POISON DWARFS - Labil


Erstveröffentlichung: CD 2012 / Timezone Records / Timezone Distribution / TZ739

Die deutschen POISON DWARFS gehörten die ganzen 80er Jahre hindurch zu den sehr aktiven Bands der Cassetten-Szene mit zahlreichen Tape-Veröffentlichungen auf verschiedenen Labels, einer LP und jeder Menge Sampler-Beiträge. Die 90er und 00er Jahre hindurch legte man eine „Pause“ ein und begann in alter Besetzung 2010 mit der Fortführung des Projektes. Beeindruckendes Lebenszeichen ist nun die CD „Labil“, die aus nostalgischen Gründen auch in einer kleinen Cassetten-Auflage erscheint. Man will an alte musikalische Zeiten anknüpfen, dabei aber nicht aus den Augen und Ohren verlieren, dass eben 20 Jahre Lebenserfahrung und neue musikalische Einflüsse dazwischen liegen. So setzen sich Hans Castrup und Ralf-Dieter Dlubatz selber keine Grenzen. Heraus kommt eine Mischung aus Avantgarde-Wave, Krautrock, Noise-Rock und ein paar modernen Sounds, die sich kaum durchgehend mit anderen Bands vergleichen lässt. Klar kommen hin und wieder Gedanken an einzelne Bands auf, aber eben immer nur momentweise. Die Idee ist vielleicht mit dem „Alles geht“-Gedanken der „Genialen Dilletanten“ vergleichbar, nur, dass bei den POISON DWARFS natürlich durch die jahrzehntelange Erfahrung mehr musikalisches Potenzial dahintersteckt. Ein weiterer Eckpunkt wäre vielleicht der New Yorker No Wave der frühen 80er. Wer es konkreter braucht, sollte sich eine Mischung aus Legendary Pink Dots, Sonic Youth, This Heat, Nagorny Karabach und Sigur Ros vorstellen. Nicht möglich? Die Bands sind viel zu verschieden, um sie in einem Satz zu nennen? Die POISON DWARFS zeigen, dass es möglich ist. Allerdings ist das nur eine Annäherung an das, was man tatsächlich zu hören bekommt. Und obwohl das alles ziemlich schräg erscheint, ist das Album nicht „unhörbar“, man sollte ihm nur eine Chance geben und es vor allem mehrfach anhören. Natürlich wird „Labil“ niemals die Charts entern oder auch nur ein Kultalbum werden, aber auf jeden Fall ist die Musik wahnsinnig spannend und verbreitet den Geist der grenzenlosen Tapeszene mit heutigen Mitteln. (A.P.)

Webadresse der Band: www.poisondwarfs.wordpress.com


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