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STEPHEN KING – Das Mädchen (Buch 2000)
(Ullstein)
Trisha
ist neun Jahre alt und hat gerade die Trennung ihrer Eltern hinter sich. Da
Mutter das Gefühl hat, dass sie sich nun um so intensiver um ihrer Kinder -
Trisha hat noch einen Bruder- kümmern müsste, unternimmt sie jedes
Wochenende mit ihnen Ausflüge. Dieses Mal geht es auf einen ausgedehnten
Ausflug in ein Naturschutzgebiet und da geht Trisha, als sie unbemerkt mal
kurz ins Dickicht hineingeht, um zu urinieren, verloren. Trisha verliert die
Übersicht und verläuft sich im Wald. Tage vergehen und sie muss sich
durchschlagen. Als wäre das nicht schlimm genug, ist sie der festen Meinung,
dass sie ein Monster auf Schritt und Tritt verfolgt...
Das ist
eigentlich schon die ganze Geschichte und ich habe es echt noch lang und
episch erzählt. Ich habe schon lange keine Stephen King-Bücher mehr gelesen
(ich glaube, „DAS SPIEL“ war das letzte) und wollte es einfach mal wieder
ausprobieren. „DAS SPIEL“ war eigentlich gar nicht schlecht, hat es der
Meister doch fertig gebracht, aus einer einfachen Idee (Frau ist in der
Einsamkeit ans Bett gefesselt) einen spannenden Roman zu zaubern. „DAS
MÄDCHEN“ hat eine ebenso einfache Story, die da heißt „kleines Mädchen
verläuft sich im Wald“, doch hier kann der Gute nicht so viel herausholen.
Achtung, wer das Buch noch lesen will, sollte nicht weiterlesen, für
diejenigen ist jetzt alles gesagt. Es tut mir leid, aber das Buch ist
langweilig. Normalerweise gipfeln die King-Bücher irgendwann in einer
Apocalypse, aber hier passiert nichts. Wenn man denkt, dass jetzt was
fetziges passiert, kommt ein Jäger, schießt den bösen Bären tot und Trisha
ist gerettet. Vielleicht liegt es daran, dass King es nicht schafft, sich in
die Psyche eines neunjährigen Mädchens hineinzuversetzen und/oder ich als
Leser kann das nicht. Das kann ich nicht sagen. Alles in allem jedenfalls
kann ich das Buch nicht empfehlen. (H.H.)
STEPHEN KING – Sara (Buch 1999)
(Heyne,
ISBN 3453160819)
Michael Noonan ist Schriftsteller und als seine Frau Jo durch
einen Hirnschlag stirbt, leidet er jahrelang an einer Schreibblockade. Nach
langer Zeit kehrt er in ihr gemeinsames Sommerhaus zurück, wo er glückliche
Tage mit Jo hatte. Erstaunlicherweise hat er schnell das Gefühl, dass es in
dem Haus spukt. Nach und nach erhält er immer mehr Hinweise, dass offenbar
der Geist der einst ermordeten schwarzen Jazzsängerin Sara Tiddwell
umhergeistert. Was ist das für ein Fluch, der auf dem Haus (oder über dem
ganzen Ort) liegt?
Ich muss gestehen, dass ich mich am Anfang wirklich durch den
Roman gequält habe. Der Anfang mit dem Unfall, mit dem Auseinandersetzen mit
dem Tod seiner Frau und mit der Schreibblockade nervten irgendwie. Auch die
erste Zeit im Sommerhaus war recht langweilig, doch dann lernte der Autor
das Mädchen Mattie und ihre kleine Tochter kennen und beschäftigte sich
längere Zeit mit einem Sorgerechtsfall. In diesem Augenblick habe ich mir
gewünscht, dass Stephen King die ganzen übernatürlichen Dinge aus dem Spiel
lässt und sich auf diese Geschichte konzentriert, doch dem Wunsch wurde
nicht Folge geleistet. Am Schluß ist das Ganze dann Geistergeschichte pur.
Zusammenfassend muss man sagen, dass „Sara“ ein typisches Stephen King Buch
ist, zwar mit einigen Längen, doch merkt man schon, dass der Mann älter,
reifer und weiser geworden ist (wäre ja auch schlimm, wenn nicht), was dem
Roman guttut. Am Ende aber ist mir auch vieles wieder zu platt. Ich möchte
nichts verraten, aber manch Detail ist schon arg aus den üblichen
Grusel-Klischees entliehen. Alles in allem gute Unterhaltung, aber bei
weitem nicht sein bester Roman. (Haiko Herden)
STEPHEN KING - Das Bild
(Buch)
(Heyne Verlag)
Rosie Daniels hat schon seit vierzehn Jahren
unter ihrem brutalen Ehemann Norman zu leiden, der sie immer wieder quält und demütigt.
