Ich mag Leute, die sich über Szenengrenzen hinwegsetzen und einfach alles kombinieren, was sie selbst mögen und hören. Wenn dabei dann auch noch so eine eigenwillige und faszinierende CD rauskommt, bin ich richtig angetan. So finden sich hier die verschiedensten Beats, Synthies und Keyboards, die mal düster wummernd, dann wieder wild fiepend und knarzend die Stücke vorantreiben . Dazu gibt’s dann noch Sprachsamples und Gesang in verschiedenen Sprachen, sowie einen verzerrten, ganz speziellen Gitarrensound. Klar, vieles klingt dabei nach Wave, Batcave und manchmal auch etwas nach frühem Industrial, aber der besondere Reiz liegt hier definitiv in der ungewöhnlichen Mischung. Bemerkenswert ist zudem, dass es sich hier um ein „Einmannprojekt“ aus der Nähe von Paris handelt. Wie schon zuvor bei seinem Zorch Factor-Projekt, hat Manu auch hier wieder alles im Alleingang entwickelt und sich erst nach den Aufnahmen auf eine Umsetzung als Band konzentriert. Vielleicht wären hier zu viele kreative Köpfe auch völlig fehl am Platze, da sich auch so schon unzählbare Einflüsse, Spielereien und Kuriositäten finden lassen. Hinzu kommt dann noch die überaus sympathische, unkommerzielle Herangehensweise, die sich auf den D.I.Y-Gedanken bezieht und sich auch beim Artwork und auf der Website finden lässt. Das musikalische Spektrum kann ganz grob mit recht düsterem, elektronischen Postpunk umschrieben werden und reicht vom treibenden „(Alice) in Tance“ über experimentelle Soundcollagen („Credo FK“ & „L’Eveil“), bis zu eingängigen Midtempo-Stücken (z. B. „Whats this World“ & „D.Hell.usion“). Lediglich das sehr ruhige „The Ghost Boat“ kommt mir persönlich etwas zu pathetisch daher.
Insgesamt bin ich aber von der Vielfältigkeit und dem Ideenreichtum absolut angetan und freue mich auf das nächste Album, das schon 2007 erscheinen soll. Ach ja, seit August dieses Jahres kann man CAMP Z nun auch als Live-Band erleben. Zwar sind im Augenblick noch keine Deutschlandtermine geplant, aber vielleicht tut sich da ja bald was. (M.E.)