L´AME IMMORTELLE - Interview zu Hinter dem Horizont


Erstveröffentlichung: CD 2018 / Trisol

Interview mit Sonja Kraushofer von L´ame Immortelle per Telefon zu Ihren Alben „Hinter dem Horizont“

Backagain: Liebste Sonja, wo erwische ich Dich denn gerade?

Sonja: Ich bin in der Nähe von Frankfurt gerade.

Backagain: Hattet ihr denn Gelegenheit euer Jubiläum, 20 Jahre L´ame Immortelle, gebührend zu feiern?

Sonja: Wir haben ganz viele Konzerte gespielt, waren auf zahlreichen Festivals unterwegs und haben unser Jubiläumsalbum „Unsterblich“ auch live gebührend präsentiert. Wir waren erstmals in Mexico und in Spanien unterwegs und haben sehr viel gemacht. Also ich denke wir haben unser Jubiläum hinreichend zelebriert.

Backagain: Wann haben denn dann die Arbeiten am neuen Album Ihren Anfang gefunden?

Sonja: Die Vorbereitungen für das neue Album haben bereits sehr früh begonnen, denn Anfang 2017 wurde es schon konkret und wir sind ins Studio gegangen. Ab dem Moment haben wir unseren Produzenten Jan Erik Wesenberg auch schon direkt mit einbezogen und es ging los.

Backagain: Wie ist denn der Schreibprozess für die Texte?

Sonja: Es ist so, dass Thomas immer den ersten Impuls gibt. Thomas schreibt die Texte für L´ame Immortelle. Er macht dann auch die ersten musikalischen Demos fertig und sobald er erste Lieder und Texte fertig hat gibt er diese mir. Ich überlege dann weiter, wo ich mich einbringen kann, wo ich welche Stimmung gesanglich erzeugen kann. Oft passiert es, dass ich ganz andere texte auf Lieder einteile, wo er gar nicht gedacht hätte, das es zusammen geht. Es ist oft interessant, wenn er dachte ein Text ist eher für eine Ballade gedacht und ich nutze diesen dann für das härteste Elektrolied. Dadurch entsteht dann auch nochmal ein sehr kreativer Prozess. Dann wird relativ früh der Produzent mit eingebunden und er arbeitet die Demos dann für uns nochmal richtig gut aus. Er sieht oft noch ganz andere Optionen für den Gesang. Somit schicken wir uns wild Mails hin und her und beflügeln uns gegenseitig. Selbst wenn dann der Gesang aufgenommen wurde, passiert es noch, dass unser Produzent noch dran herum bastelt, das Stimmen noch aufgenommen, oder Chöre eingesetzt werden. So geht das sehr kreativ zu bei uns in der Entstehungsphase!

Backagain: Was waren denn die ersten Texte? Der Titel „Hinter dem Horizont“ deutet für mich sehr auf die Verarbeitung von Tod und auch von Hoffnung hin!

Sonja: Es ist bei L´ame Immortelle immer so, dass trotz aller Melancholie der Texte, die Hoffnung ein wesentlicher Bestandteil ist. Das ist Thomas für die Texte auch ganz wichtig und entwickelt sich automatisch beim Schreiben auch so für ihn. Bei dem Album, und dem Titel, steckt schon eine große Hoffnung dahinter, dass es nicht mit dem Tod endet und man vergessen wird. Wir hoffen darauf, dass es in irgendeiner Form weitergeht, wie lassen wir uns dabei selbstverständlich offen. In jedem Fall trägt der Titel „Hinter dem Horizont“ mehr Hoffnung als Trauer in sich. Auf dem Album geht es um das Abschied nehmen und die verschiedenen Facetten. Das war auch, soviel darf ich verraten, ein aktuelles Thema bei Thomas und deshalb gehen ihm die Texte auch sehr nah. Wir haben gestern geprobt und ich habe gesehen, dass ihm das ein oder andere Mal diese ihm schon sehr zu Herzen gingen. Im Album sind eben die verschiedenen Stufen verarbeitet der Trauerbewältigung, von Wut, von Machtlosigkeit, von Trauer aber auch von Hoffnung. Es ist kein Album, das sehr negativ ist, es ist für das Leben!

Backagain: Wie seht ihr denn selbst euren eigenen Abschied? Österreich hat ja auch eine sehr eigene Trauerkultur zum Beispiel.

Sonja: Ja stimmt, der Tod wird schon sehr zelebriert. Es gibt in Wien auch ein sehr zauberhaftes Bestattungsmuseum, wo ich auch schon einmal mit Persephone gespielt habe. Sehr fasziniert hat mich dort ein Sitzsarg, dass man darin auch gut reingepasst hat selbst mit hoher Frisur. Offenbar war es für die Menschen angenehmer im Sitzen, anstatt im Liegen beerdigt zu werden. Dann natürlich diese Glöckchen, damit man läuten konnte, falls man doch noch erwacht ist. Diese Plumpsärge zum Beispiel auch, also da gibt es einiges zu sehen. Das Jammern wird in Österreich ja auch sehr groß geschrieben, ebenso wie die Trauerkultur. Man verabschiedet sich feierlich, feiert die positiven Erinnerungen an den Toten und denkt dabei auch an das Glück mit diesem Menschen Zeit verbracht zu haben.

Backagain: Das Album wurde im Vorfeld als das monumentalste bezeichnet, das ihr je gemacht habt. Habt ihr euch eigentlich Gastmusiker eingeladen?

Sonja: Nein gar nicht, wir haben das Album wirklich nur zu dritt gemacht. Die orchestralen Parts, die durchaus zu hören sind, hat unser Produzent für uns veredelt. Wie gesagt, unser Produzent hat bei uns eine sehr tragende Rolle.

Backagain: Wie geht es nach der Veröffentlichung weiter?

Sonja: Ab dem 19.01. beginnt mit der Veröffentlichung auch direkt schon die Tour. Wir feiern die Veröffentlichung dann direkt auf Tour mit unseren Fans zusammen. -Ende- (Maximilian Nitzschke)



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