THANATEROS - Coven of the Drowned


Erstveröffentlichung: CD 2022

Ich war persönlich völlig aus dem Häuschen, als mich die Nachricht zu dieser neuen Single - einer der in meinen Augen besten Celtic-Metal Bands seit den 2000 Jahren erreichte.

Dazu hole ich kurz aus, um diese Reaktion zu verstehen, denn die Wege von Ben Richter und mir kreuzten sich erstmals 2001 auf einem In Extremo Konzert in München kurz nach der Veröffentlichung ihres Ersten Albums „The First Rite“.

Thanateros war Vorband an diesem Abend und schaffte es sich vom ersten Ton an In mein Herz zu spielen. Ich prophezeite Ihnen bereits damals eine große musikalische Karriere und war um so trauriger, als schließlich2010 die kraftvoll druckvolle Vermischung keltisch-schamanischer Themen mit Folk- und Metalklängen verstummte. Die Band löste sich auf.

Es tat in der Seele weh zu wissen, dass mein Gespür für große Karrieren mich hier getrübt haben sollte und Thanateros nicht den Erfolg hatten, den Sie in meinen Augen so verdienten. Insgeheim hoffend, das man eines fernen Tages die Nachricht erhält, sie sind zurück.

Deswegen also meine Reaktion auf die besagte Nachricht, denn sie sind retour und das kraftvoller und so stark als wären nicht 12 Jahre dazwischen.Die erste Single "Coven of the drowned" gibt einen Vorgeschmack auf das am 25.März 2022 erscheinende Album „On Fragile Wings“ und besticht mit einem dichten und melodischen Arrangement, rockigen Klängen, gepaart mit Folk- Anklängen und einem äusserst mitreißenden Refrain.

Sänger Ben Richter betört durch seine einprägsame tiefe Stimme, die sich stilsicher zwischen tragender Melodik und finsteren Passagen zu bewegen vermag.

Das inhaltliche Thema des Songs, Depressionen und die daraus resultierenden Selbstmorde und Versuche, ist ernster als es die Musik zunächst vermuten lässt. Dieser vermeintliche Widerspruch wird durch das Musikvideo noch deutlicher gemacht, bei dem es weniger um plakative Bilder als um den angemessenen, subtilen Weg geht, die dieses sensible Thema benötigt.

Thanateros gewähren einen ersten Einblick in Seelenzustände und Untiefen und der Hörer ist bereits mitten drin in ihrer magisch schamanischen Welt.

Denn das Symbol unserer Seele ist kulturübergreifend der Vogel, sind es Federn und Schwingen, die diese hinfort tragen werden. Kein Wunder also das es „On fragile Wings“ zum Titel hat. (MNS)



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