Das WSDP-Label bleibt sich selber treu und gräbt nach fast verloren geglaubten Schätzen aus der frühen deutschen Underground-Tapeszene. Dabei ist der gute Franck auch auf das BODENPERSONAL gestoßen, die bereits 1980, also zeitlich etwas vor der „Explosion“ der Tapeszene 1982/83, ihre Musik auf diesem demokratischen Medium veröffentlicht haben.
Die 12“EP enthält ein komplettes C-20-Tape der ansonsten leider nicht weiter bekannten Band, das so perfekt die Stimmung der damaligen Zeit wieder gibt, dass man die Stücke eigentlich als Referenz angeben kann, wenn jemand etwas über den Beginn deutscher Wave-Musik wissen will.
Stilistisch irgendwo zwischen den Berliner „genialen Dilletanten“ und dem Hamburger Zick Zack-Label in seiner Anfangszeit. Bands wie Thorax Wach, Inzucht & Ordnung, P1/e und alle möglichen anderen kommen einem in den Sinn. Wer also auf solche Klänge steht und auch dem heute so genannten Minimal-Electro nicht abgeneigt ist, MUSS hier schlicht und einfach zugreifen.
Vielleicht klingt es übertrieben, aber ich würde das hier heute fast als musikalische Geschichtsstunde bezeichnen. SO waren die frühen 80er in Deutschland...Kalter Krieg, grauer Beton und Musik, die eben ein „Produkt eines langweiligen Wochenendes“ war und dabei unglaubliche Kreativität hervorbrachte. Der Titel scheint von der ersten DAF-LP inspiriert und zeigt die gewollte „Entmenschlichung“ der Musik in einer unmenschlichen Welt. Die Musiker, die das damals aufgenommen haben, lachen sich über solche Überinterpretationen heute wahrscheinlich kaputt. Lachen wir doch einfach mit! (A.P.)