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DAVID A.
LINE – Totenkopfmausgedicht (Buch 2004)
(Dresscode
Black Verlag, ISBN 3-9808890-1-7)
Und
hier haben wir David A. Lines dritten Roman. David ist sonst eine Hälfte der
Berliner Band UNTOTEN, schafft es aber immer wieder, sich auch literarisch
zu betätigen. Wie auch schon in den Vorgängern gibt es keiner wirkliche
Geschichte, die erzählt wird. Unser Protagonist läuft durch die Gegend und
trifft die verschiedensten Gestalten, von denen nicht eine einzige aus der
„normalen“ Welt zu kommen scheint. Entweder sind sie vollkommen abgehoben,
irgendwie pervers oder auch einfach nur einsam und verkommen. Ich muss auf
eine Zusammenfassung der Geschichte verzichten, denn das ist schwierig,
lässt sich nicht so einfach bewerkstelligen. Der Roman liest sich flüssig,
doch man bleibt den Figuren relativ fremd, da sie in ihrem Gefühlsleben
nicht so alltäglich sind und in nicht gerade alltäglichen, ja eigentlich
sogar eher sehr unwirklichen Welten sich bewegen. David A. Lines Art zu
schreiben ist geblieben, mitunter recht eigenwillig, auch in Sachen
Interpunktion, dafür aber auch frisch frech frei aus dem Bauch heraus, man
liest sich sehr schnell rein. 150 Seiten dürften auch niemanden überfordern
und man lässt sich gerne in die irreale, kranke Welt aus Drogen, Sex und
Irren hineinziehen. (Haiko Herden)
DAVID A. LINE - SCHWARZE MESSE (Buch 2001)
(Dresscode Black)
David
A. Line ist in der schwarzen Musik (also schwarz im Sinne von dunkel und
nicht im Sinne von Black Music) bekannt als eine Hälfte der Berliner Band
UNTOTEN. Sein zweiter Roman „SCHWARZE MESSE“ ist halb Fiktion, halb
autobiographisch. Die Hauptperson in seinem Roman heißt ebenfalls David und
die zweite Hauptperson heißt Demian und die gibt es ebenfalls im wirklichen
Leben. Ich kenne keinen der beiden näher, um zwischen der Realität und der
Fiktion zu unterscheiden. In Davids Erziehung ist wohl so einiges schief
gelaufen und sein bester Freund Demian, der Sänger und kreative Kopf der
Band FESTIVAL DER GEISTESKRANKEN und obendrein noch Sohn wohlhabender
Eltern. David und Demian sind Freunde von kleinauf und nun ist David in
Demians Wohnung gezogen und erleben so einiges. Wir erfahren in Rückblicken
von Davids ersten sexuellen Erlebnissen im Alter von zehn Jahren, wie er
sich in Demians Mutter verknallt, wir erfahren Details über Demians Kindheit
und so weiter. David ist fortan Demians Begleiter und die beiden haben ihren
obskuren Spaß. Eines Tages aber passiert etwas unerwartetes: Demian fordert
von David, dass er arbeiten geht und einen Teil zur Miete beiträgt. Er hat
ihm auch einen Job über seine Mutter besorgt – als Lagerarbeiter in einem
Supermarkt. Eines Tages verwüsten Satanisten die gemeinsame Wohnung, was der
Beginn einer Reihe von weiteren Ereignissen ist...
„SCHWARZE MESSE“ von David A. Line besticht in erster Linie
durch seinen episodenhaften Charakter und einigen Seitenhieben auf „die
Szene“. Demian ist zwar ein Grufti, der dann aber heimlich doch lieber
Supertramp hört und mit Satanismus höchstens das Gepose gemeinsam hat. Auch
auf die Leute drumherum schlägt Line ein, jedenfalls auf satirische Weise.
Dazu gibt es ein paar in Worte gefasste sexuelle Phantasien (das unterstelle
ich jetzt einfach mal) und es ist ganz eindeutig zu erkennen, dass Bukowski
für Line kein Fremdwort ist. Das Buch an sich liest sich ganz gut, doch
stellenweise fragt man sich, ob das Buch einen Lektor hatte. Nicht, was die
Rechtschreibung angeht, sondern vor allem die Interpunktion und auch der
Satzbau. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich da etwas
reingelesen hat und sich auch den etwas flapsigen Stil, flutscht der Rest
auch gut runter und unterhält. (Haiko Herden) |