Eines Tages passiert etwas, was Rosie endgültig die Augen öffnet, sie klaut seine Bank
Card und macht sich aus dem Staub. Die kleine, unbeholfene Rosie, die durch die
Abschottung durch ihren Mann vor der Aussenwelt völlig unbeholfen ist. Sie findet in
einer Organisation namens Daughters & Sisters Hilfe, die sich um derartige Fälle wie
den ihren kümmern. Bald darauf findet sie in einer Pfandleihe ein Bild, welches sie
sofort in seinen Bann zieht und ihr irgendwie Kraft gibt. Sie kauft es sich und von da an
geht alles aufwärts, sie lernt einen netten Mann kennen, findet eine kleine Wohnung und
einen gutbezahlten Job. Doch mit dem Bild stimmt etwas nicht, eines Tages wird sie in das
Bild hineingezogen und lernt dort Rose Madder kennen, irgendwie eine Art Selbstbildnis von
ihr. In dieser mystischen Welt muß sie einige Aufgaben erfüllen, um im echten Leben
bestehen zu können. Während sich Rosie immer weiter einlebt in ihrem neuen Leben, ist
Norman Daniels ihr schon auf den Spuren, da er ein Cop ist, fällt ihm das auch noch viel
leichter...
Endlich mal wieder ein ganz guter Roman von
Stephen King, der spannend und auch endlich mal wieder nicht so langgezogen ist. Ganz
besonders gut ist der Cop Norman, der zuerst nur wie ein sadistischer Schweinehund
aussieht, im Laufe der Geschichte sich aber zu einem irren Amokläufer mit Hirnaussetzern
entwickelt, der es nicht verkraften kann, das seine kleine, unterwürfige Frau plötzlich
sich so sehr gegen ihn stellt. Wie schon gesagt, das Buch ist endlich mal wieder prima,
wenn auch die übersinnlichen Dinge mit dem Bild etwas an den Haaren herbeigezogen wirken.
Das Buch hätte vielleicht ohne mystischen Kram auskommen sollen, um vielleicht noch mehr
reale Spannung zu erhalten. (H.H.)
STEPHEN KING - Abgrund
(Nightmares And Dreamscapes) (Buch)
(Heyne Verlag)
Fast alle sieben Jahre beehrt uns Stephen King mit
einer neuen Kurzgeschichten-Sammlung. Hier ist also die neueste. In Regenzeit
regnet es über einem abgelebenen Ort alle sieben Jahre für eine Nacht Kröten und alles,
was sich ihnen in den Weg stellt, wird zerfleischt. Mein hübsches Pony ist eine
nette über die verschiedenen Ablaufgeschwindigkeiten der Zeit. In Entschuldigung,
richtig verbunden geht es um einen kleinen Zeitsprung. Diese nicht uninteressante
Geschichte ist in Form eines Drehbuches geschrieben und deshalb etwas umständlich zu
lesen. Die Zehn-Uhr-Leute ist eine Story im Stile von Sie leben, könnte
sogar Stoff für ein komplettes Buch haben. Crouch End ist eine mittelmäßige
Geschichte über einen Vorort von London, in welchem häufig Leute auf unerklärliche
Weise verschwinden. Interessant ist dann noch Das Haus in der Maple Street. Hier
nutzen ein paar Kinder eine seltsame, ausserirdische Lebensform, die ihr Haus in ein
Raumschiff umwandelt, um ihren gehassten Stiefvater loszuwerden. Das ist wirklich eine
Geschichte, die Spaß gemacht hat. Der Fall des Doktors ist ein Fall für den
berühmten Detektiv Sherlock Holmes. Stephen King hat sich in dessen Gefilde gewagt und
aus der Sicht von Assistent Watson die Lösung eines Falles beschrieben. Nicht gerade
King´s Meisterleistung. Dafür ist die nächste Geschichte dann schon wieder umso
interessanter. Es geht in Umneys letzter Fall um einen Detektiv, der plötzlich
Besuch erhält von seinem Schöpfer, einem Schriftsteller, der sich den Detektiv nur
ausgedacht und jetzt mit ihm die Körper tauschen will. Dann kommt Kopf runter, das
keine Geschichte, sondern ein Essay sein soll. Es geht um die detailverliebte Geschichte
eine Kinderbaseball-Mannschaft, die es in der Little League bis an die Spitze schafft. Die
Spiele sind bis in die kleinste Kleinigkeit beschrieben, daß es wirklich nur dann Spaß
macht, diese Geschichte zu lesen, wenn man Baseball-Fan ist, sonst ist es echt langweilig.
Als letztes kommt eine von King frei bearbeitete Hindu-Parabel, die kurz und gut,
prägnant und aussagekräftig ist mit Namen Der Bettler und der Diamant. Ein guter
Abschluß für dieses Buch. Zusammendfassend bleibt nur zu sagen, daß das Buch Höhen und
Tiefen hat, aber im großen und ganzen Spaß gemacht hat. Wenn man die Baseball-Geschichte
wegläßt, kann man problemlos alles lesen. Ist aber auch nicht King´s literarischer
Höhepunkt, den hat er wohl überschritten. Aber man mußauch immer wieder dazu sagen,
daß man Stephen King nicht vorwerfen kann, daß er sich im Laufe der Jahre verändert
hat, denn hätte er sich im Laufe der Jahre nicht verändert, wäre das viel schlimmer.
Und auch wenn es kaum noch Horror-Geschichten von ihm gibt, darf man ihm auch nicht
vorwerfen, daß er der meistgelesene Autor der Gegenwart ist, dafür kann er eigentlich ja
nichts und ich denke mal, daß er es nicht nötig hat, seinen Millionenberg krampfhaft
noch ein paar Dollar hinzuzufügen. Wenn es wirklich nur ums Geld ginge, könnte sich der
Mann wahrscheinlich zur Ruhe setzen. Nun denn, denkt doch, was Ihr wollt... (H.H.)
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