BACK AGAIN: BÜCHER
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CRAIG O´HARA – The Philosophy Of Punk (Buch 1992/2001) (Ventil Verlag, ISBN 3-930559-72-2)
Dieser Frage geht auch CRAIG O´HARA´s Buch nach. Erstmals veröffentlicht wurde das Ganze Anfang der 90er Jahre in kopierter Form in Amiland, wurde danach immer wieder überarbeitet, erweitert und hat sogar Verbreitung bis nach Litauen und China gefunden. Eine Schande also, dass das Buch erst jetzt erstmals in Deutschland erschienen ist. Und was hat Mr. O HARA nun so von sich zu geben? Also, um es vorweg zu nehmen: seine ganz persönliche, absolut subjektive Sicht auf die amerikanische Punk/Hardcore Szene der 80er und 90er Jahre. Kaum jemand, der sich in irgendeiner Form mit Punk beschäftigt, wird alle Ansichten des Mannes teilen, schon gar nicht hier in Deutschland. Das wäre auch schon der größte Kritikpunkt: O´HARA geht beinahe ausschließlich auf die amerikanische Szene ein und dabei insgesamt mehr auf Hardcore, als auf klassischen Punk, insofern müsste das Buch richtigerweise eigentlich „The Philosophy Of US Hardcore“ heißen. Ich will hier sicher keine Erbsen zählen, aber es ist nun mal eine Tatsache, dass sich die europäische Szene ganz extrem von der amerikanischen unterscheidet. Man muss dem Autor aber zugute halten, dass er ein ganz großer Idealist ist und sicher auch zu den Dingen steht, die er schreibt. Allerdings ist er auch ein Träumer, denn er beschreibt eine „perfekte“ Szene, die so nie war und sicher auch nie sein wird. Über allem schwebt der inzwischen zum Unwort gewordene Begriff „Political Correctness“. Wenn es nach ihm ginge, wären alle Punks links oder anarchistisch, antisexistisch, antirassistisch, für den Tierschutz, selber aktiv , um die Szene am Leben zu erhalten und überhaupt die besseren Menschen. Dass dem nicht so ist, sieht jeder von uns tagtäglich auf der Strasse. Auch unter Punks gibt es unzählige Arschlöcher, Sexisten, Umweltverschmutzer und Penner, denen eine politische Meinung mehr am Arsch vorbei geht, als die Suche nach der nächsten Dose Bier. Trotz dieser Kritikpunkte, muss man CRAIG O´HARA zugestehen, dass er nicht nur ein unterhaltsames, leicht lesbares Buch geschrieben hat, sondern zumindest teilweise das vorlebt, was er beschreibt. Dazu gibt es noch jede Menge Fotos von amerikanischen Punkbands. Wer sich über Hintergrunde von Punk informieren will, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen, allerdings nicht nur dieses eine. Eine Anleitung zum „Punksein“ ist es nicht, dafür aber ein solides Werk mit vielen Informationen. Wenn man sich weiter über derartige Themen informieren will, sollte man sich mal das Programm des Ventil-Verlages zu Gemüte führen ( www.ventil-verlag.de ). (A.P.) |