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SYD FIELD
– Drehbuchschreiben für Fernsehen und Film (Buch 2001)
(Econ
Taschenbuch)
Die Nachfrage nach guten
Drehbüchern ist heute höher denn je und das Buch habe ich mir angeschafft,
weil es mich ankotzt, das Drehbücher nur noch aus aneinandergereihten Klischees
bestehen und immer wieder die gleichen Geschichten erzählen und ich es gerne
selbst einmal ausprobieren wollte. Sicher, so arrogant bin ich nicht, dass
ich glauben würde, die bahnbrechenden Drehbücher zu schreiben, doch es gibt
Genres, die meiner Meinung nach schon lange nicht mehr bedient wurden. Da ist
zum Beispiel das Zombiefilm-Genre, einen Zombiefilm im Stile von „DAWN OF THE
DEAD“ oder „GEISTERSTADT DER ZOMBIES“ würde ich gerne schreiben und gute
Ideen schwirren mir schon lange im Kopf herum. Mir ging es bei dem Kauf des
Buches darum, etwas über die Spannungskurve innerhalb eines Drehbuches zu
lernen, über Charakterdarstellung und Charakterentwicklung sowie natürlich
auch über die äußere Form eines Drehbuches, wie so etwas überhaupt aussieht. Viele
Fragen wurden beantwortet. Wie man Geschichten entwickelt und wie man
Charaktere entwirft. Das ist gut und plausibel geschrieben und SYD FIELD
nutzt beim Schreiben die Methode, immer wieder alles zu wiederholen, bis man
gar nicht mehr anders kann, als es sich zu merken. Der Informationsgehalt im
Buch ist nicht so extrem hoch, man hätte die reinen Fakten auf ein paar
Seiten zusammenfassen können, doch es geht ja darum, dass man alles behält
und das ist so. Die Entwicklung einer Spannungskurve ist auch gut gelungen.
Anhand von Schemata ist das leicht nachzuvollziehen, doch eine Sache stört
hier etwas. Die Erstauflage des Buches ist von 1979! Das Buch wurde zwar
ständig überarbeitet, doch es stellt Dinge dar, die 1979 unumstößlich waren,
doch ich wage zu behaupten, dass große Filme gerade durch den Bruch dieser
Regeln erfolgreich werden. Gut, aber um Regeln zu brechen, muss man sie
beherrschen. Das hat FIELD hier gut dargelegt. Wer Regeln bricht, weil er sie
einfach nicht kennt, läuft in Gefahr, sich zu blamieren, doch wer bewusst
Regeln bricht, fällt auf und kann angenehm provozieren.
Dem Entwurf von Charakteren widmet
sich SYD FIELD ebenfalls viel Zeit, der Entwicklung der Charaktere innerhalb
des Filmes allerdings wieder etwas wenig. Hier hätte man mehr machen können.
Was eindeutig zu kurz kommt im
Buch ist die optische Form eines Drehbuches. Wie ein Drehbuch getippt sein
muss, wo Dialoge hinkommen, wo und wie man Geräusche beschreibt oder eine
Szene beginnt oder beendet, wird hier leider nur angerissen. Das muss man
sich anhand einer Szene aus „CHINATOWN“, die hier abgedruckt ist, selbst
erarbeiten mit Hilfe einiger kurzer Erklärungen.
Ergänzt wird das Buch von
Darstellungen anderer Profis. Es gibt Tips für Anfänger, wie man für Serien,
Kinofilme und Daily Soaps schreibt, was man beachten muss, wenn man für
private Fernsehsender oder für öffentlich-rechtliche Sender schreibt, was man
beim Thema „Geld und Recht“ beachten muss, Adressen für Weiter- und
Ausbildung und Tips, welche Computerprogramme man nutzen kann sowie ein
kleines Fachbegriff-Lexikon.
Ca. 240 schnell und leicht zu
lesende Seiten und ein günstiger Taschenbuchpreis von knapp 10 Euro machen
das Buch im Großen und Ganzen empfehlenswert. (H.H.)
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