DEAD GUITARS - Flags


Erstveröffentlichung: CD 2009 / Echozone / BOB Media / BM08C213

Nicht nur, dass Carlo van Putten mit seiner früheren Band The Convent selber zur Speerspitze des deutschen Gitarren-Waves gehört; er hat auch mit fast allen Größen der Vergangenheit Projekte gestartet, auf die eine oder andere Art und Weise zusammen gearbeitet oder sie zumindest als Gäste zu seinen Projekten eingeladen. Mark Burgess, Adrian Borland, Kevin Hewick (wenn ich mich nicht ganz täusche) und Wayne Hussey sind allesamt Namen, die den Fan der guten alten 80er Jahre ins Schwitzen kommen lassen. Als White Rose Transmission hat er sogar mit Burgess UND Borland zusammen gearbeitet, eine echte Traumkombination!
Nun hat er nach dem Debut „Airplanes“ von 2007 mit seiner aktuellen Band DEAD GUITARS das zweite Album vorgelegt und es wird wohl niemanden wundern, dass sich Überraschungen in Grenzen halten. Die zusammen mit dem Twelve Drummers Drumming-Gründer Pete Brough und Sun-Gitarrist Ralf Aussem ins Leben gerufene Band DEAD GUITARS konnte mit „Airplanes“ und zahlreichen Auftritten schon mal für Aufmerksamkeit sorgen. Die Einflüsse von The Chameleons, The Sound, The Comsat Angels und zahlreichen weiteren alten Helden bleiben unüberhörbar, im Grunde ist dies nichts anderes, als die Fortsetzung, was The Convent in den 90er Jahren erfolgreich begonnen haben, nämlich lupenreiner, melodiöser Gitarren-Wave ganz im Stile der 80er Jahre, der durch van Puttens immer leicht melancholische Stimme hohen Wiedererkennungswert hat und auch durch die wunderbaren Gitarren Ohrwurmcharakter zeigt. Ich weiß nicht, ob Carlo es gerne hört, aber wenn mich nicht alles täuscht, lässt er inzwischen auch Einflüsse neuerer Bands wie Coldplay zu (erste Hälfte von „Silver Cross River“, „Watercolours“), aber die haben sich ja selber, zumindest am Anfang, stark an Größen wie Echo And The Bunnymen oder U2 orientiert. Wunderbar ist zum Beispiel das tieftraurige, mit Wayne Hussey eingesungene „Isolation“, aber auch der Tricky- und The Mission-Gitarrist Mark Thwaite, Markus Türk von Family 5, sowie Rich Vernon (The Mission), Georg Sehrbrock und Michael von Hehl wurden von der Band als Gäste eingeladen. Wenn es überhaupt einen (klitzekleinen) Kritikpunkt gibt, so der, dass ein, zwei mehr clubtaugliche Uptemponummern wie „Pristine“ oder Anspieltipp „Slowdown“ schön gewesen wären und den eher traurig-melancholischen Charakter etwas abgemildert hätte, andererseits passt das Album natürlich hervorragend zum Erscheinungstermin im Februar 2009. Auch beim Cover-Artwork verlässt man sich auf den Stil der alten Zeiten und so erinnert es wohl nicht von ungefähr ein bisschen an die ersten vier Echo And The Bunnymen-Alben.
Man könnte „Flags“ als Kombination aus BFG, Coldplay und The Doors mit einer Prise Leonard Cohen („On A Trip To Elsewhere“) bezeichnen, wenn man möchte, trifft damit aber auch nicht genau ins Schwarze, aber als Anhaltspunkt darf man das schon nehmen. (A.P.)

Webadresse der Band: www.deadguitars.com


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