DHM - Dehumanizacja?


Erstveröffentlichung: CD 2005 / Noise Annoys / Noise 053

Im Jahre 2003 erschien das Debutalbum der schon lange bestehenden polnischen Band DHM, das starke Post-Punk-Anleihen hatte und vor allem mit tollen Gitarren überzeugen konnte. Polen hat schon seit den 80er-Jahren immer wieder gute Wave- und Gothic-Bands hervorgebracht wie Farben Lehre, Made In Poland, Moonlight, Fading Colours, One Million Bulgarians oder auch Closterkeller.
Nun liegt auf dem Label Noise Annoys das zweite Album von DHM vor und auch das kann ziemlich schnell überzeugen und begeistern.
Der Sound ist grundsätzlich ähnlich geblieben und stark von der Musik der frühen 80er-Jahre beeinflusst, doch kommen hier und da ein paar (wenige) Metal-Einflüsse dazu, aber auch ein paar Death-Rock-Gitarren, so dass die Songs insgesamt vielseitiger geworden sind.
Anklänge an große Bands der Nach-Punk-Ära wie Killing Joke, Theatre Of Hate oder Play Dead gibt es viele und auch sonst fühlt man sich immer wieder an diverse Bands der damaligen Zeit erinnert. DHM sehen zum Glück davon ab, diesen Musikstil zu modernisieren und klingen dadurch sehr ursprünglich, so dass vor allem die inzwischen über 30jährigen Fans dunkler Musik hier ihre Freude haben werden, während die unter 25jährigen, die heutzutage die schwarzen Clubs bevölkern eher verstört dreinblicken dürften. Diesen Sound, pur und ohne weichspülende Synthieklänge, gibt es heute nur noch selten zu hören.
Zum Glück nutzen DHM, wie die meisten anderen polnischen Bands, ihre eigene Sprache, statt sich mit englischen Texten einem internationalen Publikum anzubiedern, denn gerade die ungewöhnliche Klangfarbe des Polnischen gibt den Bands aus diesem Land eine ganz eigene Identität und Atmosphäre.
Wieder einmal eine tolle CD für alle, die auch gerne mal „neue“ Musik aus „exotischen“ Ländern entdecken. Tipp! (A.P.)

Webadresse der Band: www.dhm.com.pl


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