LA MAMOYNIA ist eine Band aus Italien, die bereits seit 1999 besteht und mit „Mono Ego“ ihre neue Platte nach einer EP und einem Album vorlegt. Ich war ziemlich gespannt, was mich bei der CD erwarten würde, die Hörproben auf der Website klangen jedenfalls schon ganz interessant. Alles deutete auf eher finstere Electroklänge hin und ganz falsch liegt man damit nicht. Zum einen hatten sicher 80er Jahre Bands wie The Klinik oder Liaisons Dangereuses Einfluss auf die Musik der Gruppe, aber auch der Früh 90er Dark-Electro-Sound der frühen Eternal Afflict hat Spuren hinterlassen. Anfang der 90er Jahre gab es noch eine vielfältige schwarze Tapeszene aus der Bands wie Project Pitchfork und viele andere hervor gegangen sind. In dieses Umfeld hätten LA MAMOYNIA auch gut gepasst. Zudem gibt es einige Minimal-Electro-Anklänge in einigen Stücken und überraschenderweise eine hörbare Vorliebe für den alten Post Punk-/Cold Wave-Sound, wie man ihn vor allem von französischen Bands und dem ganz frühen 4 AD-Label kennt. Deutliches Zeichen dafür ist eine Coverversion des Mecano-Songs „Links“ und vor allem der Gesang, der in einigen Liedern an die leider viel zu unbekannten Les Provisoires denken lässt. „Something That Does Not Exist (Version)“ ist in dieser Richtung ein ganz großartiges Stück. Alles in allem also eine ziemlich interessante Mischung, die viele Überraschungen birgt und mich voll von „Mono Ego“ überzeugt. Die CD kommt in einem schön gestalteten, plastikfreien Pappcover zum Aufklappen. Eine echte Überraschungs-Veröffentlichung im allerbesten Sinne. Lediglich der Name des Labels „Die Kraft Durch Die Form“ und die Katalognummer KDF011 stoßen etwas sauer auf. Hoffen wir mal, dass da nicht mehr hinter steckt, als man sowieso schon hinein interpretieren kann. (A.P.)