuore per questo brillante concerto!“ (dt: (Ich ziehe meinen Hut vor dem Meister und Danke aus tiefstem Herzen für dieses geniale Konzert!) (MNS)



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