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ROLF GIESEN – Lexikon Des
Trick- Und Animationsfilms (Buch 2003)
(Schwarzkopf & Schwarzkopf
ISBN3-89602-523-6)
Rolf
Giesen ist als Filmkenner und –Fachmann bekannt und anerkannt. Sein
besonderes Interesse gilt dem Trickfilm und so war es keine Überraschung,
dass er dieses Lexikon verfasst hat. Beim Begriff Trickfilm denkt der
normale „Konsument“ vor allem an Zeichentrickfilme im Stile der bekannten
Disney-Werke, doch das Lexikon bietet weitaus mehr, vom Puppentrickfilm bis
zum modernen Hollywood-Blockbuster mit CGI-Effekten und allen anderen
Spielarten dieser Filmgattung. Auf über 450 Seiten wird der Leser mit Namen,
Fakten, Serien, Filmen und sonstigen Infos überflutet, die sicher kompetent
sind, aber leider nicht immer erschöpfend und ausführlich. Jede TV-Serie,
jeder Film und jeder „Macher“ werden erwähnt, häufig jedoch nur sehr
oberflächlich. Dabei werden Prioritäten relativ willkürlich und
wahrscheinlich ein bisschen nach dem Geschmack des Autors gesetzt. Sicher
ist „Die Biene Maja“ keine besonders anspruchsvolle Serie, aber ich hätte
schon erwartet, dass sie etwas mehr Platz im Buch erhält, als ein
mittelmäßiger CGI-Film wie „Das Biest im Bodensee“. Auch den „Schlümpfen“
werden neben technischen Angaben lediglich 2 Zeilen gewidmet, die Peanuts
gehen auch ziemlich unter. Wie es scheint, nimmt der Autor die für Kinder
produzierten Serien nicht wirklich ernst und hält sie für das Genre nicht
wirklich wichtig. Dazu kommt eine Begrifflichkeit, die sicherlich fachlich
korrekt ist, aber den Durchschnittsseher und -leser eher fremd sein muss.
Gängig ist halt der Begriff „Zeichentrickfilm“, hier wird aber stets nur der
Begriff „Zeichenfilm“ benutzt und statt CGI-Effekte werden nur CG-Effekte
genannt.
Der Umfang der Stichworte
ist beeindruckend, aber die Frage ist für mich, ob eine Trennung zwischen
„echten“ Trickfilmen (Zeichen- und Puppen-Trick) und Filmen, die CGI- oder
Stop Motion-Effekte enthalten, aber ansonsten Realfilme sind, nicht besser
getrennt worden wäre. So hätte man mehr Platz für manch wichtiges Werk
gehabt. Muss „Pinocchio“ wirklich in einem Lexikon neben „Spider Man“ (die
2002er Verfilmung) auftauchen? Da gibt es kaum eine inhaltliche oder
technische Verbindung. Auch die Sortierung ist nicht immer ganz
nachvollziehbar. Warum taucht „Charlie Brown Und Seine Freunde“ nicht unter
dem Stichwort „Peanuts“ auf? Alphabetisch ist das sicher korrekt, aber der
Fan will doch alle „Peanuts“-Filme gesammelt finden und nicht durch das
ganze Lexikon blättern.
Bei aller Kritik an diesem
Lexikon, kommt man doch nicht umhin, das Buch als hochinformativ und
inhaltlich mehr als kompetent anzusehen. Nur wäre hier und da weniger mehr
gewesen. Für Filmfans und – Sammler aber dennoch ein unverzichtbares
Standardwerk. (A.P.) |