ACCOLADE - Festivalia


Erstveröffentlichung: CD 2012 / Private Release / Projekt Records

Auf dem Info zur selbst veröffentlichten Debüt-CD „Festivalia“ überschreibt das kalifornische Duo ACCOLADE seine Musik mit „Gothic – Renaissance – Dark Ethereal“ – und damit ist schon fast alles gesagt, denn genau das wird hier eine gute Stunde lang geboten. Allerdings wäre es falsch, die Band allzu schnell in der Schublade verschwinden zu lassen, denn dafür ist das Album einfach zu schön und sollte unbedingt mehrfach gehört werden. Die Mischung macht es: Der Gesang von Sängerin Stefanie Renee bleibt im Gedächtnis und steigert sich hier und da in fast schon Gläser zersprengende Höhen, was mir persönlich manchmal etwas zu weit geht. Die Musik von Aaron Goldstein ist stark vom Gothic-Rock, teilweise sogar vom Death-Rock beeinflusst, ergänzt von etwas elektronischem Dark Wave und Ethereal Wave, wie man ihn von Labels wie Projekt Records oder Middle Pillar kennt. Ein bisschen Neo-Klasik und Mittelalter-Klänge lassen auch Liebhaber des portugiesischen Equilibrium-Labels aufhorchen und sicher mögen die Beiden auch die Platten von Sopor Aeternus And The Ensemble Of Shadows. In den besten Momenten, wenn eine Mephisto Walz-artige Gitarre von Orgelklängen ergänzt wird und die Stimme nicht in allzu schrille Höhen entschwindet, hat dieses Album fast schon Klassiker-Potenzial. Hin und wieder klingt es ein bisschen wie Requiem In White – ohne aber natürlich ganz an die Klassiker des Hammer-Paares heranzureichen. Bewusst wird auch immer wieder eine Kirmes-Orgel benutzt, ebenso wie Walzer-Rhythmen.
Auch, wenn manches etwas zu klischeehaft für die musikalischen Welten, in denen ACCOLADE sich bewegen, erscheint und das Album etwas zu lang ist, ist es schön, zu sehen und zu hören, dass sich im amerikanischen Gothic-Underground noch etwas tut, denn in den letzten Jahren kam da nicht so richtig viel Interessantes. Ich werde ACCOLADE jedenfalls im Auge behalten und könnte mir vorstellen, dass da noch spannende Entwicklungen stattfinden. (A.P.)

Webadresse der Band: www.accoladesf.com


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